AMB 2018

Andrea Gillhuber,

AMB greift die Digitalisierung in der Zerspanung auf

Am 18. September öffnet die AMB in Stuttgart ihre Tore. Dann dreht sich alles um die metallbearbeitende Fertigung. Dabei beschreiten die Messeverantwortlichen auch neue Wege und greifen mit der Sonderschau Digital Way die digitale Transformation in der Produktion auf. Doch das ist nicht die einzige Neuerung der AMB.

Ab 18. September trifft sich die metallbearbeitende Industrie auf der AMB in Stuttgart. © Mapal

Es wird wohl die größte AMB in der Geschichte der Internationalen Ausstellung für Metallbearbeitung. Mehr als 1.500 Aussteller haben sich für den Branchentreff vom 18. bis 22. September 2018 in der Landesmesse Stuttgart angemeldet. Sie werden auf einer Bruttoausstellungsfläche von mehr als 120.000 m² ihre neusten Entwicklungen aus dem Bereich der Metallbearbeitung zeigen. Ulrich Kromer von Baerle, Sprecher der Geschäftsführung Messe Stuttgart, freut sich über die guten Vorzeichen der Messe: „Mit der neuen Paul-Horn-Halle, der Sonderschau AMB Digital Way und dem dazugehörigen Kongress haben wir die besten Voraussetzungen geschaffen, um die AMB 2018 noch größer und besser aufzustellen.“

Neue Halle, thematische Neuaufteilung

Kromer freut sich insbesondere über die neue Paul-Horn-Halle (Halle 10), mit der insgesamt rund 15.000 m² neue Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen. Mit ihr konnte man der Aussteller-Nachfrage gerecht werden. Zudem ermögliche sie eine überarbeitete thematische Verteilung der AMB. In den Hallen 1 (L-Bank Forum) und 3 finden sich Bearbeitungswerkzeuge und Spannzeuge, in den Hallen 4 und 6 (Oskar-Lapp-Halle) legten die Messeplaner den Schwerpunkt auf Drehmaschinen und -automaten, in Halle 5 auf Schleif- und Werkzeugschleifmaschinen sowie der zugehörigen Peripherie. In der Alfred-Kärcher-Halle (Halle 8) dreht sich alles um die Neuerungen bei Säge- und Trennschleifmaschinen, Oberflächentechnik, Markiersysteme, Härte-, Erwärmungsmaschinen, Schmierung und Kühlung sowie Sicherheits- und Umwelttechnik. Die Hallen 7, 9 und 10 runden das Programm mit Fräsmaschinen, abtragenden Werkzeugmaschinen, Messtechnik und Qualitätssicherung sowie flexiblen Fertigungszellen/-systemen, Bearbeitungszentren und Verzahn- beziehungsweise Bohrmaschinen ab. Die Anbieter für Steuerungs- und Antriebstechnik und für CAD/CAM/CAE sowie Fertigungssoftware finden sich ab sofort direkt am Eingangsbereich Ost und der Halle 2 am Zutritt zum Messegelände.

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Sonderschau Digital Way

Die thematische Neuaufteilung ist aber nicht die einzige Neuerung der AMB 2018. Die Messeverantwortlichen greifen mit der Sonderschau „Digital Way“ den Megatrend Digitalisierung auf. „Mit diesem neuen Format unterstreicht die AMB ihre Position als Leitmesse der Metallverarbeitenden Industrie. Alle sprechen von der Digitalisierung – mit dem Digital Way wollen wir zeigen, wie Geschäfts- und Produktions-Prozesse ganz konkret optimiert werden können und welche digitalen Geschäftsmodelle es gibt“, erläutert Kromer die Hintergründe.

Ulrich Kromer von Baerle, Geschäftsführer und Sprecher der Messe Stuttgart, im Rahmen der AMB-Fachpressekonferenz. © Landesmesse Stuttgart

Die Digitalisierung birgt ein enormes Potenzial, nicht nur für den deutschen Mittelstand. Auf dem Weg zur Industrie 4.0 wird sukzessive der Automatisierungsgrad gesteigert. Dadurch lassen sich im Endeffekt höhere Umsätz bei geringeren Prozesskosten erreichen. Auch in der Zerspanungsbranche beschreiten immer mehr Unternehmen den digitalen Weg. Kromer: „Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland gehört zu den stärksten Industrien national, aber auch im internationalen Vergleich. Diese Position gilt es zu stärken und weiter auszubauen. Das kann nur durch einen Vorsprung bei der Digitalisierung im Zuge von Industrie 4.0 gelingen. Mit der AMB Sonderschau Digital Way wollen wir dieses Thema noch stärker in den Fokus der Zerspanungsbranche rücken und dem hohen Informationsbedarf Rechnung tragen.“

Im Moment sind Roboter in der Produktion vor allem in dieser Form anzutreffen: als fahrerlose Transportsysteme in der Intralogistik. Doch das wird sich in Zukunft ändern. © Paul Horn

An der erstmalig stattfindenden Sonderschau Digital Way ist auch ein zweitägiger Kongress angeschlossen. Entstanden ist der Kongress, der sowohl Geschäftsprozesse als auch Geschäftsmodelle im Rahmen die Digitalisierung aufgreift, in enger Zusammenarbeit mit dem Fachverband Software und Digitalisierung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer VDMA. In der Ausstellung informieren unterschiedlichste Unternehmen darüber, welche Möglichkeiten und Chancen sich im Zuge der digitalen Transformation unter anderem in den Bereichen Geschäftsmodellentwicklung, Produkt- und Softwareentwicklung, Produktion sowie Servicedienstleistungen ergeben. Gunnar Mey, Abteilungsleiter Industrie bei der Messe Stuttgart, erläutert: „Unternehmen wollen wissen, wie Industrie 4.0 und die Digitalisierung von Prozessen umgesetzt werden können. Welche Anbieter haben bereits erfolgreich Projekte realisiert? Welche Anwendungen beziehungsweise Modelle gibt es und welche sind für das jeweilige Unternehmen relevant? Mit dem Digital Way zur AMB 2018 bringen wir lösungsorientierte Angebote und Nachfrage zusammen.“

