Wechselkopfbohrer

Wie Iscars Sumocham-System bei Krones immense Kosten spart

Eher eine spontane Idee führte bei Krones in der Großteile-Fertigung im Werk Nittenau zu jährlichen Kostenvorteilen im fünfstelligen Euro-Bereich. Wesentlichen Anteil daran hat der Mehrfunktionen-Bohrer Sumocham von Iscar. Eingesetzt wird er, um an Vielfach-Ventilträgern Bohrungen einzubringen – stattliche 39.000 im Jahr.

Der Sumocham-Sonderstufenbohrer in Bearbeitungsposition: Die Bohrungen sind 24,5 mm tief, werden ohne Vorbohren und mit gleichzeitiger Anfasung in einem Arbeitsgang eingebracht.

Neulich in Nittenau: Im Besprechungszimmer der Krones AG rauchen die Köpfe. Christian Jahl, Technische Beratung und Verkauf bei Iscar Germany, und Josef Kagerer, Krones, brüten über einer neuen Idee. Es geht um die Bohrbearbeitung eines großformatigen Vielfach-Ventilträgers aus dem Werkstoff 1.4301. Lässt sich das neue Bohrwerkzeugsystem mit Wechselkopf namens Sumocham zum Bearbeiten von tausenden Bohrungen mit Durchmesser 18 mm an Vielfach-Ventilträgern einsetzen? Auf einen Versuch kommt es an!

Das ganze Team (v. li. n. re.): Markus Zimmermann, Produktions-Teamleiter, Reinhard Weber, Produktionsmittel Support Fertigung, Josef Kagerer, Maschinenbediener, und ganz rechts Thomas Reber, Maschinenbediener, alle Krones AG, und als zweiter von rechts Christian Jahl, Technische Beratung und Verkauf von Iscar Germany.

Szenenwechsel – Fertigung: Insgesamt werden im Werk Nittenau von Krones mehr als 250 Maschinen und Anlagen zur Bearbeitung von Kleinteilen, Großteilen, Kunststoffteilen sowie für die Etikettiertechnik und für den Betriebsmittelbau betrieben. Folgerichtig kommen hier alle denkbaren Technologien und Disziplinen wie z. B. CNC-Drehmaschinen zur Fertigung von Rotationsteilen, 5-Achsen-Bearbeitungszentren zur Herstellung kubischer Teile oder Großteile-Bearbeitungszentren für die Fertigung von Fülltischen oder Vielfach-Ventilträgern mit mehreren tausend Millimetern Durchmesser zum Einsatz. Markus Zimmermann, Produktions-Teamleiter, erklärt: „Selbstredend sind solche Maschinen mit leistungsfähigen Werkzeugen auszurüsten, und hier arbeiten wir mit starken Herstellern zusammen, unter anderem seit gut 25 Jahren mit Iscar.“

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Das Unternehmen Krones verwendet das Sumocham-Wechselkopfsystem als Sonderstufenbohrer mit dem Wechselkopf (im Bild vorn) und den eingesetzten Wechselschneidplatten zum Anfasen.

Klassisch begonnen mit den Stech- und Stechdrehwerkzeugen, nutzt das Unternehmen heute das breite Werkzeug- und Leistungs-angebot von Iscar, um bei jeder möglichen Bearbeitung die geforderte Performance erreichen zu können. „Performance heißt in unserem Fall, dass die Werkzeuge sowohl ihre Zerspanungsleistungen bringen als auch langfristig äußerst robust und zuverlässig arbeiten müssen“, so Zimmermann weiter. „Denn wenn wir beispielsweise einen schon vorbearbeiteten Fülltisch oder einen Ventilträger mit 6.500 mm Durchmesser auf einem Großteile-Bearbeitungszentrum weiterbearbeiten müssen, geht es schnell um einige tausend Euro!“

Pro Bohrung 0,226 Minuten gespart

Krones lässt seinen spezialisierten Fachkräften an den Maschinen viel Freiraum. Damit kommt das Unternehmen auch in heiklen Fällen immer wieder ein gutes Stück weiter, vor allem durch die enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Werkzeugherstellern wie Iscar.

