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ProduktpiraterieApp checkt Echtheit von Wälzlagern

Fotodokumentation mit der OriginCheck App

Original oder Fälschung? Diese Frage stellt sich mittlerweile auch beim Kauf von Maschinenteilen wie zum Beispiel Wälzlagern. Die OriginCheck App unterstützt den Käufer bei der Echtheitsprüfung vor Ort und vereinfacht bei Verdachtsmomenten die Klärung. 

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ZwischenlagenIm Dienste des Cashflow

Auf bislang einzigartige Weise hat Zulieferer Georg Martin seine Zwischenlagen-Produkte mit einer übergreifenden Nutzenargumentation kombiniert. Wie SCOPE-Redakteur Michael Stöcker erfuhr, entstand so ein wirtschaftliches Konzept für die gesamte Prozesskette.

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Zwischenlagen: Im Dienste  des Cashflow

Metallische Zwischenlagen dienen dem Toleranzausgleich in der Baugruppen-Montage. Zu diesem Zweck bietet Zulieferer Georg Martin drei Produktlinien an: Schichtbleche (M-Tech L), die aus mehreren Lagen laminierter Metallfolien bestehen – die Einzellagen sind je nach Variante 0,05 oder 0,075 Millimeter dick und lassen sich per Messer Folie für Folie abschälen. Solide Feinbleche (M-Tech S), deren Varianten geschliffen, selbstklebend oder im Sortiment eingesetzt werden. Und Zwischenlagen-Pakete (M-Tech P): Das sind unterschiedliche Zwischenlagen-Bündel mit randverklebten Distanzblechen in verschiedenen Dicken und Werkstoffen, die der Anwender wie einen Abreißkalender nutzen kann.

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Seit Jahren gehört das Dietzenbacher Unternehmen zu den weltweit führenden Anbietern auf diesem Gebiet. Seine Produkte kommen heute in fast allen Branchen zum Einsatz. Größtenteils ist dies der Verdienst von Firmenchef Herbert Martin. Sein Sohn Christoph, seit 2008 in der Geschäftsführung, hat nun erstmals die Anwendung von Zwischenlagen systematisch und gesamtheitlich formuliert. Herausgekommen ist eine wirtschaftliche Nutzenargumentation mit Konsequenzen für die gesamte Wertschöpfungskette: Das M-Tech-Konzept.

Martins Konzept beschreibt, welche Positiveffekte die richtige Anwendung von Zwischenlagen in verschiedenen Stufen der Baugruppen-Montage nach sich zieht. Das beginnt schon im Entwicklungsstadium: Wer Zwischenlagen von Anfang an mit „eindenkt“, spart bereits in der CAD-Phase Zeit. Die Frage, wie man die Wiederholgenauigkeit der Passungstoleranzen in Fertigung und Instandhaltung sicherstellen kann, wird per Zwischenlage anwendungsgerecht beantwortet. In der Fertigung brauchen die „toleranter“ konstruierten Fügestellen nicht mehr nachbearbeitet werden. Auch das Problem der Summentoleranz lässt sich mit Zwischenlagen lösen. Werden die Ausgleichselemente dann passend zu den Fügestellen im Montageprozess gruppiert, gebündelt und disponiert, sinken die Durchlaufzeiten. Für den Anwender ergeben sich zudem Handlingvorteile, weil er den Materialaufbau der Zwischenlagen stets auf seine Aufgabe abstimmen kann oder aber mit einem Mix aus dicken und dünnen Zwischenlagen schnell und flexibel ist. Am Ende sinkt auch der Reparaturaufwand: Der Instandhalter kann sich optimal vorbereiten, indem er die für die Fügestellen passenden Zwischenlagen aus der Stücklisten-Zuordnung heraus deutet und bestellt. So werden die Kosten reduziert und kürzere Durchlaufzeiten erreicht. All das mündet schließlich in einem verbesserten Cashflow.

