Heizelemente

„Den Prozess im Kopf“

Die wachsende Differenzierung der Endprodukte wirkt sich in der gesamten Wertschöpfungskette aus. Bei vielen Zulieferern nimmt die Fertigung kundenspezifischer Speziallösungen daher inzwischen großen Raum ein. Für das Haus Eichenauer eigentlich nichts Neues – erfuhr SCOPE-Redakteur Michael Stöcker.

Flexible Silikonheizelemente sind in vielen Formen und Leistungen für zahlreiche Industrieanwendungen verwendbar.

„Qualität ist unser Prinzip, Fortschritt unsere Tradition“ – mit diesem Leitsatz prägte Firmengründer Fritz Eichenauer bereits 1925 die Philosophie des Traditionsherstellers von Heizelementen. Groß geworden ist das Unternehmen durch den Einsatz seiner Produkte in Hausgeräten. Zunächst waren es Kleingeräte, heute ist es vor allem Weiße Ware. Neben den Hausgeräten bedient der Hatzenbühler Zulieferer derzeit alle Industriezweige – ob Automotive, Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik oder Luftfahrtindustrie.

Von der Innovationskraft des Unternehmens zeugen über 100 Patente und Gebrauchsmuster aus den zurückliegenden Jahrzehnten. So entwickelte Eichenauer 1972 etwa das weltweit erste PTC-Heizelement. Ohne Eichenauer wäre auch der moderne Fön nicht denkbar, denn 1975 entwickelten die Ingenieure dafür das erste Welldrahtelement. Wie hoch das Thema Forschung und Entwicklung in Hatzenbühl angesiedelt ist, dokumentiert der stattliche Anteil von etwa zehn Prozent am Gesamtjahresumsatz, der für Forschung und Entwicklung investiert wird. Personell hat das Unternehmen den F&E-Bereich aufgestockt. Derzeit sind hier über 40 Entwickler tätig – und es werden weitere benötigt und gesucht! Großen Stellenwert hat für diesen Zulieferer die enge Zusammenarbeit mit den Kunden, denn beinahe jedes Projekt ist eine kundenspezifische Entwicklung. Dabei fallen die Serien recht unterschiedlich aus. Sie reichen von niedrigen Stückzahlen bei Spezialanwendungen über Kleinstserien – beispielsweise für Maschinenbau oder Medizintechnik – bis hin zu Großserien mit Millionenstückzahlen im Weiße Ware-Sektor. „Unsere Kunden aus der Industrie kommen mit ihrem Problem auf uns zu und suchen schnellstmöglich eine Lösung dafür“, sagt Thomas Münch, Bereichsleiter Industrieanwendungen.

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Individuell und schnell

Trotz der oft komplexen Anforderungen liefert Eichenauer nahezu jedes Heizelement innerhalb von nur drei bis vier Wochen nach Auftragserteilung aus. „Die kurzen Lieferzeiten sind nur möglich, weil wir den Prozess des Kunden im Kopf haben“, meint Münch, und betont, dass dafür viele Jahre Entwicklungs-Know-how seien. Außerdem müsse man auch über den Tellerrand schauen können.

Als Beispiel dafür nennt der Heizelemente-Ingenieur eine medizintechnische Anwendung in vibrierendem Umfeld, bei der man auf Erfahrungen aus dem Automotive-Bereich zurückgriff: „Wir kannten die Anforderung des Kunden und die Umgebung, in der das Heiz- element eingesetzt werden sollte. Eine ähnliche Umgebung findet sich im Pkw. Sowohl die Lösung als auch die geeignete Testumgebung waren somit naheliegend.“ So konnte man dem Kunden innerhalb kurzer Zeit das Element in der geforderten hohen Qualität liefern.

Neben der kundenorientierten Entwicklungs- und Projektarbeit steht das Thema Qualität bei Eichenauer ganz oben auf der Liste. Es dokumentiert sich nicht nur in den ISO- und DIN-Zertifikaten von Dekra und Co, sondern wird tagtäglich umgesetzt. Bereichsleiter Münch betont: „Wir haben zwar einen kontinuierlichen Qualitäts- und Verbesserungsprozess etabliert. Was nützt jedoch die Einhaltung der gesetzlichen Forderungen, wenn diese nicht auch im Unternehmen gelebt werden?“ So werden mit einem Baustein des Eichenauer Qualitätssystems, dem EQV, Qualitätsabweichungen gezielt analysiert und bearbeitet. Außer einem ausgereiften Projektmanagement nutzt das Unternehmen diverse Qualitätswerkzeuge für die Qualitätssicherung. „Sehr schnell erkennen und erfassen wir Abweichungen in der Qualität und steuern zielgerichtet dagegen an“, erläutert Münch.

Michael Stöcker/ stoecker@hoppenstedt.de

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