Auf einem Rundtisch eines Großteile-Bearbeitungszentrums wurde ein Ventilträger mit 6.500 mm Durchmesser aufgespannt und für die Bohrbearbeitung (400 Bohrungen pro Stück) vorbereitet.

„Pro Jahr gilt es an circa 70 Stück der Vielfach-Ventilträger ungefähr 39.000 Bohrungen einzubringen“, berichtet Reinhard Weber, Produktionsmittel Support Fertigung von Krones. „Wenn dabei pro Bohrung allein einige Sekunden eingespart werden, wohlgemerkt bei der gebotenen Prozesssicherheit, dann wären das bereits einige Stunden an Zeit- und damit Kostenersparnis. Zumal wir auch auf die Idee kamen, gegenüber der früher zweistufigen Bohrbearbeitung mit Vorbohren und Aufbohren durch Vollhartmetallwerkzeuge auf 18 Millimeter nur noch einen Bohrvorgang durchzuführen, nämlich mit einem Wechselkopfbohrwerkzeug Sumocham gleich die Bohrung mit der Fase herzustellen.“ Bereits die ersten Tests verliefen derart erfolgreich, dass die Umstellung von konventionellen VHM-Bohrwerkzeugen auf Sumocham-Wechselkopfbohrer beschlossen und der Fertigungsprozess angepasst wurde. Doch damit nicht genug, denn mit dem in dieser „Wucht“ nicht erwarteten Erfolg kam weiterer Appetit, wie Patrick Muller, Produktspezialist Bohren von Iscar Germany, erläutert: „Es war unglaublich, wie wir mit dem Sumocham-Wechselkopfbohrer auf einen Schlag die Bohrzeiten um 0,226 Minuten pro Bohrung reduzieren konnten – durch die Erhöhung der Schnittgeschwindigkeit um 20 Prozent von 68 auf 81 m/min und die Erhöhung des Vorschubes um 25 Prozent von 0,11 auf 0,14 Millimeter. Darüber hinaus konnten wir die Standzeiten von früher 400 Bohrungen auf jetzt mehr als 1.400 steigern und einen Arbeitsgang sowie den damit verbundenen Werkzeugwechsel einsparen.“

Reinhold Schmalzbauer (li.), Anwendungstechnik & Beratung bei der Iscar Germany: „Mit der Reduzierung der Bohrzeiten pro Bohrung um 0,226 min ergibt sich eine beachtliche Kosteneinsparung.“ Auch Thomas Reber, Maschinenbediener des Großteil-Bearbeitungszentrums, ist zufrieden.

Befinden sich die Fertigungstechnik-Spezialisten des Hauses Krones im Werk Nittenau bereits auf einem sehr hohen Level, zeigten sie sich angesichts der hier durchgängig erreichten Produktivitäts- und Leistungssteigerung bei verringerten Fertigungs- und Werkzeugkosten jedoch schon überrascht, wie Reinhold Schmalzbauer, Anwendungstechnik & Beratung von Iscar und für die Betreuung des Kunden Krones AG zuständig, abschließend meinte: „Im Jahr 2014 wurden 70 solcher großen Ventilträger aus Werkstoff 1.4301 gefertigt. Dies bedeutet das Bearbeiten von 39.014 Bohrungen mit Durchmesser 18 Millimeter und gleichzeitigem Anfasen. Mit der Reduzierung der Bohrzeiten pro Bohrung um 0,226 Minuten ergibt sich eine beachtliche Kosteneinsparung. Berechnet man nun noch die auf das 3,5-Fache erhöhte Werkzeugstandzeit und die durch den Wegfall eines VHM-Bohrers sowie des Senkwerkzeugs geringeren Werkzeugkosten, so kommt Krones mit dem Einsatz eines einzigen Sonderwerkzeugs allein bei dieser Bohrbearbeitung pro Jahr auf eine Gesamtersparnis im fünfstelligen Euro-Bereich.“ Grund genug für Krones, auch in Zukunft auf die Partnerschaft mit Iscar zu setzen. ee

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