100-jähriges Bestehen von Leipold

Andreas Mühlbauer,

Vom Lohnfertiger zum Systemanbieter

In ihrer 100-jährigen Geschichte hat sich die Carl Leipold GmbH von einer Lohndreherei zum Systemanbieter für Präzisionsdrehteile entwickelt. Bereits in vierter Generation fertigt das Familienunternehmen an drei Standorten Lösungen für unterschiedliche Branchen.

Heute ist Leipold ein Industrieumternehmen mit modernster Zerspanungstechnik. © Leipold

Die Wurzeln der Leipold-Gruppe liegen im Schwarzwald. Vor 100 Jahren gründete Carl Leipold den Betrieb. „Wir fühlen uns unserer langen Tradition mit Wertarbeit made im Schwarzwald verpflichtet, blicken aber dank unseres besonderen Zerspanungs-Know-hows mit hochqualifizierten Mitarbeitern erwartungsvoll in die Zukunft“, sagt Pascal Schiefer, geschäftsführender Gesellschafter der Leipold Gruppe. „Dank unserer Investitionen in neue Fertigungs- und Werkzeugtechnologien sind wir für kommende Herausforderungen gerüstet.“ Leipold stehe für eine hohe Verlässlichkeit gegenüber seinen Mitarbeitern sowie eine hohe Lieferfähigkeit gegenüber seinen Kunden.

Gründung 1919 ganz ohne Startkapital

Der Schwarzwald ist zur Zeit der Leipold-Gründung bereits hochindustrialisiert. Auf der Suche nach Arbeit lässt sich der gebürtige Thüringer und gelernte Mechaniker Carl Leipold nach dem ersten Weltkrieg in Nußbach bei Triberg nieder. 1919 gründet er ohne eigenes Startkapital seinen eigenen Betrieb.

Die Umstände der Nachkriegsjahre sind widrig, die Goldenen Zwanziger bringen für Leipold den Aufschwung. 1927 zieht das Unternehmen an den heutigen Sitz in der Vorstadtstraße in Wolfach. Gegen den Trend der Weltwirtschaftskrise investiert Carl Leipold und vergrößert die Fabrik. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs stockt die Entwicklung. Leipold-Arbeiter müssen vermehrt an die Front. Der Betrieb wird zwangsweise umgestellt und produziert kriegswichtige Güter. Auch bei Leipold werden in der Zeit Zwangsarbeiter eingesetzt – die Leipold Gruppe beteiligt sich daher bis heute am Stiftungsfond „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.

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Wirtschaftswunder-Zeit beflügelt Expansionsphase

In der Wirtschaftswunder-Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nimmt der Betrieb wieder Fahrt auf. Carl Leipold leistet Pionierarbeit, konzipiert neue Drehautomaten, verarbeitet dabei Material erstmals vom Ring. 1953 zählt das Unternehmen bereits 40 Mitarbeiter, bis zum 50-jährigen Bestehen 1969 wächst die Mitarbeiterzahl auf 100 an. Leipold entwickelt sich zu einem der wichtigsten Arbeitgeber Wolfachs.

Maßgeblich dafür ist auch Carl Leipolds Schwiegersohn Ludwig Schiefer, der operativ fest im Unternehmen integriert ist. Nach Carl Leipolds Tod 1979 übernimmt er die volle Verantwortung, doch schon 1982 verstirbt er plötzlich. Sein Sohn, Dr. Karl-Heinz Schiefer, rückt früher als geplant ins erste Glied. Der Betrieb zählt damals 124 Mitarbeiter.

Vom Handwerksbetrieb zum Industrieunternehmen

Der Enkel des Firmengründers formt Leipold von einem großen Handwerksbetrieb zu einem Industrieunternehmen mit standardisierten Abläufen und Verfahren. Er baut nicht nur einen unternehmenseigenen Vertrieb auf. Bereits zu dieser frühen Zeit investiert er in die digitale Infrastruktur. Leipold fertigt neue Produkte insbesondere für Automotive, Industrietechnik und Elektrotechnik. Das Unternehmen verarbeitet Kupfer- und Stahllegierungen sowie Aluminium und Titan – 50 Prozent der hochkomplexen Produkte produziert es heute aus Edelstahl. 1997 wird Leipold die erste Dreherei in Europa und das erste Unternehmen im Kinzigtal mit einem Öko-Audit nach der EG-Öko-Verordnung.

2012 übernimmt die vierte Generation die volle Verantwortung. Damit setzt sich die Familiengeschichte fort. Karl-Heinz Schiefers Sohn Pascal wird neuer Geschäftsführer der Carl Leipold GmbH. Neben der Spezialisierung in verschiedenen Branchen treibt er die Investitionen in neue Technologien voran. 2017 realisiert er die Verdoppelung der Produktionsfläche im US-Werk. Aktuell schiebt er die Produktionserweiterung in Wolfach an. „Mit unseren Bestrebungen bekennen wir uns klar zum Produktionsstandort Wolfach“, sagt Schiefer. „Wo unsere Geschichte begann, sehen wir auch eine erfolgreiche Zukunft für unser Unternehmen.“

Der Unternehmenserfolg fußt bis heute insbesondere auf dem Know-how der Mitarbeiter. Teilweise in dritter Generation arbeiten Familien bereits bei Leipold – es gibt sogar noch Pensionäre, die alle vier Führungsgenerationen erlebt haben. Mit der Kompetenz seiner Mitarbeiter begleitet Leipold seine Kunden verstärkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette für die Herstellung komplexer Teile, sagt Pascal Schiefer: „Die erfolgreichsten Geschäftsbeziehungen sind erfahrungsgemäß immer diejenigen, bei denen Leipold bereits sehr früh in Projekte der Kunden eingebunden wird.“ Heute versteht sich Leipold-Gruppe als Lösungsanbieter in der Herstellung von Präzisionsteilen.

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