VDMA-Konjunkturumfrage 1. Quartal

Ostdeutsche Maschinenbauer sind verhalten optimistisch

Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau tritt auf der Stelle. Die wirtschaftliche Lage lässt sich zwar grundsätzlich als zufriedenstellend einschätzen, die entscheidenden Wachstumsimpulse fehlen jedoch. Entsprechend vorsichtig optimistisch ist die Stimmung unter den Unternehmen. Das ergab die Konjunkturumfrage für das erste Quartal 2015 unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Dampfturbine (Bild: Siemens AG Energy Sector)

„Der Maschinenbau ist solide in das Jahr gestartet. Die jüngsten Auftragseingangs-zahlen haben sich positiv entwickelt, der Auftragsbestand hat sich verbessert. Nach wie vor verzögern die Kunden aber Investitionsentscheidungen. Ein nachhaltiger Aufschwung ist daher nicht in Sicht“, sagte Geschäftsführer Reinhard Pätz.

Mehr Firmen mit Auftragsplus

Die zurückhaltende Auftragsvergabe spiegelte sich in der Kapazitätsauslastung wider. Sie sank gegenüber dem Jahresende 2014 um ein Prozent auf 87 Prozent, lag aber erneut über dem langjährigen Branchendurchschnitt von 86,1 Prozent. Auffällig war, dass der Anteil der Unternehmen mit einer Kapazitätsauslastung zwischen 80 und 89 Prozent stieg und im gleichen Maße die Zahl der Firmen mit einer Auslastung zwischen 90 und 99 Prozent sank.

Der Auftragsvorlauf hat sich mit 4,2 Produktionsmonaten auf dem Niveau des Vorquartals eingependelt. Zu beobachten war eine starke Heterogenität innerhalb der Branche: Die Firmen meldeten eine Planungssicherheit von zwei Wochen bis 1,5 Jahre.

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81 von 100 Unternehmen registrierten im ersten Quartal 2015 einen besseren oder gleich hohen Auftragsbestand im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten. Fast die Hälfte aller Betriebe blickte dabei auf eine gleichbleibende Zahl von Kundenaufträgen. Die Zahl der Firmen mit einem größeren Auftragsbestand stieg indes um sieben auf reichlich 36 Prozent. Von dem Auftragsplus profitierten vor allem Firmen mit einer ohnehin überdurchschnittlichen Kapazitätsauslastung.

Hoffnung überwiegt

Angesichts einer zaghaften Inlandsnachfrage, der anhaltenden Wachstumsschwäche im Euroraum und der unsicheren Entwicklung in politischen Krisengebieten beurteilten die Unternehmen des ostdeutschen Maschinenbaus ihre kurzfristigen Geschäftsaussichten nahezu unverändert im Vergleich zum Vorquartal. Knapp 85 Prozent der Unternehmen gehen bis zum Sommer von gleichbleibenden oder besseren Geschäften aus. 15 Pro­zent blickten skeptisch in die nahe Zukunft.

„Obwohl sich wichtige Kundenmärkte wie die USA, China und Teile Europas bereits auf Wachstumskurs befinden, schlägt sich dies noch nicht in den Auftragsbüchern nieder“, zeigte sich Pätz von der Entwicklung enttäuscht. Sicherlich spielten auch die ungelösten Probleme in Russland und den arabischen Staaten eine Rolle.

Mindestlohngesetz bedarf Nachbesserung bei Arbeitgeberhaftung

Auch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zu Jahresbeginn stellt die Branche vor Herausforderungen. „Das Problem ist nicht der Stundenlohn von 8,50 Euro im eigenen Unternehmen. Vielmehr geht es um den neuen Haftungstatbestand, wenn Aufträge an Dritte vergeben werden“, erklärte der Landesverbands-Geschäftsführer. So haftet der Auftraggeber bis zum letzten Glied der Zulieferkette für Verstöße bei der Zahlung des Mindestlohns. „Das sorgt für große Verunsicherung und ist mit einem erheblichen organisatorischen und bürokratischen Aufwand verbunden“, ergänzte Pätz. Ostdeutsche Maschinenbauer seien von der Dokumentationspflicht in besonderer Weise betroffen: Sie beschäftigen im Durchschnitt deutlicher weniger Mitarbeiter als Firmen anderer Regionen – es sei daher ungleich schwerer, die zusätzliche Belastung zu kompensieren.

Aktuelle Zahlen ostdeutscher Maschinen- und Anlagenbau

Unternehmen: zirka 480

Beschäftigte: zirka 79.900

Umsatz 2014: 16,3 Milliarden Euro

Exportquote 2014: 50,7 Prozent

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