Präzision und Qualität

Derart umfassend formuliert dürfte der Einsatz von Zwischenlagen erst einem kleinen Kreis industrieller Anwender bewusst sein. Allerdings zwingt die Umsetzung von Lean Manufacturing-Prozessen viele Betriebe zu einer intensiven Wertstrom-Analyse. Mehr denn je gilt es dabei, einzelne Aspekte wie etwa Genauigkeit und Qualität über die Wertschöpfungskette hinweg gesamtheitlich zu betrachten. Weil aber bislang kaum gesicherte Fakten über die systematische Zwischenlagen-Anwendung vorliegen, wird mitunter ganz darauf verzichtet, was häufig zu nachgelagerten Zwangsaktionen führt: Distanzbleche werden ungeplant beschafft oder mit Hilfsmitteln und hohem Aufwand hergestellt – das kostet Zeit und ist unwirtschaftlich. Kommen hingegen „suboptimale“ Arbeitsmethoden zum Einsatz, sind sortierte Komponenten in die Produktion zu bringen oder es müssen Komponenten beim Zusammenbau vermessen und durch Flachschleifen vor Ort auf Maß gebracht werden. In OEM-Prozessen ist das enorm aufwändig; im MRO-Bereich ist es nicht mehr sinnvoll zu realisieren!

„Beachtliche Einsparungen“

„Betriebe, die unser M-Tech Konzept über den gesamten Prozess einer Bauteile-Montage realisiert haben, konnten beachtliche Einsparungen bei Material, Zeit, Logistik und Arbeitsaufwand verbuchen“, berichtet Firmenchef Christoph Martin. Am besten lässt sich das an einem einfachen Vorher-Nachher-Beispiel darstellen, bei dem ein Monteur die für eine Maschinenaufstellung nötigen Ausgleichsplatten durch Schleifen anpassen musste. In diesem Fall wurde die Maschine zunächst soweit aufgebaut, bis die auszugleichende Distanz gemessen werden konnte. Messwerte und zu bearbeitende Platte gingen dann in eine andere Abteilung zum Schleifen, womit der Zusammenbau der Maschine ruhte. In der Schleifwerkstatt kam es zu Wartezeiten, da die Schleifmaschine anders verplant war. Das Problem ließ sich nur „lösen“, indem andere Jobs zurück gestellt wurden. Nach dem Schleifen holte man die Passplatten wieder zum Zusammenbauort; erst jetzt konnte der Monteur die Maschine fertig aufstellen. Der Zeitverlust lag bei satten 30 Minuten! Leicht vorstellbar sind Situationen, in denen sich eine Maschinenaufstellung um Tage verzögert!

„Hätte der Betrieb das M-Tech Konzept genutzt, wäre anstelle der Ausgleichsplatte eine passende Zwischenlage zum Einsatz gekommen. Die Disposition hätte den Beschaffungsfall Zwischenlage ausgelöst, die Fertigungsplanung hätte nicht improvisieren müssen; die Schleifkapazitäten wären wie vorgesehen eingesetzt worden. Ohne Verzögerung hätte die Montage auf das Abstimmelement zugreifen und die Teilschritte des Zusammenbaus unterbrechungsfrei erledigen können“, schildert Christoph Martin.

Kleine Ringe, große Ringe

Zwei weitere Beispiele: Maschinenbauer Trumpf (Hettingen) setzt einen Ring aus laminierten Zwischenlagen zur Justierung einer Matrizenklemme am Spannkopf einer Laser-Stanz-Kombimaschine ein: Eine kleine Düse fragt per Luftstrom die Stellung des Spannkolbens für die Stanznibbel-Vorrichtung ab; in einer bestimmten Position darf die Luft nicht mehr entweichen. Dies bedarf der Feineinstellung im Hundertstelbereich und wird mit dem Metallring aus M-Tech L erreicht, der den Spannkolben steuert. Und im Rahmen der Montage von Eisenbahn-Achsgetrieben im Hause Voith werden große Einstellringe aus Schichtblech von Georg Martin in Kombination mit massiven Blechen verwendet. Die Ringe werden genutzt, um den Achsabstand und den Abstand zur Antriebswelle einzustellen.

Letztlich korrespondiert der Einsatz der M-Tech-Zwischenlagen mit dem Bestreben vieler Unternehmen, ihre Prozesse mit Blick auf die Ressourcenschonung zu optimieren. Allein die Energieeinsparung durch den Entfall teurer Nachbearbeitungen dürfte erheblich sein. Zudem verhindert der Einsatz der Zwischenlagen überflüssige Beschaffungswege. Und nicht zuletzt sorgen Zwischenlagen per se für eine unter Umwelt- und Energieaspekten optimale Funktionsfähigkeit von Baugruppen: Denn wo alles passt und dicht ist, wird die eingesetzte Energie effizient genutzt und es treten keine Schadstoffe aus. Michael Stöcker

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