Elektronischer Horizont

Schwarmintelligenz für Motorräder

Continental-Entwickler aus Singapur lassen mit dem elektronischen Horizont (eHorizon) künftig nicht nur Autos, sondern nun auch Motorräder und ihre Fahrer um die Ecke blicken: Der eHorizon für Zweiräder vernetzt Biker untereinander, gibt Motorrad-Communities eine gemeinsame Plattform und ermöglicht den Austausch wichtiger Streckeninformationen.

Der eHorizon für Zweiräder vernetzt Biker untereinander, gibt Motorrad-Communities eine gemeinsame Plattform und ermöglicht den Austausch wichtiger Streckeninformationen.

Damit verfolgt das internationale Technologieunternehmen den Gedanken der Schwarmintelligenz, welche die digitale Karte im Backend stets mit aktuellen und exakten Informationen versorgt, wie Ralf Lenninger, Leiter des Continental Geschäftsbereichs Intelligent Transportation Systems erklärt: „Die gespeicherten Daten werden in der Cloud gesammelt und für alle Fahrer zur Verfügung gestellt. So informiert der eHorizon Motorradfahrer frühzeitig über Streckenhindernisse wie Baustellen, Unfälle, Ölspuren, Nässe oder Stau und erhöht so die Sicherheit für sie und alle weiteren Verkehrsteilnehmer.“

Über das vernetzte Motorrad-Display warnt der eHorizon über Gefahrenstellen.

Zur Integration der Software hat Continental ein digitales Kombiinstrument entwickelt, das neben üblichen Informationen wie Geschwindigkeits- und Drehzahlanzeige ein Informationsfeld enthält, mit dem Biker sicherheitsrelevante Informationen zu Verkehr und Wetter sowie Benachrichtigungen über eingehende Anrufe oder Musik erhalten. Die Software priorisiert die Anzeige der Informationen je nach Nutzerpräferenz.

Smartphone-Integration und App fördern kollektive Intelligenz

Um die digitale Karte mit Streckendaten zu füttern, nutzt der Fahrer einen am Lenker befindlichen Schalter, der mit dem Kombiinstrument verbunden ist, wodurch er seine derzeitige Position erfassen und nach der Fahrt mit spezifischen Informationen zum Streckenvorfall hinterlegen kann. Die eingegebenen Daten werden in der Cloud gesammelt, auf einer Ereigniskarte markiert und dann mit anderen Motorradfahrern auf der Strecke geteilt.

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Für diese und weitere Funktionen steht die von Continental entwickelte Smartphone-App zur Verfügung, mit deren Bluetooth Connection Manager das Smartphone mit dem Kombiinstrument gekoppelt werden kann. Die App bietet dann die Möglichkeit, Navigationsziele einzugeben und die Turn-by-Turn-Navigation auf das Cluster zu übertragen. Ebenfalls auf Wunsch werden entgangene Anrufe, die aktuelle Uhrzeit oder der Ladestatus des Mobiltelefons vom Smartphone auf das Display übertragen.

Mit der Bikefinder-Funktion kann der Fahrer sein Motorrad lokalisieren und behält so auch in unübersichtlichen Tiefgaragen den Überblick dank Bluetooth Low Energy und Funk. Auch die im Cluster integrierte Wegfahrsperre kann per App gelöst und die Berechtigung für den Motorstart dank Bluetooth-basiertem Smart Key erteilt werden. Erkennen die Fahrzeugsysteme einen Unfall, senden sie über die Smartphone-Verbindung außerdem automatisch eine Notfall-SMS an einen vorher definierten Kontakt. Damit die ständige Verbindung zwischen Smartphone und Kombiinstrument nicht auf den Handy-Akku schlägt, ist eine USB-Lademöglichkeit vorhanden.

Community-Aufbau für mehr Fahrspaß und Sicherheit

Mit der App bietet Continental die Möglichkeit, Communities aufzubauen und bietet bestehenden Fahrgruppen eine digitale Austauschmöglichkeit. Über die Anwendung können beispielsweise Informationen aller Fahrer einer Gruppe zu gefahrenen Kilometern, besuchten Orten oder sonstige Erfahrungen geteilt werden. Dafür steht eine eigene Webseite zur Verfügung. Dabei ist die Integration von Kombiinstrument und eHorizon nicht auf eine Motorradklasse beschränkt, sodass auch der Vernetzung kleinerer Maschinen nichts im Wege steht. Design und Inhalte der Plattform sind flexibel auf die Anforderungen der Hersteller anpassbar.

Continental stellt den eHorizon für Zweiräder erstmals auf der Consumer Electronics Show (CES) vom 5. bis 8. Januar 2017 in Las Vegas vor. kf

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