Sägemaschinen

Nur einfach schneller reicht nicht

Der Stahlhandel setzt hohe Ansprüche an seine Bandsägemaschinen. Sowohl hinsichtlich des Tempos als auch was das Zerspanen von Sonderlegierungen angeht. Nicht zuletzt leistet auch der Trend zu verstärkter Automatisierung einen erheblichen Beitrag zur Produktivitätssteigerung. Zwei Praxisbeispiele, in denen Maschinen und Automatisierung von Behringer zum Einsatz kommen.

Mittels Hallenkran wird ein schweres Zahnrad auf der Vertikalbandsäge LPS60T positioniert. Probeschnitte sollen Auskunft über das Zerspanungsverhalten und eventuelle Gefügeveränderungen geben. (Foto: Behringer)

Nahezu bedienerlos geht es mittlerweile in vielen Stahlhandelsunternehmen zu. Die Grundlage hierfür ist ein perfekt durchdachtes Materialhandling, das vom Rohstoffeingang bis zur Verladestelle der fertig konfektionierten Teile einen automatischen Durchlauf garantiert. Erst kürzlich sorgte ein bislang einzigartiges Konzept zur vollautomatischen Trägeranarbeitung am Niederrhein für Schlagzeilen. Behringer fungierte dort als Hauptprojektierungspartner für eine Anlage, die in einem Durchlauf sämtliche Bearbeitungsschritte zentral steuert. Der Sägemaschinenhersteller lieferte zudem die gesamte Anlagentechnik inklusive des intelligenten Steuerungssystems. „Nicht nur steuerungstechnisch erforderte dies eine intensive Kommunikation zwischen Kunde und Lieferant“, erklärt Geschäftsführer Christian Behringer. In zwei Hallenschiffen wird das Material über einen Gleisanschluss angeliefert und in der sich anschließenden Fläche gelagert. Ein rechnergesteuertes Warenwirtschaftssystem sorgt für die eindeutige Auftragszuteilung und mittels Magnetkran gelangen die Träger zur Verarbeitung auf die angrenzende große Verarbeitungsanlage. Sie umfasst 64 Meter in der Breite und 40 Meter in der Tiefe. Sägen und Oberflächenbehandlung mittels Strahlanlagen der Rösler GmbH aus Untermerzbach erfolgen vollautomatisch. Anschließend fahren die angearbeiteten Träger 40 Meter entfernt in der Kommissionierzone aus der Anlage heraus. Im Idealfall wird das Material von den Mitarbeitern vom Eingang bis zur Verladung nur dreimal angefasst.

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Möglich macht dies das weltweit einzigartige vollautomatische Steuerungs- und Transportsystem von Behringer, das eigens für diese Verarbeitungsanlage konzipiert wurde. „Unser TMS besitzt eine dynamische Funktionalität und navigiert die Träger intelligent durch die gesamte Anlage. Es sucht den sinnvollsten, schnellsten oder kürzesten Weg zum Kommissionierplatz, abhängig vom Wortlaut des Auftrags“, erläutert Christian Behringer. Am zentralen Leitsystem lässt sich jederzeit ablesen, wo sich welcher Träger gerade auf der Anlage befindet. Die einzelnen Rollenbahnabschnitte können separat angesteuert werden, um etwa die Priorisierung eines Auftrags vornehmen zu können, Änderungen im Ablauf aktuell aufzugreifen oder Träger aus dem laufenden Prozess zu schleusen. „Egal wie unterschiedlich die Träger in Größe oder Form sind: Durch die freie Fächereinteilung der Fördereinrichtung erreichen wir maximale Flexibilität“, ergänzt er.

Die Anarbeitung der Träger erfolgt auf der Behringer Gehrungsbandsäge. Außerdem werden sie auf einer Bearbeitungsanlage von Vernet Behringer gebohrt und schließlich im Strahlhaus der Firma Rösler oberflächenbehandelt. Alle Transport- und Navigationsprozesse laufen vollautomatisch.

Die Gehrungsbandsäge HBP510-1208G stellt ebenfalls eine Besonderheit dar. „Durch die Schrägstellung des Sägebandes um 8 ° erreichen wir saubere Schnittergebnisse, selbst bei sehr breiten Trägern von über 1.000 Millimetern, und schonen gleichzeitig das Werkzeug. Die Anlage liefert universell beste Leistungen bei großen und auch bei kleineren Trägern“, erklärt Behringer. Ausgestattet ist die Gehrungsbandsägemaschine mit einer Zu- und Abfuhrrollenbahn von jeweils 26 Metern Länge. Greifer auf beiden Seiten der Säge fixieren das Material und sorgen für einen sicheren Transport durch die Maschine.

Die HCS 160 multifluid Hartmetallkreissäge von Behringer Eisele überzeugt mit hohem Tempo, Stabilität und Laufruhe sowie mit perfekten Oberflächen. Die Möglichkeit, nass, trocken oder mit Microsprühung zu sägen, macht sie so flexibel.

„Mit den Hochleistungsband- und Kreissägen setzten wir augenblicklich Maßstäbe beim Thema Tempo“, befindet der Geschäftsführer. Anwender bestätigen diese Einschätzung. So läuft bei einem bekannten Stahlhändler in Südamerika eine brandneue HBM540SC, die selbst in schwer zerspanbarem Material mit Schnittzeiten und Präzision punktet, die sich in der Wirtschaftlichkeitsrechnung niederschlagen.

Speed-Cutting par excellence

Zum vollautomatischen Anarbeiten der Stahlträger navigiert ein intelligentes Transport-Managementsystem das Material über die Anlage. (Foto: Nordwest Stahl)

Um das gesamte Potenzial der SC-Technologie nutzen zu können, wurden alle Komponenten, die in die Anlage integriert sind, in die Steuerung eingebunden, so dass der Begriff Speed-Cutting auch über den eigentlichen Sägeprozess hinaus Bestand hat. Auch alle Features dieser Anlagen sind konsequent an das enorme Leistungspotenzial angepasst. Angefangen beim Sägerahmen der HBM-Maschine, ist alles auf eine hohe Beanspruchung ausgelegt. Der perfekte Kraftfluss im Sägerahmen erlaubt optimale Bandspannkräfte und die Sägebandführungen sind perfekt auf ihre Aufgabe angepasst. Der Antrieb ist mit 26 kW so ausgelegt, dass ein hohes Drehmoment über ein breites Drehzahlspektrum beste Ergebnisse, etwa bei schwer zerspanbaren Werkstoffen, liefert. Ein Schnittdruck-Kontrollsystem verbindet den Servovorschub mit einer feinfühligen Schnittkraftregelung. Das Resultat ist ein konstanter Spanabtrag, insgesamt höhere Schnittleistungen als bei konventionellen Systemen sowie ein zuverlässiger Schutz des Sägebandes vor Überbelastung. Reduzierte Schnittkosten durch höhere Bandstandzeiten sind das Ergebnis. ee

Metav, Halle 15, Stand A83

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