Zulieferer

Schaeffler mit gutem Jahresauftakt

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler ist gut in das Geschäftsjahr 2016 gestartet. In den ersten drei Monaten 2016 lag der Umsatz mit 3,3 Milliarden Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die Sparte Automotive wuchs erneut stärker als der Markt. Schwierig blieb es für die Sparte Industrie.

Die Schaeffler-Zentrale in Herzogenaurach.

Das Automotive-Geschäft verzeichnete ein Umsatzwachstum von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (währungsbereinigt +5,0 Prozent) und übertraf damit erneut das Wachstum der weltweiten Produktionsstückzahlen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (+0,9 Prozent). Aus regionaler Sicht trug vor allem die starke Nachfrage in China und Asien/Pazifik zum Umsatz-Plus bei. Sehr erfolgreich entwickelte sich zudem das Aftermarket-Geschäft. Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG, sagte: "Wir sind trotz eines herausfordernden Umfelds gut in das neue Jahr gestartet. In unserem Automotive-Geschäft wachsen wir währungsbereinigt weiterhin deutlich schneller als der Markt."

Die Umsätze im Industriegeschäft sanken um 6,9 Prozent (währungsbereinigt -5,5 Prozent). Während einzelne Sektoren, wie z.B. Windenergie und Zweiräder, deutliche Wachstumsraten verzeichneten, wirkten sich die niedrigen Rohstoff- und Ölpreise und die damit verbundenen konjunkturellen Unsicherheiten vor allem im Sektor Rohmaterialien sowie im Händlergeschäft negativ auf die Umsatzentwicklung aus. Klaus Rosenfeld erläuterte: "Das Umfeld im Industriebereich bleibt schwierig. Wir arbeiten im Rahmen des Programms 'CORE' weiter mit Hochdruck daran, die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriegeschäftes zu verbessern."

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In den vier Regionen der Schaeffler Gruppe verlief die Umsatzentwicklung unterschiedlich. Die Umsätze in der Region Europa sanken leicht um 0,5 Prozent (währungsbereinigt: +0,2 Prozent). Die Region Americas verzeichnete einen Umsatzrückgang von 5,6 Prozent (währungsbereinigt: -0,1 Prozent). Hier spiegelte sich neben dem schwachen Industriegeschäft auch die unsichere wirtschaftliche Lage Brasiliens wider. Getrieben durch das gute Automotive Geschäft stiegen die Umsätze in den Regionen Greater China und Asien/Pazifik trotz negativer Währungsumrechnungseffekte deutlich um 5,5 Prozent (währungsbereinigt: +8,0 Prozent) bzw. 9,9 Prozent (währungsbereinigt: +13,4 Prozent).

Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) verzeichnete einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,0 Prozent auf 421 Millionen Euro. Die EBIT-Marge gemessen am Umsatz bewegte sich mit 12,6 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau. Das Konzernergebnis konnte um rund 52 Prozent auf 253 Millionen Euro (Vj.: 167 Millionen Euro) gesteigert werden. Finanzvorstand Dr. Ulrich Hauck erklärte: "Die Verbesserung des Konzernergebnisses ist vor allem auf das deutlich verbesserte Finanzergebnis zurückzuführen." Das Finanzergebnis betrug im 1. Quartal 2016 minus 65 Millionen Euro (Vj.: minus 176 Millionen Euro). Im Vorjahr war das Finanzergebnis durch Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der vorzeitigen Ablösung von Anleihen beeinflusst.

In den ersten drei Monaten 2016 erwirtschaftete die Schaeffler Gruppe einen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 206 Millionen Euro (Vj.: 184 Millionen Euro), was einer Verbesserung von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Die Investitionsauszahlungen betrugen 318 Millionen Euro (Vj.: 244 Millionen Euro). Die Investitionsquote (Investitionsauszahlungen im Verhältnis zum Konzernumsatz) lag auf dieser Basis bei 9,5 Prozent (Vj.: 7,3 Prozent). Insgesamt ergab sich so ein Free Cash Flow von minus 112 Millionen Euro (Vj.: minus 60 Millionen Euro).

Die Netto-Finanzschulden betrugen zum 31. März 2016 4,9 Milliarden Euro (31. Dezember 2015: 4,9 Milliarden Euro). Auf dieser Basis lag der Verschuldungsgrad vor Sondereffekten zum Quartalsende bei 2,1 (31. Dezember 2015: 2,1). Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte am 28. April 2016 das Unternehmensrating für die Schaeffler AG von BB- auf BB angehoben. Die Verbesserung des Ratings resultierte aus der Ent-schuldung der Schaeffler AG aus den Erlösen des Börsengangs im Oktober 2015 und der erfolgreichen Platzierung von weiteren Vorzugsaktien im April 2016.

Das Unternehmen bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2016. Die Schaeffler Gruppe rechnet für das Gesamtjahr mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent, einer EBIT-Marge von 12 bis 13 Prozent vor Einmaleffekten und einem Free Cash Flow von rund 600 Millionen Euro. kf

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