VDMA Ost

Ostdeutsche Maschinenbauer erwarten bessere Geschäfte

Der hoffnungsvolle Jahresauftakt des ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbaus hat sich im zweiten Quartal 2016 fortgesetzt. Wichtige Indikatoren wie Kapazitätsauslastung und Auftragsbestand zeigten erneut nach oben.

Beurteilung der aktuellen Geschäftslage.

Viele Unternehmen erwarten zudem kurzfristig bessere Geschäfte. Das ergab die Konjunkturumfrage für die Monate April bis Juni 2016 unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Indikatoren im ostdeutschen Maschinenbau

„Sieben von zehn Unternehmen bewerteten ihre momentane Gesamtsituation als gut oder sehr gut. Das sind mehr als zu Jahresbeginn“, sagt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost. Diese Entwicklung habe sich in der jüngsten Auftragseingangsstatistik angedeutet, müsse sich in den kommenden Monaten aber weiter festigen. „Erst dann können wir von einem Trend sprechen“, ergänzt Pätz.

Kapazitätsauslastung und Auftragsbestand gestiegen

Unterdessen konnten die Betriebe ihre vorhandenen Produktionskapazitäten erneut besser auslasten. Die durchschnittliche Auslastung stieg im Vergleich zum ersten Quartal 2016 um 1,5 Prozentpunkte auf 87 Prozent.

Fast drei Viertel der Maschinenbauer – und damit etwa 11 Prozent mehr als bisher – registrierten zudem einen besseren oder gleich hohen Auftragsbestand. Zum dritten Mal in Folge stieg dabei die Zahl der Betriebe, die mehr Aufträge verbuchten.

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Stabil zeigte sich zudem das Auftragspolster der Unternehmen. Der aktuelle Auftragsbestand reicht im Durchschnitt für 4,2 Produktionsmonate. Die Planungssicherheit der einzelnen Betriebe unterscheidet sich jedoch teilweise deutlich.

Weltpolitik bereitet Sorgen

Die vielversprechende Entwicklung darf aber nicht über die vielfältigen Probleme der Unternehmen hinwegtäuschen, warnt der Verband. Diese reichen von einem starken Wettbewerbsdruck über eine mangelhafte Verkehrsinfrastruktur und unzureichende Internetanbindung in verschiedenen Regionen bis hin zum schwierigen Anwerben von geeigneten Fach- und Führungskräften sowie Auszubildenden.

Auch die weltpolitischen Rahmenbedingungen bereiten ihnen Sorgen. „Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist für beide Seiten ein Verlust“, bedauert Pätz das Ergebnis des Referendums. Für Deutschland ist das Land einer der wichtigs­ten Absatzmärkte. Das gelte auch für Ostdeutschland. Der geplante Austritt könne nun zu einem Vertrauensverlust bei Investoren führen und sich somit negativ auf den Export niederschlagen. „Der Brexit wird jedoch nicht nur den Handel erschweren. Die EU-Vertreter müssen jetzt auch verhindern, dass das Beispiel Großbritannien Nachahmer findet“, betont Pätz. Wichtig sei vor allem, schnell und verlässlich die Bedingungen für die künftige Zusammenarbeit zu klären und damit die große Unsicherheit auszuräumen.

Dies fordert Pätz auch mit Blick auf die Märkte, in denen die Betriebe in den zurückliegenden Monaten herbe Umsatzeinbrüche hinnehmen mussten. Unter anderem haben ostdeutsche Unternehmen durch den Rubelverfall und das Embargo auf dem wichtigen Absatzmarkt Russland spürbar Anteile verloren. „Dass nun die Wirtschaftssanktionen verlängert werden, hilft niemandem. Viele unserer Firmen haben den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen. Aber der Wettbewerb schläft nicht und wird versuchen, diesen Markt umfassend für sich zu gewinnen“, ärgert sich Pätz.

Blick nach vorn wieder optimistischer

Trotz der Unwägbarkeiten schauen die Firmen wieder etwas hoffnungsvoller in die nahe Zukunft als zuletzt. 87 von 100 Betrieben rechnen im dritten Quartal 2016 mit gleichbleibenden oder besseren Geschäften. Im Vergleich zu bisher glauben vor allem mehr Firmen an eine aufstrebende Entwicklung. Zugleich sank der Anteil der Unternehmen, die schlechtere Geschäfte erwarten, auf den niedrigsten Wert seit dem Sommer 2014. Darüber hinaus setzen die Firmen erwartungsgemäß ihre nachhaltige Personalpolitik fort. Ebenfalls 87 von 100 Unternehmen wollen in den kommenden sechs Monaten ihre aktuelle Mitarbeiterzahl aufrechterhalten oder erhöhen.

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