Präzisionswerkzeuge

Zusammenarbeit zerkleinert Zykluszeiten

In Folge der Investition in neue Maschinen optimierte der Werkzeug- und Formenbauer Cropelli auch seine Werkzeuge. Mit Schneidplatten und Know-How von Sandvik Coromant konnte eine Produktivitätssteigerung von über 25 Prozent erzielt werden.

Im 17. Jahrhundert war Brescia ein bedeutendes Zentrum des Musikinstrumentenbaus in Norditalien. Heute hat die lombardische Stadt zwar keine Bedeutung als Geigenbau-Zentrum mehr, doch dafür sind hier inzwischen eine Vielzahl von Werkzeug- und Formenbau-Betrieben heimisch. Eine davon ist die Cropelli srl, die seit 1980 Matrizenformen und zugehörige Komponenten herstellt. Die dominierenden Zerspanungsprozesse sind Schrupp- und Schlichtbearbeitungen von Formen und Stanzen und das Tieflochbohren von Matrizenformen und Matrizenhaltern. Der Mittelständler fertigt außerdem große Spritzgussformen aus kohlenstoffreichem Stahl für Kunststoff-Automobilteile, mit denen er nationale und internationale Kunden in der Automobilbranche beliefert. Im Jahr 2004 investierte Cropelli in zwei Tieflochbohrmaschinen der neuesten Generation und wandte sich an Sandvik Coromant, um die beste Werkzeuglösung zu erarbeiten. Der Werkzeugspezialist unterstützte das Unternehmen dabei, alle Bohr- und Fräsvorgänge zu optimieren. „Die Zusammenarbeit hat uns geholfen, unsere Bearbeitungsprozesse zu straffen und die Produktivität entscheidend zu erhöhen”, so Roberto Cropelli, Produktionsleiter und Eigentümer des Unternehmens. „Der Wechsel zu Coromant-Werkzeugen hat unsere Wirtschaftlichkeit verbessert und kommt so natürlich auch unseren Kunden zugute.“

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Schnittdaten um 30 Prozent erhöht

Die Techniker von Sandvik Coromant arbeiteten drei Jahre lang mit den Cropelli-Ingenieuren und -Technikern zusammen und waren regelmäßig vor Ort. Gemeinsam führten sie zahlreiche Prozessanalysen bei der Herstellung der Stahlformen durch, die der Formenbauer für verschiedene Fahrzeughersteller fertigt. Diese werden für das Formen von Fahrzeugstoßstangen verwendet und erfordern Schrupp-, Vorschlicht- und Schlichtfräsen sowie Tieflochbohrungen in Werkzeugstahl (40CrMnNiMo8.6.4).

Als die Untersuchungen zur Produktivitätsverbesserung begannen, setzten die Italiener Fräser und Schneidplatten eines anderen Herstellers ein. Die Analyse zeigte, dass der Coromill R210, ein Wendeplatten-Fräser zum Tauch- und Planfräsen mit hohem Vorschub, das bisher eingesetzte Werkzeug bei Schnittdaten und Standzeiten entscheidend übertraf. Die Nachweistests fanden mit Hilfe eines Coromill R210 von 80 mm Durchmesser mit sechs Schneidplatten und eines Coromill R210 von 100 mm Durchmesser mit sieben Schneidplatten statt. Cropelli erreichte zusätzliche Einsparungen mit den Schneidplatten der neuen Generation („E“-Geometrien): Mit den Sorten GC 1030, GC 4240 und GC 4230 konnten die Schnittdaten um bis zu 30 Prozent erhöht werden. So erreichten die Experten beider Unternehmen eine beträchtliche Verkürzung der Zykluszeiten für die einzelnen Werkstücke. Außerdem konnten die Nebenzeiten gesenkt werden, wodurch insgesamt eine Produktivitätssteigerung zwischen 25 und 30 Prozent erlangt wurde. Jede Gussform benötigt spezielle Tieflochbohrungen zum Transport der Kühlflüssigkeit, die die Temperatur der Form während des Gussvorgangs konstant hält. Cropelli setzt bei diesem Bearbeitungsvorgang auf spezielle Maschinen der Hersteller Imsa und Giana. Die Tests wurden hier mit dem Corodrill 800.20 und dem STS (Single Tube System) durchgeführt. Der Corodrill 800.20, der über zwei austauschbare Führungsleisten verfügt, liefert ausgezeichnete Produktivität, Oberflächengüte und Geradheit bei hohen Schnittgeschwindigkeiten für Bohrungen von 25 bis 65 mm Durchmesser. Das STS eignet sich besonders für die Bearbeitung von Materialien mit schlechten Zerspanungseigenschaften wie rostfreiem oder kohlenstoffarmem Stahl. Die Ergebnisse überzeugten Roberto Cropelli, und das System wurde bei beiden Maschinentypen eingeführt. Bei großen Durchmessern steigerte der Formenbauer mit dem neuen T-Max-Bohrer und Spezial-Kernbohrer von Coromant zusätzlich die Effizienz im Bereich Tieflochbohrungen. hs

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