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ProduktpiraterieApp checkt Echtheit von Wälzlagern

Fotodokumentation mit der OriginCheck App

Original oder Fälschung? Diese Frage stellt sich mittlerweile auch beim Kauf von Maschinenteilen wie zum Beispiel Wälzlagern. Die OriginCheck App unterstützt den Käufer bei der Echtheitsprüfung vor Ort und vereinfacht bei Verdachtsmomenten die Klärung. 

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Feinguss-BauteileFeinguss für Gipfelstürmer

Drei Feingussteile aus Vergütungsstahl realisierte Zulieferer Feinguss Blank für die Dynafit-Skibindungen von Salewa. Die einbaufertigen Großserienteile sorgen in der Bindung für einen sicheren Stand und fixieren den Ski am Skischuh. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker stellt dar, worauf es bei der Entwicklung der höchst belastbaren Bauteile ankam.

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Feinguss-Bauteile: Feinguss für  Gipfelstürmer

Skifahrer und Skiwanderer wissen es: Tourenski haben eine spezielle Kombination aus Sicherheits- und nordischer Bindung, eben eine spezielle Tourenbindung. Sie hat ähnliche Sicherheitsmechanismen wie eine Alpinbindung, erlaubt aber außerdem ein freies Anheben der Ferse. Für die Abfahrt kann die Ferse fixiert werden.

Rahmenlos und um bis zu 75 Prozent leichter als herkömmliche Rahmenbindungen sind die Dynafit-Bindungen von Salewa. Dank ihrer variablen Steighilfe und ihrer beweglichen Ferse ersparen sie dem Skiläufer beim Aufstieg viel Kraft. Die patentierte, mechanische Vier-Punkt-Verbindung von Bindung und Schuh im Zusammenspiel mit der aufwendigen „Torsionsbrücke“ zwischen Vorder- und Fersenteil führt hier zu einer optimalen Kraftübertragung zum Ski. Das bewirkt dessen feinfühlige Steuerung, was im Touring-Bereich sehr gefragt ist.

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Sportliche Leichtgewichte

Mit nur 117 Gramm Eigengewicht gilt vor allem die neue Bindung Low Tech Race derzeit als die leichteste Bindung weltweit. Sie ist eine Symbiose konstruktiver Innovationen sowie moderner Materialien und Verarbeitungsmethoden von Feingussteilen. Konkret: Bei dieser rahmenlosen Bindung der neusten Generation wird der Schuh eben nur vorne fixiert. Am Skischuh selbst befinden sich kleine Anschläge. Beim Einsteigen verriegelt die Bindung automatisch und ist sofort einsatzbereit: Der Fahrer stellt den Skischuh in die Bindung und auf Druck rasten die Bolzen der Bindung ein. Diese Bolzen befinden sich an zwei seitlichen Feinguss-Winkelelementen, die zusammen mit einer Feinguss-Spanngabel den vorderen Funktionsblock der Bindung bilden. Dabei garantieren patentierte Schneeverdrängungskerben auf Winkelelementen und Spanngabel eine hohe Verfügbarkeit der Bindung bei allen Schneebedingungen. Kraft spart der Tourenskiläufer durch diese spezielle Bindung, weil deren Drehmoment direkt an der Vorderseite des Schuhs liegt – nicht zehn Millimeter vor dem Schuh (wie bei einer Rahmenbindung). Der Drehpunkt liegt also anatomisch exakter und daher Kräfte sparender.

Bei den beiden seitlichen Winkelelementen und der vorderen Spanngabel handelt es sich um Bauteile, die im Hause Feinguss Blank gefertigt werden. Sie entsprechen den hohen Anforderungen des bayerischen Sportgeräte-Herstellers an Maßhaltigkeit, Einhaltung der engen Toleranzen und prompte Lieferung der Serienteile.

Bei der Konstruktion der Bauteile spielte das Design eine bedeutende Rolle. Die Anregungen des Designers von Salewa wurden bereits in der Anfangsphase der Erstellung der Feingussmuster umgesetzt. Techniker aus dem Hause Blank konnten Einsparpotenziale durch konstruktive Änderungen aufzeigen. An den Teilen konnte die Bearbeitung zudem wesentlich vereinfacht werden. Überdies war die Gewichtsreduktion der Feingussteile (und somit der gesamten Bindung) wichtig, denn ein Tourenski muss viel leichter sein als ein Pistenski. So wundert es nicht, dass die neuen Feingussteile gerade mal 67,62 Gramm auf die Waage bringen. Die hohen Festigkeitsanforderungen in der Vorderbackenarretierung und der Steigeisenfixierung machten zudem neue strukturelle Berechnungen und eine exakte Justierung der selektierten Materialien nötig. In Summe erreichten die Konstrukteure von Salewa und die Feingießer von Blank eine 20-prozentig höhere Festigkeit bei reduziertem Gewicht und eine präzisere Kraftübertragung.

Auch die optische Oberflächengüte der Bauteile ist von großer Bedeutung, weshalb auf dem Hauptsichtbereich keine Einspritzkanäle und Angüsse vorgesehen sind. Dadurch werden Schleifspuren im Sichtbereich vermieden. „Die Angüsse wurden deshalb bei der Konstruktion auf den Nebensichtbereich verlegt“, so Lothar Lohner, zuständiger Anwendungstechniker bei Feinguss Blank. Diese konstruktive Änderung hat zudem eine positive Kostenauswirkung, da die Feingießerei einen Angussrest stehen lassen kann. Da die Skibindung während des Einsatzes stets mit Schnee Kontakt hat, ist auch der Korrosionsschutz der Teile unabdingbar. Nach der entsprechenden Oberflächenbehandlung werden die Winkel und die Spanngabel mit Bolzen und Federn versehen. In speziellen Verpackungen gehen die fertig montierten Teile an den Endkunden.

Das sportliche Beispiel zeigt einmal mehr, dass Leichtbauteile aus Feinguss hinsichtlich Detailgenauigkeit, Maßgenauigkeit, Komplexität, Gießtechnik und Geometrie bis an die Grenzen des technisch Machbaren konstruiert und gestaltet werden können. „Je komplexer ein Teil ist, desto besser ist es geeignet für das Feingussverfahren“, meint auch Anwendungstechniker Lothar Lohner. Michael Stöcker

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