ABW

Werte statt Krise

lautet das Motto von ABW - der oberösterreichische Lohnfertiger zeigt seit mittlerweile 40 Jahren, dass sich Kontinuität und Wertbeständigkeit gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten auszahlen. Wenn man mit dem Geschäftsführer Josef Paarhammer über die ABW spricht, merkt man schnell, dass er nicht erst seit letzter Woche hier arbeitet. 32 Jahre ist es her, seit er als Lehrling zum ersten Mal die Automatendreherei Brüder Wieser in Mondsee betreten hat. Seine Unternehmensphilosophie die da lautet: "Wer bei uns als Lehrling anfängt, soll auch die Möglichkeit haben, hier in Pension zu gehen." betrachtet Paarhammer als einen der Schlüssel des wirtschaftlichen Erfolges von ABW. Ein weiterer Eckpfeiler ist, laut Paarhammer, jeden Mitarbeiter die Möglichkeit zu bieten, Verantwortung zu übernehmen. "Bei uns wird von der Arbeitsvorbereitung über den Einkauf bis hin zur Fertigung in der jeweiligen Maschinengruppe eigenständig gearbeitet. Somit können Aufträge schneller und kostengünstiger abgewickelt werden". "Ein sicherer Job ist eine Grundvoraussetzung, die bei uns sehr viel ernster genommen wird als heute üblich ist.", so Paarhammer weiter. Das zeigte sich im Krisenjahr 2009, als die Umsätze um 35 Prozent einbrachen, aber kein einziger Mitarbeiter gekündigt wurde. "Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten ein sehr gesundes und kontinuierliches Wachstum erlebt und können uns seit 1990 über 500 Prozent Umsatzplus bei einem lediglich um 50 Prozent gestiegenen Mitarbeiterstand freuen. Auch nach diesem schwierigen Jahr haben wir eine Eigenkapitalquote von 78 Prozent und sind vollständig schuldenfrei."

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Asien als Herausforderung

Josef Paarhammer: "Wir müssen uns natürlich genau so mit asiatischen Billiganbietern vergleichen lassen wie jeder andere Mitbewerber. Der Preis ist für viele das bestimmende Element und da wird man in Billiglohnländern schnell fündig." Allerdings nur in erster Näherung. "Viele Kunden sind nach einigen Jahren Erfahrung mit asiatischen Anbietern wieder auf uns zurück gekommen, wobei die Gründe bei weitem nicht nur in den oft zitierten Qualitätsunterschieden zu finden sind. Mindestens ebenso wichtig sind Termin- und Liefertreue, kompetente Ansprechpartner und ein Problemlösungsbewusstsein, das eben erst mit Jahrzehnte langer Produktionserfahrung erreichbar ist."

Hohe Produktivität dank Erfahrung

Wer sogar im schwierigen Jahr 2009 jährlich 23 Millionen Drehteile fertigt, braucht einen hochmodernen Maschinenpark, bei dem der Fokus auf den aktuell schnellsten CNC-Drehzentren liegt. So sollte man jedenfalls meinen. Bei ABW stimmt das nur bedingt. Ein Gang durch die 2006 erweiterte Fertigungshalle zeigt zwar viele moderne Maschinen namhafter Hersteller, viel interessanter sind aber die rund zwei Dutzend kurvengesteuerten Drehautomaten. Diese Maschinen wirken fast schon archaisch und sind bis zu 40 Jahre alt. Den fragenden Blick der Besucher beantwortet Josef Paarhammer mit einem simplen Vergleich: "Es gibt Drehteile wo eine CNC-Anlage pro Stunde maximal 100 Stück fertigt, da schafft ein alter Kurvenautomat bis zu 1.000. Natürlich erreicht man damit nicht die Flexibilität eines CNC-Drehzentrums, aber ein großer Teil unserer Aufträge kann damit perfekt produziert werden." Und genau hier macht sich die langfristige Investition in die Mitarbeiter bemerkbar. "Für diese alten Maschinen gibt es oft keine Ersatzteile mehr. Unsere langgedienten Spezialisten haben aber zum Teil noch ihre Lehre damit absolviert, die Maschinen gut zu beherrschen und kennen sie nach ein paar Jahrzehnten in- und auswendig. Deshalb haben wir die bestmögliche und schnellste Wartung direkt im Haus und können benötigte Ersatzteile einfach selber herstellen, beziehungsweise werden die neuen Technologien genutzt um diese "alten" Maschinen zu automatisieren". Paarhammer gibt sich überzeugt: "Was wir in unsere Mitarbeiter an Achtung und Wertschätzung investieren, bekommen wir zu 100% von ihnen zurück."

Wachstum mit Bedacht

Ein Ausbau der Produktionskapazitäten ist zwar bei der Nachbargemeinde Oberwang in Bau, man lässt sich aber Zeit damit. Fragt man den Geschäftsführer, warum ABW nicht schon vor fünf Jahren drastisch expandiert hat, hört man dazu "Wachstum ist eine schöne Sache, es sollte aber möglichst gesund ablaufen. Deshalb wird der Neubau auch direkt aus dem Cash-Flow heraus finanziert. Für das aktuelle Jahr sieht es wieder gut aus für ABW. Die 42 Mitarbeiter können sich jedenfalls nicht über zu wenig Arbeit beklagen und. für die Geschäftspolitik von ABW bedeutet das die Bestätigung des eingeschlagenen Weges." lg

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