Portalfräsmaschine

Mittelgroße Youngster

Jung, dynamisch, erfolgreich - Was will man mehr von seinen "Kindern": Mit ihrer neuen Marke Aschersleben bietet der Werkzeugmaschinenhersteller Schiess Bearbeitungszentren mittlerer Größe an, die präzise arbeiten und auch noch mit einem Designpreis ausgestattet wurden.
Modulares Konzept harmonisch gestaltet: Die flexible Gestaltung Ascamill wurde mit dem red dot design award 2012 ausgezeichnet.

Die Marke Aschersleben ist noch jung. Im vergangenen Jahr erweiterte der Werkzeugmaschinen-Experte Schiess - bekannt für den Bau von Großbearbeitungszentren - sein Produktportfolio und bietet seitdem auch mittlere Bearbeitungszentren an. Das Linienkonzept lässt die bisher hundertprozentig praktizierte Sonderanfertigung hinter sich und ist auf eine Fertigung mit Kleinseriencharakter ausgerichtet. "Aschersleben basiert auf stark standardisierten Baugruppen. Dies ermöglicht uns den Bau von Präzisionsmaschinen zu einem vergleichsweise günstigen Preis", erklärt Torsten Brumme, Geschäftsführer des Unternehmens. Außerdem verkürzt dieses Konzept die Lieferzeiten erheblich. Mittelfristig sollen zwischen Bestellung und Auslieferung nicht mehr als sechs Monate vergehen.

Dieser modulare Aufbau und die Modifizierbarkeit des Maschinenkonzepts sind auf den ersten Blick zu erkennen. Die Fensterbänder in den Einhausungen gewähren Einblick in die Anlagen und verleihen ihnen gleichzeitig eine optische Tiefe. Insgesamt wirken die Maschinen dadurch schmaler und eleganter als es ihre tatsächlichen Maße erwarten lassen. Der Effekt: Die Anlagen sind übersichtlich und in ihrer Funktion schnell erfassbar. So trägt das Maschinendesign zur Arbeitserleichterung bei der Bedienung der Anlage bei, wie Torsten Brumme berichtet: "Bei der Entwicklung der Bearbeitungszentren haben wir zusätzlich zu Leistungsfähigkeit und Präzision die Bedienfreundlichkeit bei der Bearbeitung von Werkstücken sowie die Service- und Wartungsoptimierung auf die Liste der Konstruktionskriterien gesetzt."
Die Produktlinien eignen sich für Anwendungen im Energieanlagenbau, im Maschinen- und Werkzeugbau und in der Lohnfertigung. Marktreife haben bereits die Portalfräsmaschine in Tischbauweise für die 5-Seiten-Bearbeitung Ascamill und die CNC-gesteuerte Karusselldrehmaschine Ascaturn V erreicht. Beide erhielten dieses Jahr den Designpreis red dot award - product design 2012. Die dritte Baureihe, das Bohrwerk Ascarapid, wird im September auf der IMTS in Chicago vorgestellt.

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Den Bienchen abgeguckt

Die Ascamill-Produktionsanforderungen definierte Schiess mit der ingenieurwissenschaftlichen Unterstützung der Universität Magdeburg. Das Ergebnis ist ein hochflexibles Fräsportal mit Tischvarianten von zwei, zweieinhalb oder drei Meter breiten und vier bis acht Meter langen Tischen, die bis zu 40.000 Kilogramm Beladung aushalten. Die innovative Wabenstruktur des Tisches - basierend auf bionischen Erkenntnissen - ermöglicht diese optimale Lastenverteilung. Eine ebenerdige Aufstellung der Maschine vereinfacht die Fundamentvorbereitung und die elektronisch betriebenen Achsen des Werkzeugwechsels nutzen Energie effizienter als konventionell hydraulisch gesteuerte Achsen. Zur optimalen Produktionsausnutzung verfügt Ascamill über einen automatischen Werkzeugwechsel mit Kettenmagazin und hauptzeitparalleler Beladung an einem Ständer der Maschine. Die Maschine ist mit Absolutmesssystemen ausgestattet: Zeitaufwändige Referenzfahrten zum Ausgangspunkt erübrigen sich. Bei der Hauptspindel können Antrieb und Kupplungsmechanismus aus dem Gehäuse nach oben herausgezogen werden, die C-Achsenlagerung mit allen verbundenen Funktionalitäten nach unten. Damit ist ein einfacher Zugriff auf alle Bauelemente im Wartungs- und Reparaturfall möglich.

Die Mehr-Achsen-Vertikal-Drehmaschine Ascaturn kombiniert mehrere Bearbeitungsdisziplinen: Sie kann in einer Aufspannung bei Werkstücken mit bis zu 3,5 Metern Durchmesser und 25 Tonnen Gewicht drehen, bohren und fräsen. Änderungen in den Produktionsanforderungen sind schnell umgesetzt, da Kopf- und Werkzeugwechsel automatisch erfolgen. Im Drehmodus wird die Planscheibe durch einen AC-Motor mit zweistufigem Schaltgetriebe, Ritzel und Zahnkranz angetrieben. Im Fräsmodus ist die Planscheibe eine bahngesteuerte C-Achse, die durch elektronisch gegeneinander verspannte Antriebe spielfrei arbeitet. Ein schwingungsdämpfender und verwindungssteifer Gussunterbau, auf dem sich alle weiteren Maschinenkomponenten aufbauen, trägt die Maschine: Die Bearbeitungszentren können ohne spezielle Fundamentgeometrien aufgestellt werden.

Den internen Wettbewerb haben die neuen Bearbeitungszentren auf jeden Fall schon gewonnen: Bei der Bearbeitung eines Bettschlittens aus der eigenen Produktionspalette trat die Portalfräsmaschine Ascamill gegen eine Maschine in der internen Fertigung an. An Leistung war ihr diese durch einen 50 kW-Hauptspindelantrieb überlegen, sie erreichte aber nur eine Drehzahl von maximal 2500 min-1 an der Hauptspindel. Die Neue dagegen braucht nur 38 kW Hauptantriebsleistung, um mit Spindeldrehzahlen bis zu 6000 min-1 alle Bohr- und Fräswerkzeuge auszunutzen. Sie lieferte in diesem Test ein besseres Bearbeitungsergebnis. ee

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