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Formkörper und mehr

Die Späh-Gruppe im Porträt

Vom oberschwäbischen Scheer an der Donau aus versorgt das Unternehmen Karl Späh weltweit eine Vielzahl verschiedener Branchen mit seinen mechanisch gefertigten Zulieferteilen aus Elastomeren und technischen Kunststoffen. Im Mai diesen Jahres feierte es sein 50-jähriges Bestehen. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker nimmt dies zum Anlass, die Firmengruppe und ihr aktuelles Portfolio vorzustellen.

Mit dem Wasserstrahl geschnittene Kunststoff- und Elastomerteile sind eine Spezialität von Späh.

Es ist schon eine Weile her, dass ein junger Mann namens Karl Späh in seinem heimischen Keller im süddeutschen Städtchen Mengen Gummidichtungen eigenhändig zugeschnitten hat. Genau 50 Jahre, um genau zu sein. Den vom Gründergeist erfassten Späh wurde es allerdings rasch zu eng in seinen vier Wänden, weshalb er den Entschluss fasste, am 1. Mai 1964 das Familienunternehmen Karl Späh ins Leben zu rufen. Während die ersten Dichtungen in Serie dann zunächst mit kleiner Mannschaft entstehen, mietet man sich schon bald darauf zusätzliche Räume in einer ehemaligen Schreinerei in Mengen. Das war jedoch kaum mehr als eine Übergangslösung, denn die raschen ersten Erfolge ermöglichten es dem Unternehmer, bereits 1966 eine 2.000 m² große Fabrikhalle am heutigen Standort in Scheer an der Donau zu errichten. Und schon wenige Jahre danach (1972) beschäftigte Karl Späh 150 Mitarbeiter – ein klares Indiz für das außergewöhnlich schnelle Wachstum des Unternehmens.

Seit 1967 arbeitet Alfred Späh, der heutige geschäftsführende Gesellschafter, im Unternehmen mit; und seit 1971 ist er Mitgesellschafter und steht seinem Vater bis zu dessen Tod im Jahre 1999 mit unternehmerischem Sachverstand zur Seite. Bereits 1985 übernahm er die Geschäftsleitung. Unter seiner Regie wird der eingeschlagene Expansionskurs konsequent fortgesetzt und Späh zur Unternehmensgruppe mit nunmehr vier Standorten in Deutschland ausgebaut. Seit 2006 unterstützt ihn seine Tochter Sandra in der Geschäftsführung der Gruppe, und 2011 tritt auch sein Sohn Thomas als Gesellschafter in das erfolgreiche mittelständische Unternehmen ein.

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Im Jahr des Jubiläums zeigt sich der Stammsitz der Späh Gruppe als ein durch kontinuierliche Expansion geprägter, hoch moderner Unternehmensstandort mit über 15.000 m² Nutzfläche. Mit den baulichen Aktivitäten einher gingen und gehen dabei stets die Investitionen in Maschinen und Anlagen. Eine wichtige strategische Entscheidung fiel schließlich 1986: „Während der eigene Werkzeug- und Formenbau und die permanente Weiterentwicklung der Stanztechnologie von Beginn an zu unseren wichtigsten Standbeinen gehören, haben wir in diesem Jahr auch die spanabhebende Bearbeitung von Kunststoffen gestartet. Dieser Fertigungsbereich wurde durch die Anschaffung moderner CNC-Bearbeitungszentren bis heute kontinuierlich ausgebaut“, berichtet Alfred Späh.

Ein weiterer Technologiesprung erfolgt 1991 mit dem Einstieg in die hochpräzise Wasserstrahltechnologie. Sie bildet inzwischen – neben der Stanzerei – ein wichtiges Produktfeld der Unternehmensgruppe. Weitere Produkt- und Fertigungsbereiche wie die Herstellung von Siebdruckdichtungen, auf Band belassener Formstanzteile, groß dimensionierter Kunststoff-Plotterteile oder der innovativen Wave-Akustikmodule kommen im Laufe der Jahre hinzu.

Zur Späh Gruppe gehören heute neben dem Stammhaus in Scheer – und einer Repräsentanz in China – drei weitere Firmen: Die Karl Popp GmbH in Bad Bevensen, die Quadriga Dichtungs-GmbH in Norderstedt und die Schippl Dichtungen GmbH in Welden. Das Produkt- und Zulieferspektrum erstreckt sich über alle Unternehmen hinweg von Flachdichtungen und Stanzteilen aus Gummi und Kunststoffen über Dreh- und Frästeile aus thermoplastischen Standard- und Hochleistungskunststoffen (auch PTFE) bis hin zu Gieß- und Formteilen aus Polyurethan sowie wassergestrahlten Präzisionsteilen (auch dicke, zellige und weiche Materialien). Außerdem gehören dichtungstechnische Sonderteile wie etwa Kupferringe, Gummiformartikel, Spritzgussteile oder Schlauchringe zum Portfolio. Und wer „einfach nur“ Halbzeuge aus technischen Kunststoffen oder Elastomeren benötigt, der findet in den über 5.000 am Lager vorrätigen Materialvarianten des Unternehmens möglichweise die gewünschten Folien, Platten, Rollen, Rohre oder Stäbe. Eine gewisse Sonderrolle im Sortiment der Späh Gruppe spielt die Produktlinie Wave. Dabei handelt es sich um designorientierte Raumakustik-Elemente für die Gebäudetechnik (siehe Infobox).

Den Erfolg der vergangenen 50 Jahre führt Alfred Späh „maßgeblich auf eine breit gefächerte, loyale und vor allem zufriedene Kundschaft zurück. Dabei war es schon meinem Vater wichtig, mit strategischen Zielsetzungen die Geschäftsverbindung zum Technischen Handel als Absatzmittler zu suchen. Die langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft ist der beste Beweis für diese gut gewählte Verbindung“, sagt er. Heute beschäftigt das Familienunternehmen Späh über 340 Mitarbeiter, in der Gruppe über 550 Beschäftigte und beliefert weltweit über 5.000 aktive Kunden mit auftragsbezogen gefertigten Zeichnungsteilen.

Allein in 2013 produzierte das Unternehmen über eine Milliarde Stanzteile. Das führte im vergangenen Jahr unter anderem zu Rekordumsätzen von über 42,8 Millionen Euro in Scheer sowie 62,2 Millionen Euro in der gesamten Gruppe. „Aufgrund der guten Wirtschaftslage erwarten wir auch für das Jubiläumsjahr weitere Umsatzsteigerungen“, sagt Alfred Späh. ms

Ästhetisch anspruchsvoll

Seit 2009 führt Späh unter der Bezeichnung Wave in seinem Produktsortiment hochwertige, optisch sehr ansprechende Formkörper, die die Akustik von Räumen durch Absorption, Streuung und gezielte Reflexion verbessern. Die wellen- und spiralförmig gestalteten Module sind sehr wirksam und werden als Decken-, Raumteiler- und Baffles-Elemente angeboten, die Innenräume auch im Zusammenspiel mit Lichtkörpern funktionell und ästhetisch aufwerten.

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