Metav 2018

Jugendsonderschau: Metallberufe in Szene gesetzt

"Mach was mit Zukunft. Deine Chance im Maschinenbau", so lautet das Motto der Jugendsonderschau auf der Metav 2018 vom 20. bis 24. Februar in Düsseldorf. 

Jugendliche Besucher arbeiten konzentriert am Bau eines Formel-1-Modellrennwagens. Er ist das Highlight für jeden jugendlichen Metav-Besucher.

„Der Werkzeugmaschinenindustrie geht es derzeit blendend“, sagt Peter Bole, Leiter der Nachwuchsstiftung Maschinenbau, Bielefeld, die den Sonderstand organisiert und Schüler, Lehrer und Ausbilder zur Metav einlädt. „Um die vielen Aufträge ausliefern zu können, müssen die Unternehmen alle Kapazitäten mobilisieren“, so Bole. In bestimmten Berufen wie Mechatroniker oder IT-Fachkräfte, stünden nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit der Zahl offener Stellen manchmal jedoch nur noch die Hälfte oder weniger an arbeitssuchenden Fachkräften gegenüber. Das betrifft die Werkzeugmaschinenindustrie, ihre Kunden und ihre Zulieferer gleichermaßen. Nie waren die Chancen so gut, einen spannenden, anspruchsvollen und auch noch gut bezahlten Beruf in der Metallbearbeitung zu finden.

Die Nachwuchsstiftung Maschinenbau will dem Fachkräftemangel entgegenwirken, indem sie jungen Leuten die Attraktivität einer Berufsausbildung in den Metallberufen demonstriert.

13 Unternehmen und Institutionen stellen in Halle 17, Stand A89 auf dem Düsseldorfer Messegelände eine Karriere im Maschinenbau vor. „Das Konzept der Sonderschau Jugend sieht vor, alle Beteiligten ins Boot zu holen“, erläutert Bole, „Wir müssen die jungen Leute für eine Ausbildung gewinnen. Aber dann müssen sie aktuelle Ausbildungsinhalte bestmöglich vermittelt bekommen“, fordert er. Dazu gehöre heute nach wie vor das Grundlagenwissen in der Metallbearbeitung, aber auch Kenntnisse der CAD/CAM-Technologie, digitaler Fertigungsprozesse, Vernetzungstechnologien und Softwareprogrammierung im Rahmen von Industrie 4.0.

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Industrie 4.0 auch für Ausbilder

Auch Lehrer und Ausbilder müssen Industrie 4.0 beherrschen. So zielt die Hightech-Strategie der Bundesregierung, insbesondere das Zukunftsprojekt Industrie 4.0, auf die engere Vernetzung von Industrieprozessen mit modernen IT-Technologien ab. Mit der Maxime Intelligence in production verfolgt der Maschinenbau Strategien zur IT-vernetzten Produktion, sich selbst organisierender, intelligenter Bauteile und Maschinen für die Produktion. Die zukünftige Entwicklung soll im Wesentlichen aus dem sich selbst steuernden Zusammenspiel von Maschinen und Werkstücken bestehen, die zu so genannten Cyber Physical Systems werden. Im Idealfall sucht sich dann ein Werkstück selbst seine Maschine und lässt sich zum besten und effizientesten Zeitpunkt bearbeiten. Damit das funktioniert, wird das gesamte Fertigungs- und Logistiksystem virtuell modelliert und mit dem realen System verschmolzen.

Mobile Learning in Smart Factories

„Der Erfolg von Industrie 4.0. braucht auch den Menschen. Er muss in diesem Kontext mit der Entwicklung Schritt halten und die neuen Anforderungen erfüllen können“, sagt Bole. „Dafür benötigen wir Lehrer und Ausbilder, die auf der Höhe der aktuellen Entwicklung sind.“ Die Nachwuchsstiftung Maschinenbau arbeitet intensiv an Hilfen für die Weiterbildung in diesem Feld.

Mobile Learning in Smart Factories (MLS) – eine Arbeits- und Lernapplikation, die über das Internet abrufbare kontextrelevante Informationen didaktisch aufbereitet zur Verfügung stellt.

Eine dieser Hilfen ist das Projekt Mobile Learning in Smart Factories (MLS) des Bundesforschungsministeriums und des Europäischen Sozialfonds. Es zielt darauf ab, über das Internet eine Applikation zur Verfügung zu stellen, die in der jeweiligen Arbeits- und Lernumgebung auf einem mobilen Endgerät genutzt werden kann. Sie stellt didaktisch aufbereitete kontextrelevante Informationen zur Verfügung. Zielgruppe sind Auszubildende und ihre Ausbilder/innen sowie Berufsanfänger im Maschinenbau, speziell in den Berufen Industriemechaniker/in, Werkzeugmechaniker/in, Zerspanungsmechaniker/in, Mechatroniker/in, Feinwerkmechaniker/in, Metallbauer/in, Teilezurichter/in, Konstruktionsmechaniker/in, Fertigungsmechaniker/in, Maschinenanlagenführer/in und Technischer Produktdesigner.

Alle Experten sind sich einig, dass Facharbeiter in Zukunft mehr Entscheidungen treffen müssen, beispielsweise in der Prozessoptimierung, Qualitätssicherung, der vorbeugende Wartung etc., dass sie mehr Kommunikationsaufgaben wahrnehmen und aufgrund höheren Abstimmungsaufwands zunehmend eine steuernde Funktion übernehmen. „Deshalb müssen die Auszubildenden auch bei neuen technologischen Anforderungen in der Lage sein, selbstorganisiert Problemlösungen zu entwickeln und zu dokumentieren“, sagt Bole abschließend. Das ist eine wichtige Entwicklungsaufgabe für die Ausbildung. MLS mit seinen Möglichkeiten des vernetzten Arbeitens und Lernens ist somit die geeignete Vorbereitung künftiger Facharbeiter und Facharbeiterinnen auf die vernetzten Produktionssysteme in der Fabrik 4.0. kp

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