Werkzeugmaschinen

Hermle steigert Umsatz um 13 Prozent

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG kann auf ein außerordentlich gutes Geschäftsjahr 2014 zurückblicken: Der Konzernumsatz des schwäbischen Werkzeugmaschinenherstellers erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 13,4 % auf 346,8 Mio. Euro (Vj. 305,9).

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle mit Sitz in Gosheim zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren. Die Werkzeugmaschinen kommen aufgrund ihrer hohen Qualität und Präzision in anspruchsvollen Branchen wie Medizintechnik, optische Industrie, Energietechnik, Luftfahrt-, Automobil- und Motorsportindustrie sowie bei deren Zulieferern zum Einsatz. Bild: Maschinenfabrik Berthold Hermle

Das Wachstum beschleunigte sich zum Jahresende, da Hermle von der Abwertung des Euro profitierte und die Einschränkungen im Russlandgeschäft geringer ausfielen als angenommen.

Im Inland erzielte das Unternehmen ein Umsatzplus von 21,8 % auf 147,7 Mio. Euro (Vj. 121,3) und im Ausland von 7,9 % auf 199,1 Mio. Euro (Vj. 184,6). Die Exportquote belief sich auf 57,4 % (Vj. 60,3 %). Sowohl das Neumaschinengeschäft als auch der Servicebereich entwickelten sich in allen Kundensegmenten positiv. Die Innovationen wie beispielsweise das kompakte Bearbeitungszentrum C 12 leisteten ebenfalls erste Umsatzbeiträge.

Dank der kräftigen Umsatzsteigerung, der über das gesamte Jahr hinweg vollen Auslastung der Kapazitäten und sehr effizienter Prozesse verbesserte sich die Ertragslage stärker als das Geschäftsvolumen: Das Betriebsergebnis (EBIT) wuchs 2014 konzernweit um 27,7 % auf 79,0 Mio. Euro (Vj. 61,9) und der Jahresüberschuss um 29,1 % auf 58,8 Mio. Euro (Vj. 45,5). Daraus errechnet sich eine Netto-Umsatzrendite von 17,0 % (Vj. 14,9 %).

Auf dieser soliden Grundlage werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 8. Juli 2015 eine erhöhte Ausschüttung vorschlagen: Zuzüglich zur unveränderten Basisdividende von 0,80 Euro je Stamm- und 0,85 Euro je Vorzugsaktie ist ein Bonus von 10,00 Euro je Aktie (Vj. 7,20) geplant.

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Durch das gute Ergebnis legte der operative Cashflow vor Veränderung des Working Capital um 25,8 % auf 64,4 Mio. Euro (Vj. 51,2) zu. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte wurden von 7,8 Mio. Euro auf 15,4 Mio. Euro annähernd verdoppelt. Der Schwerpunkt lag auf der Errichtung eines neuen Gebäudes am Firmensitz in Gosheim, in das Ende des vergangenen Jahres die Großmaschinenmontage und die Automatisierungstechnik einzogen. Außerdem wurde in die Erweiterung der Bereiche Fertigung, Montage, Logistik und IT sowie in ein neues Kunden- und Besucherrestaurant investiert.

Die Bilanz des Hermle-Konzerns zeigte sich zum Jahresende 2014 weiterhin sehr solide: Das Eigenkapital stieg proportional zum Bilanzsumme um 9,5 % auf 202,8 Mio. Euro (Vj. 185,2), sodass die Eigenkapitalquote unverändert 71,7 % betrug. Das starke Wachstum und die hohen Investitionen des vergangenen Jahres finanzierte Hermle wieder ausschließlich aus eigener Kraft und ohne Bankverbindlichkeiten.

Zur Bewältigung der guten Nachfrage wurde das Hermle-Team 2014 um 52 Personen auf 964 Mitarbeiter (Vj. 912) vergrößert. Neueinstellungen gab es vor allem in der Montage, Produktion, Logistik und im technischen Service. Außerdem wurden erneut Auszubildende mit erfolgreichem Abschluss übernommen und die frei gewordenen Ausbildungsplätze neu besetzt. Die Zahl der Auszubildenden stieg im Stichtagsvergleich um 13 auf 106 junge Menschen (Vj. 93).

Hermle betreibt intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um das Angebot kontinuierlich an die sich ändernden Anforderungen der verschiedenen Marktsegmente anzupassen. 2014 wurden unter anderem das hochdynamische Bearbeitungszentrum C 52 U/MT und das neue Hermle Automation Control-System (HACS) entwickelt. Mit HACS, einer Software zur Steuerung und Überwachung automatisierter Hermle-Maschinen, bietet das Unternehmen eine innovative Lösung im Bereich Industrie 4.0 an.

Der Auftragseingang hat sich 2014 nach der außerordentlich starken Vorjahresentwicklung erwartungsgemäß normalisiert. Konzernweit erhielt Hermle neue Bestellungen im Wert von 332,5 Mio. Euro, 5,6 % weniger als 2013 (Vj. 352,3), als umfangreiche Großaufträge aus dem Ausland eingegangen waren. Daher nahmen die neuen Auslandsorders im Berichtsjahr um 12,8 % auf 192,4 Mio. Euro ab. Im Inland stieg der Bestelleingang dagegen um 6,5 % auf 140,1 Mio. Euro. Ende 2014 verfügte das Unternehmen über einen Auftragsbestand von 119,1 Mio. Euro (Vj. 133,4).

Auf dieser Basis erwartet Hermle, dass sich auch der Geschäftsverlauf 2015 normalisiert. Aus heutiger Sicht wird der Konzernumsatz um einen mittleren einstelligen Prozentwert und das Ergebnis auslastungsbedingt entsprechend überproportional abnehmen. Mit einmaligen, umfangreichen Großaufträgen aus dem Ausland, die sich 2014 deutlich positiv ausgewirkt hatten, ist 2015 nicht zu rechnen. Außerdem geht das Unternehmen davon aus, dass es im Geschäft mit russischen Kunden wegen strengerer Ausfuhrregelungen, weiterer Finanzmarktsanktionen sowie der Konjunktur- und Währungsschwäche des Landes zu Umsatzausfällen kommt, die durch Zuwächse in anderen Regionen nicht vollständig ausgeglichen werden können. kf

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