Feinguss-Bauteile

Hinter dünnen Wänden

Eine neue Digitalkomponente verschafft den Studiokameras von Sinar eine Auflösung von bis 33 Millionen Pixel. Die dazu nötige Elektronik befindet sich in einem dünnwandigen Gehäuse aus Aluminium. In Form gebracht wurde es beim oberschwäbischen Zulieferer Feinguss Blank.

High-End-Lösung für Studioaufgaben: Digitales Kamerasystem von Sinar (links oben das Digitalrückteil aus Aluminium-Feinguss).

Nichts für Amateure sind die digitalen Kamerasysteme des Schweizer Herstellers Sinar. Mit technischen Topwerten ausgestattet und bis ins Detail durchgestylt, gehören seine Fotoapparate zu den High-End-Lösungen für Studioaufgaben. Auch beim Design der Gehäuse folgt das Unternehmen einem hohen Standard. Bei der Realisierung einer Box für ein neues Digitalrückteil (Evolution 75H) setzte es beispielsweise auf Aluminium-Feinguss.

Das Feinguss-Gehäuse wirkt edel und hochwertig. Es beherbergt die elektronischen Komponenten der Kamera, etwa einen äußert lichtempfindlichen Mikro-Chip für eine 1-Shot oder 4-Shot-Belichtung mit flexiblen Lichtarten. In Kombination mit einer doppelt ausgeführten Kühlung (Peltier und Lüfter) gewährleistet das Aluminium-Gehäuse einen optimalen Temperaturaustausch – selbst wenn es beim Fotoshooting über längere Zeit heiß her geht. Denn durch seine hohe Wärmeleitfähigkeit kann die im Betrieb entstehende Wärme schnell abgeleitet werden. Das Gehäuse hat die Maße 90 x 60 x 90 mm und Wandstärken von nur 1,9 mm bis 3 mm.

Die Realisierung des dünnwandigen Gehäuses legte der Kamerahersteller in die Hände des oberschwäbischen Zulieferers Feinguss Blank. Das Unternehmen zählt international zur Creme-de-la-Creme der Feingießer. Es bietet nicht nur eine hohe Beratungskompetenz im Entwicklungsstadium und eine effektive Kommunikation in der Abwicklung, sondern versteht es auch, die Stärken des Feinguss-Verfahrens voll auszureizen.

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Für den Werkstoff Aluminium (G-AlSi7Mg/ EN AC-42100) sprach neben der Temperaturproblematik das geforderte niedrige Gesamtgewicht der Kamera. Überdies bot das Leichtmetall im Fall des Rückteil-Gehäuses den Vorteil der hohen Festigkeit bei gleichzeitig hervorragender Gießbarkeit. Geringe Wandstärken und eine filigrane Geometrie konnten problemlos realisiert werden. Als Verfahren wählten die Spezialisten von Feinguss Blank die Niederdruck-Technik. Die dabei realisierbare beruhigte Formfüllung bietet neben weiteren Einflussgrößen beste Voraussetzungen für ein homogenes Gefüge sowie eine exzellente Oberflächengüte. Nach dem Gießen wurde die Oberfläche lackiert und erhielt ein Finish auf höchstem Niveau.

Nun lässt es sich beim Gießen nicht vermeiden, dass es durch Aufheizung und Abkühlung über Temperaturbereiche von mehreren Hundert Grad nach Abguss und in der Warmbehandlung zum Verzug der Bauteile kommt – dies um so mehr, je filigraner die Geometrien sind. Im Richtprozess gilt es daher, das Bauteil innerhalb engster Toleranzen auf die vorgeschriebene Geometrie zu trimmen. Eine Arbeit, die viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl erfordert.

Im Fall des Sinar-Gehäuses lag der geforderte Qualitätsstandard weit über den in internationalen Regelwerken beschriebenen Gütestufen. Basierend auf einer vom ersten bis zum letzten Fertigungsschritt durchdachten Prozesskette vermag der Riedlinger Zulieferer jedoch diese hohen Anforderungen zu erfüllen. Und durch Optimierungen in der Konstruktionsphase einerseits sowie und die hohe Maßgenauigkeit des Feinguss-Verfahrens andererseits konnten in der mechanischen Bearbeitung zusätzlich Kosten eingespart werden. Die Bearbeitungsschritte in der Zerspanung beschränken sich lediglich auf das Nacharbeiten der Funktions- und Anlageflächen sowie der Lüftungsschlitze.

Michael Stöcker (stoecker@hoppenstedt.de)

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