Entfettungsanlage

Das Fett musste weg

damit die Blankglühlinie des Stahlverarbeiters BWS Philipp Boecker + Wender ein besseres Glüh- und Oberflächenergebnis ausgeben konnte. Deshalb ersetzte der Hersteller von Service-, Präzis- und Federbändern aus rost-, säure- und hitzebeständigen Stählen 2007 seine mechanische Entfettung durch eine Bandreinigungsanlage. Dabei vertraute er einer Lösung des Anlagenlieferanten BVL Oberflächentechnik, Emsbüren. Unter anderem, weil der eine signifikante Qualitätsverbesserung im Reinigungsprozess dokumentieren konnte.

Vor der Installation der von den BVL-Ingenieuren auf Kundenmaß gefertigten Bandwaschanlage wurde die Reinigung mechanisch durchgeführt. Abstreiftücher wurden an das Band gedrückt, die den Fett-Ölfilm zwar verringerten, aber keine 100-Prozent-Entfettung bewirkten. Der Restölfilm aber störte im Folgeprozess des Glühens, denn nicht entfernte Ölbestandteile verbrennen und vercracken bei 1.200° C im Glühofen und beeinträchtigen die Ofenatmosphäre. Dadurch sinkt der Wirkungsgrad des Ofens und der Aufwand für die Instandhaltung steigt.

In der kontinuierlich laufenden Blankglühlinie sollte also eine Reinigungsanlage zum Entfetten kaltgewalzter Bandstähle integriert werden, die die liquiden und festen Bestandteile entfernt und auf dem Band keine Reiniger-Rückstände zurück lässt. Die Trocknung musste ohne Restfeuchte auf dem Band erfolgen und der maximal zur Verfügung stehende Platz betrug 3.800 mm. Die Materialabmessungen variieren von 0,05 bis 1,5 mm, mit einer Bandbreite bis 400 mm. Und selbst bei einer Bandgeschwindigkeit von bis zu 70 m/min sollte ein optimales Reinigungsergebnis erzielt werden. Zur Lösung der Aufgabenstellung realisierte BVL eine dreistufige Bandwaschanlage. Der Reinigungsprozess, die Spülung und Trocknung finden jeweils in durch Abquetschwalzen voneinander getrennten Zonen statt.

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Das Reinigungsergebnis wird mittels Hochdruckpumpen erzielt; der anschließende Spülvorgang sorgt für die optisch hochwertige Oberflächenreinheit. Damit dieses Konzept im Drei-Schicht-Betrieb laufen kann, hat die Firma BWS in Badpflegemaßnahmen und die Badanalyse investiert. Das eingebrachte Öl wird der Waschflüssigkeit über einen Plattenphasentrenner entzogen. Emulgierte Ölanteile werden in einem zweiten Schritt durch die Mikrofiltration abgeschieden. Das Wasser der Spülzone wird durch eine Umkehrosmoseanlage gepumpt und somit werden dem Spülwasser gelöste Mineralien und Salze entzogen.

Mit der BVL Libelle ist ein Badanalysegerät im Einsatz, das bei vollautomatisierten Anlagen seine Vorteile gut darstellt. Mit dem Sensor der Libelle, der in der Bypassleitung der Waschpumpe integriert ist, wird die Waschflüssigkeit permanent überwacht und die Ergebnisse werden an einem am Bedienerpult angeschlossenen Auswerterechner optisch angezeigt. Da diese Informationen online an der Warte vorliegen, hat der Bediener einen schnellen Blick auf den aktuellen Badzustand und auf die Reinigungsqualität im Prozess. Die Libelle funktioniert prozesssicher, weil sie kalibriert auf die Kundenbedürfnisse eingestellt und gestartet wird. Wenn im laufenden Prozess die Verschmutzung der Badflüssigkeit durch den Waschvorgang zunimmt, wird dieses auf einer Art Tachoscheibe von grün über gelb bis rot angezeigt. Somit kann der Badwechselzeitpunkt optimal geplant werden und es ist gesichert, dass kein mangelhaft gereinigtes Band in den Glühofen einläuft. ms

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