Wartung von Energieführungssystemen

Predictive Maintenance reduziert Stillstandszeiten

Tritt in einer Anlage ein Schaden auf, führt dies häufig zu unvorhergesehenen Stillstandszeiten sowie finanziellen Einbußen. Mit vorausschauender Wartung können Ausfälle verhindert werden. Das gilt nicht nur bei Maschinen, sondern auch bei Energiezuführketten.

Bei WOB sind in der Verschiebebrücke insgesamt drei Energieführungen der Serie Uniflex Advanced von Tsubaki Kabelschlepp mit einer Länge von 23 m verbaut. Im jährlichen Turnus werden sie inspiziert und gewartet. (Bilder: Tsubaki Kabelschlepp)

Bis zu 9,5 t schwere Teile schweben vollautomatisiert an Hängekrane durch die rund 22.000 m² große Halle der WOB-Wessling Oberflächenveredlung (WOB). Das Unternehmen betreibt die europa-weit größte Spezialanlage für Lohnbeschichtung und übernimmt vor allem die kathodische Tauchlackierung (KTL) von Nutzfahrzeugen sowie großen Automotiv- bauteilen und Maschinenbaukomponenten. Die Technologie sorgt für einen hochwertigen Korrosionsschutz, Langlebigkeit und eine optische Veredelung des Endprodukts.

Der Prozess der Beschichtung ist jedoch langwierig und umfasst mehrere Stationen: Die Vorbehandlung und Beschichtung erfolgt in mehreren riesigen Tauchbecken für maximale Bauteilabmessungen bis zu 16 m Länge, 2,60 m Breite und 3,60 m Höhe, bevor der Weitertransport zum Trockenofen erfolgt. Anschließend erfolgt gegebenenfalls noch eine Pulverbeschichtung, die einen weiteren Brennvorgang nach sich zieht. Für die Beförderung der großen und schweren Bauteile von Station zu Station sorgt oben genanntes Hängekransystem, das mit insgesamt sechs großen Energieführungsketten von Tsubaki Kabelschlepp ausgerüstet ist.

In der Beschichtungsanlage sind verschiedene Energieführungssysteme verbaut. Die Wartung wird im Rahmen des MOR-Servicepakets durchgeführt.

„Die Energieführungssysteme sind ein ganz wesentlicher Teil der Anlage“, erläutert Sebastian Hüer, Leiter Wartung und Instandhaltung bei WOB. Wie wesentlich, zeigt sich besonders im Schadensfall: „Wenn eine Kette defekt ist, steht unsere Produktion im schlimmsten Fall für mehrere Tage still.“ Aus diesem Grund hat sich der Lohnbeschichter für den Instandhaltungsservice von Tsubaki Kabelschlepp entschieden, in dessen Rahmen der Hersteller die Energieführungsketten im jährlichen Turnus inspiziert und wartet. Der Vorteil für WOB: Ausfallrisiken werden verringert, Schäden vorgebeugt und Stillstandszeiten vermieden.

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Regelmäßige Inspektionen erhöhen Anlagensicherheit

„In den beiden Pufferumsetzern kommen zwei Energieführungen unserer M-Serie zum Einsatz und im Bereich der Tauchbecken eine Kette der Master-Serie. Sie sind alle jeweils knapp 32 m lang“, so Patrick Kleusberg, Servicetechniker bei der Tsubaki Kabelschlepp. „In der Verschiebebrücke sind dann noch drei weitere Energieführungen der Serie Uniflex Advanced mit einer Länge von 23 m verbaut.“ Die bei WOB eingesetzten Energieführungsketten wurden für den vorliegenden Anwendungsfall ausgesucht; so eignet sich zum Beispiel die M-Serie besonders für die Anwendung in Hallen-Prozesskranen. Zwar sind die Systeme laut Hersteller robust und ausfallsicher, trotzdem ist eine regelmäßige Inspektion sinnvoll.

