Werkzeugbau und Trends

GF Machining Solutions lud nach Schorndorf

GF Machining Solutions hat 2016 wieder zu den „International Solution Days“ nach Schorndorf geladen. Neben dem Thema Industrie 4.0 und dem industriellem 3D-Druck interessierten sich die rund 1.000 Gäste vor allem für innovative GF-Lösungen im Werkzeug- und Formenbau.

Zahlreiche Gäste reisten aus dem Ausland an. Die Vorträge und Präsentationen wurden von Dolmetscher-Teams in 5 Sprachen simultan übersetzt.

Vom 19. bis 21. April 2016 wandelte sich der beschauliche Ort Schorndorf bei Stuttgart zum Zentrum der europäischen Werkzeugmaschinen-Branche: Rund 1.000 Gäste aus 12 Ländern waren der Einladung des Schweizer Technologie-Unternehmens GF Machining Solutions zu den „International Solution Days 2016“ gefolgt. GF zeigte auf über 1.300 qm  Ausstellungsfläche neuste Anwendungen und Entwicklungen im Fräsen, Senk- und Drahterodieren, in der Lasertexturierung und im 3D-Druck.

Die Verkaufsingenieure von GF Machining Solutions standen ihren Geschäftspartnern Rede und Antwort und präsentierten die neusten Innovationen aus dem Hause GF.

Der Name „Solution Days“ ist Programm, wie Heiko Benz, Geschäftsführer GF Machining Solution Deutschland, zum Auftakt der dreitägigen Veranstaltung erklärte: „GF Machining Solutions entwickelt sich konform zur Marktanforderung mehr und mehr vom reinen Maschinen-Hersteller zum Industrie-Partner für integrierte Lösungen.“ Neben vielen Produkt-Innovationen aus dem Hause GF standen somit auch jüngst vielbeachtete Themen wie die additive Fertigung und Industrie 4.0 im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen. „Als Schweizer Unternehmen verfolgen wir den Anspruch, die Innovationsführerschaft bei Schlüsseltechnologien inne zu haben. Wir entwickeln traditionelle Technologien wie das Fräsen und das Erodieren stetig weiter, wir glauben aber auch an neue Trends, wie den industriellen 3D-Druck und die Industrie 4.0. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal. GF Machining Solutions führt diese Neuerungen, gemeinsam mit starken Partnern, von den Prototypen-Laboren hinein in die realen Produktionsprozesse“, führte Benz weiter aus.

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Fabrik der Zukunft

Die rasante Entwicklung hin zur Vernetzung und Digitalisierung der Produktionsprozesse wurde im Schorndorfer Demo-Center von GF Machining Solutions besonders eindrücklich anhand einer vollautomatisierten Multi-Technologie-Zelle dargestellt. Die imposante Anlage, die bei den „Solutions Days“ ihre Weltpremiere feierte, demonstrierte den hochinteressierten Besuchern das tatsächliche Einsatzspektrum von Industrie-4.0-Lösungen. Die Zelle kombiniert Schneid-, Senkerosion und Hochgeschwindigkeits-Frästechnologien mit perfekt aufeinander abgestimmten Zellmanagement-Systemen, intelligenten Sensoren, E-Tracking-Lösungen, einer High-End-Waschmaschine und einer Zeiss-Messanlage. „Das System plant den optimalen Prozess größtenteils selbstständig: Ist Fräsen oder Erosion für die Aufgabe besser geeignet oder ist gar eine Kombination beider Technologien das Mittel der Wahl? Die Multi-Prozess-Planungs-Lösung ist in der Lage, diese Fragen weitgehend ohne Zutun von außen zu beantworten. Die Fertigung läuft ohne Brüche im Datenfluss vollautomatisch, von der CAD-Zeichnung bis zum fertigen Teil - und zwar im 5µ-Bereich“, erklärte Geschäftsführer Heiko Benz. An diesem Ansatz wird klar, dass GF Machining Solutions dem Präzisionsverlust durch Automation keine Chance lässt.

Ein sonniges „Willkommen“ begrüßte die Gäste am Eingang der Deutschland-Zentrale. Die „International Solutions Days 2016“ standen unter einem guten Stern.

