Maschinenbau-Netzwerk

Qesar vernetzt Maschinenbauer und Zulieferer

Qesar ist eine unabhängige industrielle Kooperation für den Maschinenbau und dessen Zulieferindustrie und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das „Netzwerk exzellenter Lieferanten“ (Nexel) weiter auszubauen und alle Partner zu betreuen.

Faltstern einer Bechermaschine (Bild: Michael Hörauf Maschinenfabrik)

Der Maschinen- und Anlagebau besteht zunehmend aus straff auf ihre Kernkompetenzen orientierten Unternehmen. Zur Realisierung dieser Strategie ist es erforderlich, externes Knowhow aufzubauen und dafür das bisherige Lieferanten-Kundenverhältnis auszuweiten. Ziel ist es, das gesamte Knowhow sowohl der Zulieferindustrie als auch der Maschinen- und Anlagenbauer im Rahmen langfristig stabiler Verhältnisse zu bündeln.

Kooperation zur besseren strategischen Positionierung

Um diesen Umgang miteinander zu professionalisieren, hat eine Gruppe unabhängiger Maschinen- und Anlagenhersteller das „Netzwerk exzellenter Lieferanten“, Nexel, initiiert. Betreut und gemanagt wird das Netzwerk von Qesar aus Bensheim. Im Mittelpunkt stehen die offene Kommunikation über Lösungen, das gemeinsame Finden von Ansätzen und das Teilen von Erfahrungen, um eine verbesserte strategische Positionierung im internationalen Wettbewerbsumfeld zu erreichen.

„Unsere Aufgabe besteht darin, die Best-Practice-Kooperation zwischen den Partnern und ihren Zulieferern mit möglichst großen Vorteilen für alle Beteiligten zu organisieren“, sagt Jochen Latz, Geschäftsführer von Qesar. Impulsgeber sind 26 Unternehmen des Maschinen- und Anlagebaus aus Deutschland mit zusammen mehr als 12.000 Mitarbeitern und einem Beschaffungsvolumen von rund 500 Mio. € pro Jahr. Kooperationspartner des Netzwerks sind darüber hinaus 130 Zulieferer.

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Im gesamten Netzwerk werden gemeinsame Projekte zwischen Maschinen- und Anlagebauern sowie deren Zulieferern angestoßen. Diese betreffen unterschiedliche Bereiche wie Konstruktion, Produktion, Marketing, Service, Administration oder Management, um einen Knowhow-Transfer zwischen allen Beteiligten herzustellen. Aufgabe von Qesar ist es, das Netzwerk weiter auszubauen und alle Partner zu betreuen. Die zentrale Veranstaltung für die Kommunikation ist das Nexel-Symposium, welches erstmalig am 21. September 2017 stattfand.

Vernetzung auf vielen Ebenen

„Wir setzen auf unterschiedlichsten Ebenen an, um die Ergebnisse unserer Kooperationspartner sowohl quantitativ als auch qualitativ zu verbessern“, ergänzt Matthias Schäfer, Geschäftsführer von Qesar. Quantitativ erfolgt dies über die Strukturierung und Bündelung von Volumina und die Unterstützung des Beschaffungsmarketings zwischen Maschinenbauern und Zulieferern.

Qualitativ arbeitet man auf die strategische Weiterqualifikation aller Beteiligten hin, und zwar durch Erkennen wichtiger Trends sowie die rechtzeitige Reaktion hierauf. Auf Vorschläge aus dem Netzwerk heraus werden Themen von übergreifendem Interesse aufgenommen, in Form von Projekten von den Maschinen- und Anlagenbauern und ihren Zulieferern gemeinsam behandelt und die Ergebnisse interessierten Partnern zur Verfügung gestellt.

IT-Bedrohungen in Industrieanlagen

Jens Wiesner vom Referat Cyber-Sicherheit in Industrieanlagen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik präsentierte eine Übersicht über heutige IT-Gefahren. Zahlreiche Fallbeispiele belegen, dass viele Unternehmen sich auf solche Gefahren nicht ausreichend vorbereiten und nur unzureichend Maßnahmen zur Abwehr sowie zur Schadensbegrenzung ergreifen. Die Schäden sind teils enorm. Attacken können heutzutage auch durch andere Kanäle als das Internet erfolgen. Alle möglichen „intelligenten“ Systeme vom Aquarium über Kopierer, Pumpen, USB-Sticks und die Laptops von Mitarbeitern bis zu Maschinensteuerungen können dazu missbraucht werden. Zu den wichtigen Einfallstoren gehört auch die Fernwartung. Das Management muss sich darauf einstellen, dass die Bedrohung durch solche Angriffe permanent gegeben ist. Die Einrichtung und Anpassung ausreichender Abwehrmaßnahmen ist daher eine ständige Aufgabe. Hier müssen Unternehmen sich personell und organisatorisch wappnen. Allzu häufig wird ein Angriff entweder gar nicht oder erst sehr spät erkannt.