20 Prozent Rabatt auf Kongress-Tagesticket "Digital Way"

Wie setzt man die Digitalisierung von Prozessen um? Welche Anwendungen gibt es? Welches System ist geeignet? Antworten gibt die Sonderschau „Digital Way“ und der angeschlossene Kongress. Mit unserem exklusiven Vorteilscode können Sie sich jetzt 20 Prozent Rabatt auf das Tagesticket sichern. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen! Einfach hier klicken und Vorteilscode eingeben!

Vorteilscode: digitalway2018-SC

Digitalisierung und Daten

Doch nicht allein auf der Sonderschau spielt die digitale Transformation eine zentrale Rolle. Auch in den übrigen Messehallen informieren die Aussteller Fachbesucher und Kunden über die Digitalisierung, wie sie in der Produktion umgesetzt werden kann und welche Herausforderungen auf die Anwendern noch zukommen werden.

Digitale Lösungen werden einen großen Themenbereich auf der AMB bilden. Chiron beispielsweise stellt neue Module für seine Software-Lösung SmartLine-Module vor. Sie sorgen für Prozesssicherheit, höhere Produktivität und Optimierung der Fertigung. © Chiron

Pascal Schröder, Experte für digitale Lösungen der Chiron-Gruppe, verspricht: „Allgemeine Skepsis besteht noch häufig gegenüber der Datensicherheit bei Anbindung von Maschinen ans Internet, da viele Unternehmen die Gefährdung des eigenen Know-hows befürchten. Diese Vorbehalte nehmen wir ernst und gehen davon aus, dass wir hier mit unseren sicheren Lösungen überzeugen können.“ Auf der AMB stellt sein Unternehmen neue Software-Module für das SmartLine-Programm vor, darunter das ConditionLine-Modul: Es analysiert vollautomatisch alle für einen zuverlässigen Betrieb relevanten Maschinenparameter und vergleicht sie mit einem im Werk erzeugten „digitalen Fingerabdruck“. Untypisches Betriebsverhalten und Verschleißerscheinungen werden frühzeitig erkannt; so lassen sich Produktionsausfälle vermeiden und die Verfügbarkeit steigern. Das Modul ProtectionLine schützt in jeder Betriebsart präventiv vor Kollisionen; hierbei werden Bearbeitungszentren über einen „digitalen Zwilling“ abgebildet. Im Betrieb fährt der digitale Zwilling der realen Maschine voraus, eine drohende Kollision wird erkannt und die Maschine kontrolliert stillgesetzt.

Roboter: smarte Helfer in der Produktion?

Durch den steigenden Automatisierungsgrad in der Produktion finden auch immer mehr Roboter Einzug in Fertigungshallen. Zum Bestücken von Werkzeugmaschinen oder im Bereich Montage und Handling sind sie bereits etabliert, doch nach wie vor wird ihr Einsatz als „Zerspaner“ kontrovers diskutiert. Dass ein Roboter konkrete Bearbeitungsschritte ausführen wird, sehen Experten unterschiedlich. Manche sehen ein Problem in der zu geringen Steifigkeit der Roboter; ab einem gewissen Punkt werden sie deren Meinung nach an ihre Grenzen stoßen.

Der Meinung ist beispielsweise auch Hansjörg Sannwald, Leiter Markt- und Produktmanagement CNC-Systeme bei Bosch Rexroth: „Sobald es um hohe Präzision geht, sind klassische Werkzeugmaschinen mit steifen Vorschubachsen aus heutiger Sicht im Vorteil.“ Roboter würden weiterhin ihre Stärken im Bereich Handling und Automatisierung haben. Damit Werkzeugmaschine und Roboter optimal zusammenarbeiten können, seien jedoch CNC-Steuerungen erforderlich, die beide Welten beherrschen und so die Komplexität reduzieren.

Dass Roboter in Zukunft mehr Aufgaben übernehmen werden, dieser Meinung ist Volker Wiedmaier, Fertigungsleiter International beim Präzisionswerkzeughersteller Paul Horn: „Es werden mehr und mehr Nebentätigkeiten aus den Bearbeitungszentren an die Roboter abgegeben, um so die Bearbeitungszeit der Bauteile zu senken und die Nebenzeiten produktiv auszulasten.“ Jochen Ehmer vom Spannmittelhersteller Schunk ergänzt: „In jüngster Zeit werden Roboter vermehrt zur klassischen Zerspanung von Werkstoffen aus Metall eingesetzt.“ Ihre Stärken könnten sie insbesondere bei der Bearbeitung großer Werkstücke ausspielen, wo sie immer häufiger in einer Art mobiler Werkzeugmaschine eingesetzt würden. „Gerade im Zuge der Smart Factory gehen wir davon aus, dass die Robotik bei bearbeitenden Prozessen weiter an Bedeutung gewinnen wird, vor allem dort, wo ein hohes Maß an Flexibilität erforderlich ist.“

Mit Unterlagen der Landesmesse Stuttgart

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