Dass GF Machining Solutions die fortschreitende Digitalisierung nicht als Gefahr, sondern als Chance begreift, wurde auch in der Begrüßungsrede des Präsidenten Pascal Boillat deutlich. Eigens zu den „International Solution Days“ aus der Genfer Unternehmenszentrale angereist, betonte er die Bedeutung dieser technologischen Entwicklung: „Wir nehmen bei GF das Thema sehr ernst und stellen uns entsprechend auf.Für Europa ist die Industrie 4.0 besonders wichtig.“ Der Leiter von GF Machining Solutions wandte sich auch mit einem Appell an seine Gäste – „Der Industriestandort Europa kann nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn wir bei der Industrie 4.0 die Vorreiterschaft übernehmen. Wenn wir unseren Kunden in dieser Phase der digitalen Transformation fortschrittliche Lösungen anbieten, ihnen die Möglichkeit geben, wettbewerbsfähig zu bleiben, dann blickt der Produktionsstandort Europa in eine strahlende Zukunft.“

Starkes Europa

Tatsächlich erfreut sich der europäische Werkzeugbau aktuell „guter Gesundheit“, muss aber darauf achten, gegenüber den USA, China oder aufstrebenden Ländern wie Brasilien oder Vietnam nicht ins Hintertreffen zu geraten, wie Dr. Wolfgang Boos, Geschäftsführer der Aachener Werkzeugbau Akademie, in seinem Vortrag am ersten Tag der „International Solution Days“ darlegte: „Als fundamentaler Indikator zeigt die Beschaffung gut auf, wie es um die Werkzeugbauer in Europa bestellt ist. Wir haben bei unserer Studie „World of Tooling“ festgestellt, dass sich Werkzeugbauer im deutschsprachigen Raum verstärkt auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Die Eigenleistung zum Umsatz sinkt tendenziell, ihre Wertschöpfungstiefe hat sich in den letzten Jahren von zirka 80 Prozent auf 70 Prozent reduziert. Doch 75 Prozent aller ihrer Lieferanten befinden sich in einem Umkreis von 300 Kilometer. Das heißt: Wir reden zwar alle vom Mega-Trend Globalisierung, stellen aber fest, dass der europäische Werkzeugbau meist regional, wenn nicht lokal, beschafft. Verkauft wird aber global.“

Herausforderung Innovation

In Schorndorf präsentierte GF Machining Solutions fünf Technologien einschließlich der additiven Fertigung sowie verschiedenste Automationsmöglichkeiten auf über 1300 m2.

Bei allem Optimismus gab es in Schorndorf auch mahnende Worte, die Ole Strachan, Senior Consultant der Beratungs-Gesellschaft Staufen AG, den Gästen mit auf den Weg gab: „Unseren Studien zufolge gilt Deutschland zwar weiterhin als eines der innovativsten Länder weltweit. Doch bahnbrechende Geschäftsmodelle und Innovationen – wie AirBnB, UBER oder Facebook – stammen selten aus Deutschland“. So werde zum Beispiel in China die Industrie 4.0 bereits aktiv gelebt. In Deutschland werde hingegen von vielen Unternehmen davon geredet, wobei aber nur wenige mittelständische Firmen wirklich wissen, was sich hinter dem Hype-Begriff wirklich verbirgt, so der Unternehmensberater. Ole Strachan wies auch darauf hin, dass Innovation kein Selbstzweck ist: „Über 70 Prozent der neu entwickelten Produkte, die auf den Markt gebracht werden, verkommen zum Flopp, wegen Fehlpositionierungen oder verschenkter Potenziale. Aber es lohnt sich durchaus, die jüngsten Entwicklungen genau zu beobachten. Als Fast-Follower kann man auch große Erfolge feiern“, so der Tipp des Branchen-Experten.

Die Zukunft beginnt neu

Als Fast-Follower oder gar Pioniere verstanden sich auch viele Gäste der „International Solution Days“, als sie die neusten Technologieentwicklungen von GF Machining Solutions im Schorndorfer Demo-Center genauestens unter die Lupe nahmen. Neben der vollautomatisierten Multi-Technologie-Zelle, begeisterte vor allem die additive Fertigungsmaschine AM S 290 Tooling die Besucher. Erstmals auf der Messe EMO Mailand 2015 vorgestellt, kommt dieser industrielle 3D-Drucker – entstanden aus der Zusammenarbeit mit EOS, dem Marktführer in Sachen Additive Fertigung – inzwischen zum industriellen Einsatz, beispielsweise bei der Produktion eines Ventils des Schwester-Unternehmens GF Piping Systems. GF Machining Solutions Deutschland-Geschäftsführer Heiko Benz ist von der neuen 3D-Druck-Technologie überzeugt, bremst falsche Erwartungen aber auch ein: „Der industrielle 3D-Druck ist ein Thema, das alle beschäftigt. Manche glauben gar, dass man in Zukunft in der eigenen Garage einbaufertige Ersatzteile für den eigenen PKW oder die heimische Waschmaschine drucken wird, dass traditionelle Fertigung dadurch abgelöst wird. Das wird auf absehbare Zeit nicht der Fall sein. Hingegen sehen wir den 3D-Druck als komplementäre Technologie, die sich aufgrund des enormen Zusatznutzens den das Verfahren bietet rasch zu einer neuen Schlüsseltechnologie für den Werkzeug- und Formenbau entwickeln wird. Deshalb werden wir gemeinsam mit unserem Partner EOS diese Technologie in die industrielle Prozesskette integrieren.“ kf

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