Kunststoff-Fertigteile, Kunststoff-Halbzeuge

Hochwertige Zutaten

Maßstäbe setzen, das wünscht sich so mancher Zulieferer. Über eine werkstofftechnische Spezialisierung gepaart mit konsequenter Kundenorientierung lässt sich dieses Ziel erreichen. Kunststoffverarbeiter Murtfeldt geht diesen Weg. SCOPE Redakteur Michael Stöcker stellt das Unternehmen vor.

Standardfall: Kettenführungen aus verschleißfesten Spezialkunststoffen.

Erfolgsrezepte unterliegen strengen Prinzipien. Wie ein solches Prinzip mehr als 50 Jahre lang funktionieren kann, zeigt sich am Dortmunder Kunststoffhersteller Murtfeldt. Das Unternehmen orientiert sich nicht an seinen Wettbewerbern, sondern am technischen Stand des Kunden. Und dieser wurde moderner und vielfältiger – womit auch die Ansprüche an den Zulieferer stiegen.

Wurden in den 60er Jahren vor allem Anlagen für den Bergbau und die Stahlindustrie beliefert, so ist der Dortmunder Kunststoffhersteller- und -bearbeiter Murtfeldt heute auch als Zulieferer für Unternehmen aus dem gesamten Maschinenbau, der Automobilindustrie, den Bereichen Lebensmittel und Getränke, der Druck- und Holzbranche sowie der Medizin-, Elektro- und Reinraumtechnik tätig. Zu einem guten Rezept gehören hochwertige Zutaten. Diese entwickelt das Unternehmen für jedes „Gericht“ individuell. Der Großteil der Produkte wird aus ultrahochmolekularem Polyethylen hergestellt. Beispielsweise werden Kettenführungen und Gleitprofile in Standard- und Sonderabmessungen aus diesen und anderen thermoplastischen Kunststoffen spanabhebend bearbeitet. So lassen sich vor allem im Bereich der Gleit- und Verschleißeigenschaften sowie der Maßtoleranzen deutlich bessere Werte erzielen. Im Laufe der Zeit konnte das Unternehmen für eine Vielzahl von Anwendungen entweder Varianten von bereits vorhandenen Werkstoffen oder sogar völlig neue Materialien speziell entwickeln.

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Verschleißfest durch Glaskugeln

So wie in jüngster Vergangenheit die Familie der neuen S Plus+ Werkstoffe, bei der beispielsweise die Werkstoff-Variante GB durch Einbringung von Mikro-Glaskugeln über extreme Verschleißfestigkeit bei gleichzeitig ausgezeichneten Gleiteigenschaften verfügt.

Der Werkzeugmaschinen-Hersteller Reichenbacher Hamuel stattet für einen Kunden im Bereich Luft- und Raumfahrt die Spanneinheiten auf einer neuen Maschine (Univers) mit diesem Material aus. Ideal geeignet für den Reibungskontakt mit härteren Werkstücken verlängert es die Maschinenstandzeiten deutlich. Mit einem anderen Werkstofftyp derselben Familie (S Plus+ Bright ESD) ist es weltweit erstmals gelungen, einen elektrostatisch ableitenden und gleichzeitig hellen Kunststoff zu kreieren, der sich optimal für den Einsatz in hellen, staubfreien Umgebungen eignet. Leitfähige Kunststoffe waren bisher nur in Schwarz verfügbar. Diese Entwicklung wird daher von höchster Stelle gelobt: „Moderne elektronische Bauelemente sind oft sehr empfindlich gegenüber bereits geringfügigen Spannungsspitzen und erfordern deshalb eine geerdete leitfähige Umgebung. Es ist deshalb erfreulich, dass die Firma Murtfeldt einen hellen leitfähigen Kunststoff in ihrem Angebot hat, der für viele Anwendungsfälle im Bereich ESD und Explosionsschutz einsetzbar ist“, so Dr. Ulrich von Pidoll von der Physikalisch Technischen Bundesanstalt Braunschweig über das neue Material.

Die Murtfeldt-Werkstoffe werden meist zu Halbzeugen und Fertigteilen verarbeitet. Typische Beispiele hierfür sind Gleit- und Führungsprofile für Ketten und Riemen sowie Kettenspannsysteme, wie etwa die so genannte Spann-Box. „Für uns zählt die Perfektion einer gesamten Anlage. Unsere Werkstoffe eignen sich für viele Bauteile und wir kennen genau die Eigenschaften und Grenzen. Wenn wir also in der Lage sind, das ideale Fertigteil daraus zu erstellen, dann tun wir dies auch“, erklärt Geschäftsführer Detlev Höhner. Dass dies mit Erfolg geschieht, zeigt ein weiteres Beispiel: Bisher war kein Hersteller in der Lage, Zahnstangen aus Kunststoff zur exakten Positionierung für Röntgenkassetten oder Detektoren herzustellen.

Es scheiterte an Präzision im Bereich der Parallelität. Murtfeldt hat sich des Themas angenommen und mit dem geeigneten Werkstoff das Problem gelöst.

Detlev Höhner sieht sein Unternehmen denn auch vornehmlich als Partner für solche individuellen Problemlösungen. Dabei wird die langjährige Erfahrung in der Herstellung von Fertigteilen nach Kundenzeichnungen heute durch moderne 3D-CAD-Software für Design, Überprüfung und Bewegungssimulation unterstützt.Michael Stöcker /

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