Drehmomentkugelbuchsen

Erfolg kommt nicht von der Stange

Auch im Maschinenbau werden immer weniger Anlagen von der Stange gefordert. Anwender wollen ihre speziellen Anforderungen optimal erfüllt bekommen und das noch zu einem günstigen Preis. Außerdem müssen die Entwicklungen innerhalb weniger Wochen im Einsatz sein. Um in diesem Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen Spezialisten wie Popp Maschinenbau auf Zulieferer wie Dr. Tretter. Dieser hat nicht nur hochwertige Maschinenelemente im Programm, sondern Lösungen, mit denen Anwender deutliche Effizienzsteigerungen erreichen – wie Drehmomentkugelbuchsen.

Um diese oszillierenden Bewegungen effizient umzusetzen, verbaute Popp Maschinenbau die innovativen Drehmomentkugelbuchsen von Dr. Tretter. (Bilder: Dr. Erich Tretter)

„Hohenlohe ist eine besonders zärtlich ausgeformte Handvoll Deutschland“, formulierte einst der Dichter Eduard Mörike. Der idyllische Landstrich im Nordosten Baden-Württembergs, der durch die Flüsse Kocher und Jagst geprägt ist, beeindruckt aber nicht nur durch seine bezaubernde Landschaft, sondern auch durch seine ganz besondere wirtschaftliche Stärke. In und um Crailsheim und Schwäbisch Hall haben sich eine Reihe mittelständischer Sondermaschinenhersteller angesiedelt, die sich insbesondere mit Verpackungstechnik befassen. Wie die Popp Maschinenbau.

Die Führungsnutbahnen auf der Nut- oder der Drehmomentwelle sind konvex geformt und schmiegen sich auf die ebenfalls konvexe Kugel in der Buchse eng an.

Das 25 Mitarbeiter starke Unternehmen hat sich auf Sondermaschinen für Papierweiterverarbeitung und -handhabung in Verbindung mit Verpackungstechnik spezialisiert. „Unsere Einzel- und Serienmaschinen verarbeiten Papier und Papierprodukte genau nach den speziellen Anforderungen der Kunden“, beschreibt Helmut Popp, Geschäftsführer von Popp Maschinenbau. Sie eignen sich zum Vereinzeln, Ausrichten, Falten, Schneiden, Bekleben und Beschriften. Ergänzend bietet der Hersteller Palettierungsanlagen und Umreifungsmaschinen sowie spezielle Zuführsysteme für Print- und Mediaprodukte an, die sich leicht in Verpackungslinien integrieren lassen. „Unsere Entwicklungen sind der Printindustrie nachgelagert“, erklärt Helmut Popp. Im Jahr liefert der Unternehmer hierfür etwa fünf bis zehn Maschinen aus.

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Zulieferer nehmen besondere Rolle ein

Montiert, in Betrieb genommen und abgenommen werden die Maschinen am Standort in Crailsheim. „Wir kaufen sehr viele Fertigungsteile zu. Dabei sind Zuverlässigkeit, Preis, Termintreue, aber auch eine schnelle Lieferung sehr wichtig für uns“, sagt Helmut Popp. Zulieferer müssen aber auch flexibel auf die sich ständig ändernden Anforderungen reagieren können. Denn die Maschinen sollen nicht nur ihre Aufgabe erfüllen, sondern dem Anwender auch eine Steigerung an Effizienz und Produktivität ermöglichen. Eine intensive Zusammenarbeit besteht deshalb schon seit Jahren mit der Dr. Erich Tretter GmbH aus dem schwäbischen Rechberghausen. Ausschlaggebend dafür ist nicht etwa die räumliche Nähe zu dem knapp 70 Kilometer entfernten Zulieferer, sondern das besondere Portfolio an Maschinenkomponenten, wie den Drehmomentkugelbuchsen, die in einer Pick-&-Place-Einheit für mikrowellengeeignete Verpackungstüten zum Einsatz kommen.

