Formteile aus elastischen Werkstoffen, Frei aufgetragene Dichtungen

Auftragen als Auftrag

Als Zulieferer von Formteilen aus Zellkautschuk, Moosgummi sowie Polyethylen- und Polyurethanschaum genießt das mittelständische Aachener Unternehmen Wilhelm Köpp in vielen Branchen einen guten Ruf. Seit nunmehr fast zehn Jahren versieht es die angelieferten Serienteile seiner Kunden auch mit frei aufgetragenen Dichtungssystemen – und das selbst bei problematischen Oberflächen. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker stellt diese Leistung des traditionsreichen Zulieferers vor.

Schau genau: Automatisierte Applikation einer frei aufgetragenen Dichtung.

Seit über 70 Jahren verarbeitet man bei Wilhelm Köpp weich-elastische Werkstoffe wie Zellkautschuk, Moosgummi, Polyethylen- und Polyurethanschaum zu zelligen und porösen Formteilen zum Dichten, Dämmen, Isolieren und Filtern. Dabei ist die bis heute realisierte Formenvielfalt überaus beeindruckend. Denn neben Halbzeugen (Platten, Blöcke, Bänder etc.) und Profilen liefert das Unternehmen eine Vielzahl kundenspezifischer Stanzteile, Prägeteile und Zuschnitte. Und zwar weltweit und in ganz unterschiedliche Branchen.

Fest etabliert ist der Aachener Zulieferer mittlerweile aber auch als Dienstleister auf dem Gebiet der frei aufgetragenen (Reaktions-) Dichtungssysteme. Konkret bedeutet das: Das Unternehmen übernimmt die Klein- und Großserien-Bauteile seiner Kunden und appliziert auf diese dann maßgeschneiderte Dichtungen aus Zwei-Komponenten-PU-Schäumen oder einkomponentigen, homogenen Klebe- und Dichtstoffen. Dabei darf es sich sowohl um Bauteile aus Kunststoff als auch aus Metall handeln. Der Auftrag erfolgt mit hoher Konturengenauigkeit, anhand der konstruktiven Vorgaben des Kunden und in Roboter gestützten – also vollautomatischen – Prozessen. Die so „veredelten“ Bauteile sind dann meist einbau- oder montagefertig und gehen zurück in die Produktion des Kunden.

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„Bereits in einem sehr frühen Stadium der Konstruktion können unsere Spezialisten gezielte Hinweise für die ideale Gestaltung von Dicht- oder Klebeflächen geben. Das gewährleistet anschließend eine perfekte Abstimmung von Oberfläche, Reaktionswerkstoff und Applikationsanlage“, erläutert Christof Carduck, der Verkaufsleiter von Wilhelm Köpp. Im Falle problematischer Werkstück-Oberflächen erreichen die Applikationstechniker des Unternehmens durch eine vorgeschaltete Corona-Behandlung oder durch den Einsatz moderner Haftvermittler eine optimale Verbindung von Bauteil und Dichtung. Stets im Auge haben die Köpp-Ingenieure dabei auch den sparsamen und damit Ressourcen schonenden Materialeinsatz.

Große Anwendungsvielfalt

Typische Bauteile, die am Produktionsstandort Bovenden mit einer frei aufgetragenen Dichtung versehen werden, sind Gehäuseschalen, Abdeckungen, Lüftungsstutzen oder Fahrzeugleuchten sowie die Gehäuse sensibler elektronischer Komponenten wie etwa Steuerungen und Sensoren. In vielen Fällen handelt es sich dabei um Komponenten für Abnehmer in den Bereichen Automotive, Elektrotechnik, Verpackungstechnik, Luftfahrt, Maschinenbau und Medizintechnik. „Und stetig kommen neue Anwendungen aus weiteren Branchen oder Nischen hinzu“, berichtet Projektleiter Johann Finkl. Für das gute Ergebnis der Köpp-Produkte verantwortlich ist neben der geeigneten Produktionstechnik und der sicherlich reichlich vorhandenen Werkstoff-Erfahrung auch eine lückenlose Qualitätskontrolle und nicht zuletzt ein gutes Verständnis für die Anforderungen des Kunden. „Unser Ziel ist es stets, lange haltbare, dauerhaft elastische und fest mit dem Werkstück verbundene Dichtungen zu realisieren. Dazu müssen wir uns nicht selten tief in die späteren Einsatzbedingungen des Bauteils hineindenken. Da geht es dann beispielsweise um Aspekte wie Druckbelastungen, Temperaturwechselbeständigkeit oder die Resistenz gegen aggressive Medien“, betont Christof Carduck.
Übrigens: Wer sich persönlich über das Leistungsspektrum von Wilhelm Köpp informieren möchte, kann dazu die diesjährige Fakuma in Friedrichshafen (13.-17.9.2009) nutzen. Dort stellt das Unternehmen in Halle A 5 auf Stand 5107 aus. Michael Stöcker

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