Rohrbiegemaschine

Kleinere Biegung

Das Unternehmen Transfluid ging im Rahmen der Entwicklung einer neuen Rohrbiege-Technologie einen guten Schritt über die bisherigen Möglichkeiten konventioneller Verfahren hinaus.

Zum Hintergrund: In aller Regel können Biegeradien bei größeren Rohrdurchmessern nur selten kleiner als 1xD umgesetzt werden. In Schmallenberg haben nun aber einige kluge Köpfe ein effizientes Verfahren mit einem Biege- radius für Edelstahlrohre von 0,8 x D gestaltet. Vorgestellt wird es auf der bevorstehenden EMO in Hannover.

Wie anderenorts auch, ist die Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitig hochwertigen Ergebnissen in der Rohrbearbeitung ein grundlegend wichtiger Erfolgsfaktor. Diesbezüglich heißt es in der Praxis jedoch: Fehlanzeige beim Biegestandard! Hier nämlich werden beim Einsatz konventioneller Biegeverfahren für Einzelbögen Überlängen zum Spannen von Rohren benötigt. Zwangsweise müssen die aber nach dem Biegevorgang beseitigt, sprich abgeschnitten werden. Das ist ein überflüssiger Materialverlust, für den ein Transfluid-Kunde einsichtigerweise eine effizientere Lösung ohne Nachbeschnitt suchte. Daraus entstand die Herausforderung, eine Rohrbiegemaschine für Einzelbögen aus Edelstahl mit 70 x 2 mm zu entwickeln. Darüber hinaus waren ein Biege- radius mit 0,8 x D auf der Mitte, das Vermeiden einer Ovalisierung im Bogenauslauf und eine Wandstärkenschwächung von unter die Prozent gewünscht.

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„Mit konventionellen Verfahren lassen sich solche Anforderungen nicht realisieren. Insbesondere bei diesen Edelstahlrohren. Unsere Lösung ist ein Verfahren, bei dem die Bögen nicht nach dem Zieh-/Drehbiegeverfahren gestellt, sondern geschoben werden“, erläutert Gerd Nöker, der Geschäftsführer des Maschinenbauers.

Mit ihrer Biegemaschine stellen die Spezialisten aus Südwestfalen eine Wandstärkenschwächung von Null Prozent sicher. Das bietet gleichzeitig auch den Vorteil einer zusätzlichen Materialersparnis. Eine Ovalisierung im Bogenauslauf wird ebenfalls vermieden. „Eine Nachbearbeitung der Bauteile entfällt vollständig. Sie können unmittelbar nach der Herstellung in weitere Prozesse eingeschleust werden, wie beispielsweise die Endenbearbeitung. Wenn gewünscht, können Folgeschritte für die weitere Rohrbearbeitung sogar in der gleichen Anlage umgesetzt werden“, betont Gerd Nöker. Biegewinkel zwischen 10° und 180° sind werkzeuggebunden möglich. Werden die entsprechenden Zuschnittslängen mit in den Prozess eingeschleust, ist selbst bei Rohrgrößen wie beim angesprochenen Fallbeispiel eine Taktzeit möglich, die bei 3,5 Sekunden liegt.
„Was wir am besten können, ist eine Idee über den Standard hinaus zu verwirklichen. Deshalb haben wir nicht nur eine Lösung mit einem eindrucksvollen Biegeradius möglich gemacht, sondern einen äußerst wirtschaftlichen Gesamtprozess gestaltet. Betrachtet man den reinen Maschineninvest, so liegt dieser deutlich unter dem Invest für eine CNC-Rohrbiegemaschine mit Mehrfachwerkzeugen, die für gewöhnlich bei solch anspruchsvollen Rohrbearbeitungen eingesetzt wird“, fasst Geschäftsführer Gerd Nöker zusammen. ms

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