Die Pick-&-Place-Einheit nimmt die in einem Warenträger waagerecht gestapelten Papierbögen über Sauggreifer auf und führen sie zu den jeweiligen Verarbeitungsschritten – wie Leimen oder Falten – und holen sie auch wieder ab. Erst wenn aus den Bögen Verpackungstüten geworden sind, kommen sie in die Verpackungsanlage. „Aus Effizienzgründen erfolgen die Bewegungen der Einheiten aus Aufnehmen, Greifen und Ablegen nicht nur extrem schnell, sondern auch oszillierend“, beschreibt der Geschäftsführer. „Damit können wir kontinuierliche Material-flüsse realisieren – ohne Leerfahrten.“ Um diese oszillierenden Bewegungen effizient umzusetzen, verbaute Popp Maschinenbau Drehmomentkugelbuchsen von Dr. Tretter. Die rotations- symmetrischen Maschinenelemente sind freitragend und erfordern damit keine Unterkonstruktion. Sie erreichen Drehungen um jeden beliebigen Winkel.

Doch sie bieten noch weitere Vorteile: Die Führungsnutbahnen sind auf der Nut- oder der Drehmomentwelle konvex geformt und schmiegen sich auf die ebenfalls konvexe Kugel in der Buchse eng an. Bei Belastung und wegen der Schmiegung vergrößert sich die Kontaktfläche, wodurch die Drehmomentkugelbuchse höhere Stoß- und Tragbelastungen sowie Genauigkeiten als herkömmliche Rundführungen zulässt. „Das erklärt die höhere Belastbarkeit einer Drehmomentkugelbuchse gegenüber der Wellen- oder Rundführung“, erklärt Oliver Gößler, technischer Berater bei Dr. Tretter.

Durch die vier achsparallelen Laufrillen auf der Nutwelle hat die Drehmomentkugelbuchse den weiteren Vorteil, Drehmomente aufnehmen oder übertragen zu können.

„Mit diesen Bauelementen können wir somit den Schlitten, der auf den Wellen verfährt, kompakt und gewichtsoptimiert bauen“, erläutert Helmut Popp. Sie benötigen zum Beispiel sehr wenige Kabel. Ein großer Vorteil, um schnelle Taktzeiten zu realisieren. Zudem lassen sich Elektroleitungen durch die Drehmomentwelle führen. Auf dem Schlitten müssen weiterhin auch keine Antriebe mitfahren. Damit wird das ganze System schneller, leichter und kompakter. Der Anwender erhält eine preiswerte Lösung und kann kleinere Antriebe einsetzen, weil sie weniger Masse bewegen müssen.

Um noch schnellere Taktzeiten zu erreichen, lieferte Dr. Tretter für jede Pick-&-Place-Einheit vier Profilschienenführungen aus Aluminium mit einer Länge von jeweils etwa einem Meter. Diese übernehmen die Hubbewegung. „Im Vergleich zu Ausführungen aus Stahl sind sie nicht nur günstiger, was sich auf den Verkaufspreis niederschlägt“, sagt Helmut Popp. „Die Gewichtseinsparung wirkt sich auch positiv auf die gesamte Konstruktion aus.“ Die Aluminiumführungen sind rund 60 Prozent leichter als entsprechende Ausführungen aus reinem Stahl und zugleich rostbeständig. So sind die Einheiten fertig für den Einsatz beim Kunden: „Die Pick-&-Place-Einheiten für die Verpackungen sind mittlerweile schon bei zwei Anwendern – in der Schweiz und in Südfrankreich – sehr erfolgreich im Einsatz.“

Abschließend beschreibt der Geschäftsführer die aktuelle Situation auf dem Markt: „Für uns Maschinenbauer ist der Wind rauer geworden.“ Die Menge an gleichartigen Maschinen gehe deutlich zurück und durch den Wettbewerb sinken die Preise. „Mit einem Zulieferer wie Dr. Tretter können wir diesen harten Bedingungen aber entspannt begegnen“, denkt Popp und nennt den intensiven Austausch als Grundlage für die erfolgreiche Zusammenarbeit. cs

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