Vakuumtechnik

Vakuumtechnik aus Dresden

Seit über 40 Jahren gilt Dresden als weltweit anerkannte Forschungs- und Produktionsstätte für Vakuumphysik und -technik. Einer der Wegbereiter war neben Prof. Manfred von Ardenne die 1960 gegründete Produktions- und Forschungsstätte Hochvakuum Dresden. Hier wurden nahezu alle Vakuumkomponenten, Verfahren für die Vakuumbeschichtungs- und Gefriertrocknungstechnik sowie Anlagen für die Kernenergie entwickelt und produziert. 1990 erfolgte die Bildung der HVD Hochvakuumtechnik Dresden im Besitz der Treuhand. Ein Jahr später wurde das Unternehmen liquidiert; 2.500 Arbeitsplätze standen vor dem Aus.

Es gelang es jedoch, die Treuhand von der Gründung der neuen VTD Vakuumtechnik Dresden zu überzeugen. Ein Kraftakt, der allen persönlichen Einsatz der Gründer Rüdiger Wilberg und Klaus-Dieter Steinborn verlangte. Am 1.7.1991 wurde dann die VTD Vakuumtechnik Dresden aus der Taufe gehoben. Es gelang den Beschäftigten, das Jahr 1991 mit einen Umsatz von 3,6 Mio. DM abzuschließen. Am 1.5.1992 wurde die VTD dann als Management Buy Out – Buy In mit 70 Arbeitsplätzen sowie der Übernahme von 1,5 Mio. DM Altschulden privatisiert.

Unternehmensleitung und Mitarbeiter waren ein Team, das auf dem Gebiet der Entwicklung, Herstellung und Anwendung der Vakuumtechnik die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen besaßen. Dennoch begleiteten zahlreiche Hochs und Tiefs den Weg des Unternehmens in den ersten Jahren. Das Leistungsangebot reichte bei den Vakuumanlagen von der einfachen Laboranlage bis zur vollautomatischen Produktionslinie. Dabei konzentrierte man sich zuerst auf die Anlagenherstellung zur PVD-Hartstoffbeschichtung von Metallen. Flexibel wurde das Leistungsprogramm aber den neuen Markterfordernissen angepasst, und modifizierbare Vakuumanlagen für die umweltbewusste Beschichtung von Kunststoffen entstanden. Etwa 60 Prozent vom Gesamtanlagenbau umfasst dieser Produktionssektor heute. Inzwischen wurden 12 neue Anlagentypen entwickelt und 34 neue Patente angemeldet.

Anzeige

1992 kam es erstmals zum Kontakt mit einem der heutigen Hauptkunden – der Firma Hella Lippstadt. Es vergingen aber fast zwei weitere Jahre, bis VTD die ersten beiden Aufträge erhielt. Von der gemeinsamen Neuentwicklung, der Kurztaktbeschichtungsanlage Meta Rot 500 (Bild 2) sind bereits mehrere Anlagen weltweit im Einsatz. Für 2006 ist die Lieferung von vier weiteren Anlagen geplant.

Als ein Hauptkunde 1996 auf einen Schlag fünf Anlagen bestellte, war der Kreditrahmen der VTD ausgeschöpft. Die Anzahlungen der Industriekunden froren die damaligen Banken ein. So hatte man keine Mark mehr, um die Durchlaufzeit einer Anlage von rund fünf Monaten zu finanzieren. In dieser Situation halfen keine Banken oder staatlichen Stellen, hier half nur gegenseitiges Vertrauen und Verständnis unter den Industriepartnern. Dieses Verständinis wurde VTD von mehreren Kunden entgegengebracht.

Nach und nach machte sich VTD einen Namen auf dem Weltmarkt. 1998 erreichte das Unternehmen schließlich einen Exportanteil von 30 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt war erkennbar, dass die VTD ihr wirkliches Potenzial erst mit einem soliden Partner ausspielen konnte. Also begab man sich auf die Suche. Im gleichen Zeitraum wurde versucht, auf dem US-Markt Fuß zu fassen, was zunächst auch gelang. Aber bald stellt man fest, dass dies nur mit einer eigenen Vertretung und einem Vorortservice zu bewältigen war.

Ende 1999 sprachen die Geschäftsführer von IST Metz und VTD erstmals über eine Beteiligung an der Firma. 2001 lieferte VTD die erste große Präzisionsoptikanlage an IST Metz. Ein großer Erfolg für beide Seiten. Es kam es zum Folgeauftrag für eine noch größere Vakuumanlage. Die Jahre 2000 bis 2002 waren gekennzeichnet durch eine weitere Konsolidierung der VTD. Stabile Umsätze in den Bereichen Optik, Metallisierung und Hartstoffbeschichtung wurden erzielt. Die VTD schrieb vorsichtige schwarze Zahlen. Der Exportanteil in dieser Zeit wuchs auf 40 Prozent Die Exportmärkte waren und sind Asien, fast alle EU-Länder, die Schweiz sowie Nord- und Südamerika.

Das Miteinander von VTD und der IST Metz-Gruppe führte 2003 zu engeren Kontakten. Rückwirkend zum 1.1.03 erwarb die Metz-Holding 94 Prozent der VTD-Anteile. Das Jahr 2004 war für VTD dann gekennzeichnet durch eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent. Der Export stieg auf fast 60 Prozent und über 30 Länder wurden beliefert. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 74 plus drei Azubis (2005). Mit der Investition in eine neue Fertigungshalle am alten Standort wurde die Situation in der Anlagenfertigung wesentlich verbessert.

In 2005 sind Umsatz und Gesamtbetriebsleistung zweistellig gewachsen. Stolz verweist das Unternehmen auf die eigene Vertretung und den eignen Service in den USA. In der nun fast 15jährigen Geschichte der VTD konnten 2004 und 2005 eine Gewinnbeteiligung auf das Betriebsergebnis an alle Mitarbeiter ausgeschüttet werden. Der Auftragsbestand für das Jahr 2006 ist so gut wie noch nie. ms

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Vakuumbeschichtungstechnik

Eine Barock-Perle

ist Dresden. Aber auch als weltweit anerkannte Forschungs- und Produktionsstätte für die Vakuumphysik und -technik eilt Sachsens Hauptstadt ein guter Ruf voraus. Als einer der Wegbereiter gilt die 1960 gegründete Firma Hochvakuum Dresden.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Spannmittel

Spanntechnik für Schwerzerspanung

Ein Hersteller von warmgewalzten Spezialprofilen suchte für die Schwerzerspanung ein Spannmittel, mit dem sich unter anderem die Vibrationen beim Zerspanprozess minimieren lassen. Zudem waren hohe Flexibilität sowie Zuverlässigkeit gefragt.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige