Nietprozess-Überwachung

Einen Quantensprung

in der Überwachung von Nietprozessen stellen die Spezialisten des Schweizer Unternehmens Baltec Maschinenbau in Aussicht. Hinter dieser Ankündigung steckt eine neue Steuereinheit, die das automatische Erfassen und Auswerten aller für einen Nietprozess relevanten Parameter ermöglicht und deren Autokompensation selbst extreme Bauteile-Paarungstoleranzen erlaubt. Als weiteren Vorteil nennt der Hersteller den Einsatz Kosten günstiger Verbindungselemente

Der neu entwickelte Process Controller besteht aus einer Mikroprozessor-Steuereinheit, die als Option zu den Steuerungen der Nietmaschinen vom Typ RC-20A zum Einsatz kommt. Gegenüber der Vorgängerversion zeichnet sich der neue Controller durch einen erweiterten Anwendungsbereich aus. Das bedeutet beispielsweise: Speicherung von bis zu 64 Nietprogrammen in zwei Modi, Geschwindigkeitsanzeige der Nietspindel und Kalibrierung der Sensorik je nach Arbeitsweise (zum Beispiel Nieten von unten). Das Ausblenden von Daten oder nicht benötigten Funktionen ist möglich. Eine RS 232-Schnittstelle zur Datenaufzeichnung und Weiterverarbeitung ist vorhanden, und eine Erfassung aller für den Nietprozess nutzbaren Prozessgrößen ist machbar.

Optional sind zwei Module für Überstandskontrolle und Autokompensation lieferbar, die sich in der Praxis als nützlich erweisen dürften. Die Überstandskontrolle erfasst und bewertet nicht nur den Niet-Überstand, sondern auch alle weiteren Prozessdaten. Die Autokompensation erlaubt – in Verbindung mit der Nietüberstands-Kontrolle – die automatische Kompensation selbst sehr hoher Bauteil-Paarungstoleranzen, wodurch sich auch bei extremen Abweichungen konstant gute Niet- und Verbindungsergebnisse erzeugen lassen.

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Was das in der Praxis bedeutet, zeigt folgendes Rechenbeispiel. Ein Hersteller von Türschließsystemen verarbeitet pro Jahr etwa 100.000.000 Niete zu einem Preis von 0,06 Euro. Da es sich beim Niet um ein Funktionsteil handelt, wird er als Drehteil gefertigt, während ein durch Kaltumformung hergestellter Niet lediglich 0,02 Euro kosten würde. Anwendungstechnisch gesehen könnten etwa 20 Prozent der gedrehten Niete durch Umformteile ersetzt werden, was einer Kosteneinsparung von rund 800.000,– Euro entspräche. Allerdings muss auch mit einem gewissen Ausschuss gerechnet werden, der bei einem Baugruppenpreis von 5,– Euro und einer angenommen Ausschuss-Rate von einem Prozent der Niete sowie der Verwendung von zwei Niete pro Teil zu einem Verlust von rund einer Million Euro führen könnte. Da sich mit der Autokompensation des neuen Prozessüberwachung aber bis zu 7/8 des Ausschusses vermeiden lassen, wäre auf der Kostenbasis von einer Million Verlust zunächst wieder ein Gewinn von 875.000,– Euro zu erzielen. Überzeugt? Unser Tipp: Unbedingt genauer anschauen!ms

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