Laserpionier Dr. Paul Seiler geehrt

Schawlow Award an ehemaligen Trumpf Geschäftsführer

Dr. Paul Seiler, ehemaliger Geschäftsführer der Trumpf Laser GmbH, ist vom Laser Institute of America (LIA) für sein herausragendes Lebenswerk in der industriellen Lasertechnik mit dem Schawlow Award ausgezeichnet worden.

Paul Seiler (Mitte) erhält von LIA-Vertreter Jim Naugle (links) auf der Messe Laser 2017 in München ein Schreiben. Inhalt: „Sie wurden für den Schawlow Award ausgewählt“. Trumpf-Vertriebsleiter Klaus Löffler (rechts) freut sich mit dem ehemaligen Trumpf-Geschäftsführer über dessen Würdigung. (Bild: Trumpf)

Die wichtigste Auszeichnung auf dem Gebiet der industriellen Lasertechnik in Amerika krönt Seilers Wirken und seinen Beitrag zur deutschen sowie internationalen Lasertechnik. "Die Auszeichnung ist eine große Ehre für mich", so Seiler, "der Laser und seine Möglichkeiten waren und sind meine Leidenschaft. Es gab über die Jahre viele Momente, die das Prickeln und die Begeisterung der ersten Begegnung widerspiegelten. Sicher waren auch Schwierigkeiten und Rückschläge zu bewältigen. Aber Leidenschaft erlischt dadurch nicht, das feuert sie sogar an." Die Preisverleihung findet am 25. Oktober 2017 in Altlanta/USA im Rahmen der ICALEO 2017 (International Congress on Applications of Lasers & Electro-Optics) statt.

Mit dem von Paul Seiler und seinem Team 1971 entwickelten Laser-Komponenten-System war es erstmals möglich, Glühkerzen ohne Vorglühen für Dieselmotoren in Großserie herzustellen.

Paul Seiler, der an der Fachhochschule in Karlsruhe Feinwerktechnik studiert hat, gilt als Pionier industriell genutzter Festkörperlaser und war von 1992 bis 2003 Geschäftsführer bei Trumpf in Schramberg. Mit dem von ihm und seinem Team 1971 entwickelten Laser-Komponenten-System war es erstmals möglich, Laser in Werkzeugmaschinen zum automatisierten Schweißen von Federn in der Uhrenindustrie zu integrieren. Auf der Laser in München stellte das Team um Paul Seiler 1991 den ersten industriell einsetzbaren 2-Kilowatt-Festkörperlaser mit Laserlichtkabel vor und bereitete somit den Weg für den Siegeszug des Festkörperlasers. Schlüssel zum Erfolg war hierbei das Laserlichtkabel. Anders als bei CO2-Lasern lässt sich das von Festkörperlasern emittierte Licht aufgrund seiner kleineren Wellenlänge in flexiblen Glasfasern einkoppeln. Vorteil: Das Laserlicht kommt bequem und ohne Umwege zum Werkstück, weshalb der Festkörperlaser auch deutlich einfacher in Produktionslinien integrierbar ist. Dank Laserlichtkabel lassen sich Lasersysteme wirtschaftlicher nutzen - wodurch schlussendlich ihre Verbreitung in den Anfangsjahren deutlich zunahm. Inzwischen gehören Festkörperlaser zur erfolgreichsten Produktsparte bei Trumpf.

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Der Schawlow Award wird seit 1982 vom Laser Institute of America vergeben. Mit dem Preis werden herausragende Persönlichkeiten aus Forschung und Industrie geehrt, deren Lebenswerk zum fundamentalen Verständnis der Wechselwirkung von Licht und Materie beigetragen hat. Zu den bisherigen Preisträgern gehören neben den Nobelpreisträgern Prof. Arthur Schawlow, Prof. Theodor Hänsch und Prof. Steven Chu auch Prof. Reinhart Poprawe vom Fraunhofer ILT und bedeutende Vertreter der Industrie, darunter auch Prof. Berthold Leibinger (Trumpf) und Valentin Gapontsev (IPG Photonics).

Im Jahr 2003 erhielt Paul Seiler für seine herausragenden Leistungen die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg. Dies markierte auch das Ende seines aktiven Berufslebens. 2008 verlieh ihm die Universität Stuttgart die Ehrendoktorwürde. kp

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