Normteile

Zeit sparen mit Normen

Um die Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden, müssen Unternehmen schon bei der Konstruktion effizient sein. Dies gelingt unter anderem, wenn Konstrukteure auf normierte Bauteile zurückgreifen und deren CAD-Daten direkt in die eigene Modellbibliothek integrieren können. Das Denken in Normteilen lohnt sich auf ganzer Linie – in Bezug auf die erzielbare Zeit- und Kostenersparnis, aber auch aufgrund der planbaren Verfügbarkeit der Komponenten.

Konstrukteure können auf der Grundlage online verfügbarer CAD-Daten und Komponenten von Norelem eine Pick-&-Place-Einheit in nur 11 Tagen realisieren.

„Mit unserer Produktvielfalt wollen wir Kunden dabei helfen, verschiedenste Ideen zu realisieren“, erklärt Marcus Schneck, Geschäftsführer von Norelem. Das kann eine industrietaugliche Pick-&-Place-Anwendung sein, aber auch ein studentisches Forschungsprojekt wie zum Beispiel ein Messplatz zur Rundlaufmessung einer Nockenwelle. Norelem ist mit rund 35.000 Norm- und Maschinenelementen weltweit einer der größten Anbieter von flexiblen Normteilen, Systemen und Komponenten für den Maschinen- und Anlagenbau sowie Elementen zum Messen und Prüfen.

Mitentscheidend für den Erfolg war der Norelem-Katalog, der erstmals 1965/66 mit neuen Teilen und überarbeiteten Zeichnungen nach DIN-Norm als spiralgebundenes Nachschlagwerk an alle Kunden versandt wurde. Heutzutage wird das „The Big Green Book“ genannte Werk durch CAD-Daten ergänzt, sei es in Form einer beigelegten Daten-CD oder als Download-Option über das Online-Portal. Hier bezieht der Konstrukteur entscheidende Konstruktionsdaten und -zeichnungen und kann diese in das jeweilige CAD-System integrieren. Alle CAD-Modelle sind statische Modelle – so entfällt nicht nur das Zeichnen der Komponenten, sondern auch die Konfiguration. Somit spart der Anwender Zeit und Geld. Zudem lassen sich auch die Fertigungskosten deutlich reduzieren, wenn möglichst viele standardisierte Bauteile zum Einsatz kommen.

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Um das Eingangsbeispiel aufzugreifen: Auflagebolzen fertigen Unternehmen laut Norelem häufig selbst. Selbst bei einem solch vergleichsweise einfachen Bauteil benötigt ein Konstrukteur ca. 15 Minuten, um eine fertigungsgerechte Zeichnung inklusive Bemaßung zu erstellen. Je nach CAD-System und Unternehmen ist eine Arbeitsstunde mit 60 bis 100 Euro Prozesskosten verbunden. Somit sind bereits in der Konstruktion Kosten von mindestens 15 Euro für dieses Bauteil entstanden – und es ist noch nicht einmal hergestellt. Hätte sich das Unternehmen von vornherein für ein standardisiertes Bauteil entschieden, wäre nur ein Bruchteil der Kosten entstanden.

Mit Normteilen konstruieren

Aus diesem Grund sollten sich Konstrukteure informieren, welche Komponenten als standardisierte Bauteile verfügbar sind und nicht selbst gefertigt werden müssen – und zwar bevor es an die Konstruktion dieser Bauteile geht. Schließlich macht es keinen Sinn, zuerst eine Zeichnung zu erstellen und dann ein verfügbares Bauteil zu suchen. „Viele Kunden bestellen schon Jahrzehnte bei Norelem und greifen gerne auf bewährte Produkte zurück“, weiß Schneck. Die Konstruktion mit standardisierten Bauteilen hat viele Vorteile. So überzeugen Lösungen, die mit Normteilen realisiert werden, mit einem deutlich geringeren Konstruktions- und Fertigungsaufwand – und auch die Montage geht schneller. Nicht zuletzt gestaltet sich das Spannen und Definieren der Lage einfacher. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Austausch von Verschleißteilen ohne Probleme möglich ist – wenn Normteile zum Einsatz kommen, lassen sich Ersatzteile einfacher und schneller beschaffen. „Nicht jede Lösung verlangt aufwändige Entwicklungs- und Konstruktionsarbeit“, betont Marcus Schneck. „Gerade bei Standardanwendungen lässt sich die übliche Time-to-Market-Phase durch die Verwendung von Normteilen deutlich verkürzen.“ So können Konstrukteure auf der Grundlage online verfügbarer CAD-Daten und Komponenten von Norelem beispielsweise eine Pick-&-Place-Einheit in elf Tagen realisieren: Weil aufwändige Konstruktion, Datenbeschaffung und zeitraubende Bestellvorgänge entfallen, verkürzt sich die Phase von der ersten Idee bis zum Produktionsstart deutlich.

Wer eine konkrete Vorstellung von Art und Umfang der einzusetzenden Komponenten hat, kann diese bei Norelem rasch und aus einer Hand zu beziehen. Um trotz des umfangreichen Sortiments im Katalog den Überblick zu behalten, folgt dieser einer Nummernlogik, die sich auch auf der DVD und dem Webshop fortsetzt. Dabei entspricht die Anordnung der Produktgruppen im Katalog grundsätzlich auch der Reihenfolge, in der die Komponenten in den Konstruktionsschritten benötigt werden: von der Basis über Komponenten für das Auflegen, Positionieren, Spannen und Bedienen bis hin zu Lösungen für das Kraftübertragen und Bremsen. cs

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