„Die Energieführungsketten haben eine hohe Qualität. Aber selbst das beste Produkt ist vor Verschleißerscheinungen nicht gefeit“, betont Hüer. „Um auf Nummer sicher zu gehen, nehmen wir nun seit einiger Zeit den MRO-Service von Tsubaki Kabelschlepp in Anspruch.“ Derzeit erfolgt bei WOB eine jährliche Inspektion der Anlage. Dabei prüft der Techniker alle Energieführungssysteme – er fährt die Ketten über die gesamte Länge ab und untersucht Kabel und Verschleißteile. Eventuelle Mängel, Risiken oder ein potenzieller Optimierungsbedarf werden erkannt und für den Anwender erfasst. Zudem erfolgt eine Bewertung des technischen Zustands aller Energieführungssysteme. „Bei diesem Termin geht es um die Ermittlung des Reparatur- und Wartungsbedarfs, wobei wir kleinere Reparaturen dank mitgeführter Ersatzteile auch direkt durchführen können“, erläutert Patrick Kleusberg. „So lassen sich Ausfallzeiten minimieren und größere Schäden entstehen gar nicht erst.“ Die durchgeführten Arbeiten werden auf Wunsch in Form von Wartungsprotokollen dokumentiert, die der Anwender dann im Rahmen des unternehmenseigenen Qualitätsmanagements oder für Zertifizierungszwecke weiterverwenden kann.

Bei der jährlichen Inspektion prüft der Techniker alle Energieführungssysteme auf Herz und Nieren – er fährt die Ketten über die gesamte Länge ab und untersucht Kabel und Verschleißteile.

Die Inspektion erfolgt angepasst an die Zeitpläne und Wünsche des Anwenders: Die Techniker arbeiten zu jeder Tages- und Nachtzeit und auch an Wochenenden sowie Feiertagen – idealerweise angepasst an den geplanten Stilstandszeiten der Anlage.

Mit Predictive Maintenance Schäden früh erkennen

Schäden erkennen, bevor sie auftreten, ist das Ziel des MRO-Service von Tsubaki Kabelschlepp. Hüer kann einige Beispiele nennen, bei denen sich die vorausschauende Wartung, sprich: Predicitive Maintenance, für WOB bezahlt gemacht hat: So schliff eine Energieführungskette unbemerkt an den festverlegten Kabeln einer Krananlage, sodass die Leitungs-isolierung in dem Bereich bereits stark beschädigt war. Dies wurde bei der Inspektion erkannt, bevor ein größerer Schaden entstehen konnte.

Generell ist der Leiter Wartung und Instandhaltung zufrieden mit dem MRO-Service von Tsubaki Kabelschlepp: „Wir sind sehr froh, dass der Hersteller das aus einer Hand anbietet. Mit den jährlichen Inspektionen können wir gewährleisten, dass die Anlage stets sicher ist – das ist nicht nur ein gutes Gefühl, sondern dank der Vermeidung von Stillstandzeiten auch ein geldwerter Vorteil.“

Der MRO-Service greift auch im akuten Schadensfall, da zwangsläufig nicht alle Probleme im Vorhinein abwendbar sind. Weiterhin unterstützen die kompetenten Techniker auch dann schnell und unkompliziert, wenn in der betreffenden Anlage keine regelmäßigen Inspektionen durchgeführt werden. Selbstverständlich ist es jedoch hilfreich, wenn die Anlage inklusive ihrer Energieführungssysteme bereits bekannt ist. Deshalb führt Tsubaki Kabelschlepp bei Bedarf auch eine Bestandsaufnahme von Anlagen durch: „Viele Anlagenbauer setzen auf die Energieführungsketten von Tsubaki Kabelschlepp“, erläutert Patrick Kleusberg. „Der Endkunde ist mit der Instandhaltung der ihm fremden Lösungen jedoch möglicherweise überfordert. In diesem Fall ermitteln und erfassen wir die verbauten Energieführungssysteme und können so im Problemfall umso schneller reagieren und die Kundenanlagen wieder in Betrieb setzen.“ Das Fazit: Vorsicht ist besser als Nachsicht – das gilt auch und gerade für Energieführungssysteme. ag

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