Produktionstechnik

Lösungen und Software aus einer Hand

SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz befragte Dr. Karl Tragl, Vorstand Vertrieb der Bosch Rexroth AG, zur neuen Maschinenrichtlinie.
Dr. Karl Tragl, Vorstand Vertrieb der Bosch Rexroth AG

SCOPE: Eine der wesentlichen Änderungen der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, die ab 29.12.2009 in Kraft tritt, ist die lückenlose Dokumentation der Maschine und ihrer Komponenten, die Einbauerklärungen und Montageanleitung in der Sprache des Aufstellungslandes. Bietet Bosch Rexroth hierzu dem Konstrukteur des Maschinenherstellers, also Ihres Kunden, Unterstützung bei der Dokumentation und Erstellung von Einbau- und Montageanleitung?

Dr. Karl Tragl: Als Global Player, der in mehr als 80 Länder vertreten ist, liefert Rexroth zusammen mit den Komponenten, Systemen und der Software stets alle erforderlichen Dokumente und Zertifikate vollständig und in den geforderten Sprachen mit. In digitaler Form kann der Maschinehersteller sie mit geringstem Aufwand in die eigene Dokumentation einbinden.

SCOPE: Die Maschinenrichtlinie gilt für Maschinen, die ab dem 29.12.09 in den Verkehr gebracht werden. Muss ein Käufer, der seine Maschine vor dem 29.12.09 gekauft, aber noch nicht erhalten hat, die Maschine nachrüsten? Oder ist dies dann Sache des Verkäufers?

Dr. Karl Tragl: Jede Maschine, die nach dem 29. Dezember 2009 in den Verkehr gebracht wird, muss ohne Übergangsfrist der neuen Maschinenrichtlinie entsprechen. Rexroth unterstützt aktuell bereits eine Vielzahl von Maschinenherstellern von der Planung bis zur Umsetzung dabei, diese Vorgabe spätestens zum Stichtag zu erfüllen.

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SCOPE: Die neue MRL erfordert vom Maschinenhersteller eine Risikobeurteilung. Diese Risikobeurteilung ist in den meisten Fällen Sache der Entwickler und Konstrukteure des Maschinenherstellers oder des Komponentenlieferanten. Kommt damit auf Entwickler und Ingenieure nicht eine weit breitere Aufgabenstellung als bisher zu? Sind die Ingenieure der Maschinenhersteller nach Ihrer Erfahrung auf diese Aufgabenstellung vorbereitet?

Dr. Karl Tragl: Die neue MRL mit den dazugehörigen neuen Normen stellen den Systemansatz und das Zusammenspiel aller Komponenten in den Vordergrund. Darüber hinaus fließen Zuverlässigkeitsdaten aller sicherheitsbezogenen Komponenten einer Steuerung in die Betrachtung ein. Damit ist die Aufgabenstellung sicher komplexer als vorher, aber Rexroth zeigt beispielsweise mit dem Leitfaden "10 Schritte zum Performance Level", wie Konstrukteure sehr strukturiert den Prozess in einzelne Arbeitspakete aufteilen und abarbeiten können. Wir haben uns darauf vorbereitet, Maschinenhersteller gerade jetzt in Umstellungsphase mit unserem technologieübergreifenden Know-How intensiv bei der Umsetzung der neuen Maschinenrichtlinie zu beraten. Rexroth bietet dabei den einzigartigen Vorteil, durchgängig funktionale Sicherheit in allen Automationsebenen, Antriebstechnologien und Produkten von der Komponente bis zu Systemlösungen einschließlich Software aus einer Hand zu liefern. Das vereinfacht die Umsetzung der neuen Normen erheblich.

SCOPE: Bietet Bosch Rexroth spezielle Schulungen zu diesem Thema an?

Dr. Karl Tragl: Über die Rexroth Drive & Control Academy bieten wir aktuell ein umfangreiches Trainingsprogramm zur Sicherheitstechnik an. Dabei setzen wir auf Blended Learning, und verbinden traditionelle Präsenzveranstaltungen mit der modernen Form des E-Learning. Das gewährleistet eine nachhaltige Wissensvermittlung, zumal wir bei den Inhalten sehr konkret mit Fallbeispielen und Hinweisen aus der betrieblichen Praxis arbeiten. Einen Schwerpunkt legen wir auf das technologieübergreifende Zusammenspiel aller Komponenten, wie es die neuen Normen ja fordern. Darüber hinaus bieten wir auch speziell auf Sicherheitstechnik einzelner Antriebs- und Steuerungstechnologien abgestimmte Trainings.

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