Für die Hersteller von Systemen mit eigener Steuerung kommen noch weitere Aspekte ins Spiel, da sie gegenüber ihren Kunden auch in der Verantwortung für eventuelle Anfälligkeiten des Produkts gegenüber Cyberattacken stehen. Es muss geklärt werden, welche Richtlinien hierfür gelten, welche Zertifizierungen und Sicherheitstests erforderlich sind und welche Pflichten dem Betreiber obliegen. Ratsam ist die Befolgung von BSI-Empfehlungen sowie von Standards wie der ISO/IEC 62443.

Eigene Wege bei der Anlagensteuerung

Als innovativer Mittelstand kann man auch bei der Maschinensteuerung eigene Wege gehen. Dies belegte Ralf Schubert, Geschäftsführender Gesellschafter (Technik) von Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen in Crailsheim, mit seinem Vortrag. Das Unternehmen verzichtet bei den Steuerungen für seine modularen Verpackungsmaschinen auf Schaltschränke. Die Teilmaschinen werden je nach Anforderungsprofil nebeneinander aufgereiht und elektrisch, pneumatisch und mechanisch verbunden – das war‘s. Die Steuerung der einzelnen mechatronischen Systeme erfolgt zentral über einen Bus, in den auch die Bilderkennungssysteme eingebunden sind. Nach diesem Schema lassen sich beispielsweise Anlagen realisieren, die aus bis zu 26 Modulen bestehen und pro Minute bis zu 1.000 Kaffeekapseln erkennen, sortieren und verpacken können.

Was will China – und welche Chancen bieten sich?

Silke Besser von der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung legte dar, dass sich China zur modernen Industrienation entwickelt, die Augenhöhe mit dem technisch-wissenschaftlichen Niveau der fortgeschrittenen westlichen Nationen anstrebt. Bis zum Jahr 2025 will man unter anderem auf den Feldern IT-Technologien, Robotik, Luft- und Raumfahrt sowie Biotechnologie das westliche Niveau erreichen. Der Anteil der F&E-Ausgaben am BIP wächst seit Jahren und übertrifft mittlerweile zwei Prozent. Gleichzeitig steigen die Patentanmeldungen ebenso wie die Beteiligung chinesischer Unternehmen an Firmen in aller Welt kontinuierlich an. Deutschland ist ein Zentrum für chinesische Investitionen, wozu auch die Übernahme etlicher Unternehmen des Maschinenbaus gehörte. China wird sich sicherlich künftig mehr und mehr als Wettbewerber bemerkbar machen. Die chinesischen Megatrends – qualitatives Wirtschaftswachstum, ökologische Nachhaltigkeit sowie technologische Modernisierung – bieten deutschen Unternehmen jedoch auch Chancen. Das Land wird auch in Zukunft einen hohen Technologiebedarf haben und als finanzstarker Kunde auftreten. Auch eröffnen sich Chancen für Kooperationen mit chinesischen Partnern sowie mit Akteuren gerade auch in Drittländern entlang der sogenannten OBOR-Korridore – der neuen Seidenstraße von China bis nach Europa und Afrika.

Maschinenintegration von Robotern

Zur modernen Maschine gehört zunehmend auch eine entsprechende Automation. Entscheidende Kernstücke dieser Lösungen sind Roboter. Maschinenhersteller müssen sich daher mit der Frage beschäftigen, wie sie diese beschaffen und in ihre sonstige Anlagentechnologie integrieren können. Hierzu stellte Prof. Dr.-Ing. Thomas Pospiech von der Hochschule Heilbronn aktuelle Konzepte und Lösungen vor.

Interessenten haben prinzipiell die Wahl zwischen der Entwicklung eines eigenen Roboters, dem Kauf und der Komplettierung einer Robotermechanik, dem Kauf eines fertigen Robotersystems oder einer kompletten Integration. Wesentliche Hürde ist die Beschaffung der für eine gegebene Mechanik erforderlichen Transformationen, der Vorgaben für die synchronen Bewegungen der einzelnen Achsen, damit sich der Greifer entlang einer bestimmten Bahn bewegt. Diese komplexen mathematischen Lösungen müssen als Bibliothek pro Robotertyp einmalig entwickelt werden. Oft werden sie vom SPS-Lieferanten bezogen. Bezüglich der Integration ist zwischen einer „kopierten Integration“ – mit eigenem Handbediengerät bzw. eigener Programmiereinheit des Roboterherstellers – und einer vollständigen Integration zu unterscheiden. Letzteres bedeutet, dass der Roboter von der Maschinensteuerung in Form von sechs einzelnen, mechanisch gekoppelten Servomotoren interpretiert werden kann. am

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