Horizontal-Bearbeitungszentren

Produktiv zerspanen

Der Lohnfertiger Schubert + Edelmann produziert im schwäbischen Bartholomä hauptsächlich einbaufertige Komponenten für die individuell entwickelten Verpackungsmaschinen der Gerhard Schubert GmbH. Darüber hinaus werden langjährige Kunden aus den Bereichen Luftfahrttechnik, Antriebstechnik und Augenoptik beliefert. Als Zerspanungsexperte mit höchstem Qualitätsbewusstsein setzt S+E unter anderem auf Werkzeugmaschinen von DMG Mori und Steuerungstechnologie von Heidenhain.

Blick ins Innere: Die DMC 75 H Duoblock ist mit einem Paletten-Rundspeicher für sieben Paletten ausgestattet. Bei der DMC 65 H Duoblock sind es zwölf Paletten. Die Heidenhain-Steuerungen übernehmen während der automatisierten Bearbeitung die komplette Palettenverwaltung.

Ein gesundes Betriebsklima schafft gute Voraussetzungen für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Bei Schubert + Edelmann kann man diese Philosophie unter anderem an den Betriebszugehörigkeiten ablesen: Geschäftsführer Manfred Grieser ist seit über 40 Jahren mit dem Unternehmen verbunden, Fertigungs- und Ausbildungsleiter Bernd Fuchs seit 25 Jahren. Beide haben schon ihre Ausbildung hier absolviert und legen auch heute noch großen Wert darauf, den Nachwuchs in den eigenen Reihen zu fördern. Die Ausbildungsquote liegt bei 15 bis 20 Prozent. Manfred Grieser nennt den Grund dafür: „Das beste Mittel gegen Fachkräftemangel ist und bleibt die Ausbildung im eigenen Haus.“ Nach den Lehrjahren seien die Mitarbeiter gut auf den Fertigungsalltag eingestellt. „Sie kennen unsere Produkte und haben schon früh ein weitreichendes Know-how in der Zerspanung“, sagt Grieser.

Die Zerspanung ist für den Lohnfertiger S+E naturgemäß Dreh- und Angelpunkt des Tagesgeschäfts. Hier zeigt sich sowohl die Kernkompetenz der Mitarbeiter als auch die technologische Basis des Unternehmens. Pro Jahr gehen 60.000 Aufträge für Einzelteile und Kleinserien allein aus dem Hause Schubert ein. Insgesamt verlassen dabei eine Million Präzisionsteile das Werk. „Dank einer steigenden Auftragslage können wir regelmäßig in den Ausbau unserer Produktion investieren“, freut sich Manfred Grieser – nicht zuletzt auch, weil er damit neue Arbeitsplätze schafft.

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Aus technologischer Sicht blickt S+E heute auf eine lange Maschinen- und Steuerungsgeschichte zurück, wie das Beispiel Heidenhain gut veranschaulicht. Von der TNC 355 bis zur aktuellen iTNC 530 sind zahlreiche Steuerungsgenerationen und -versionen im Einsatz – was für S+E auch eine Arbeitsgrundlage ist. „Da sich Fertigungsaufträge wiederholen, kann es sein, dass Programme auf unterschiedlichen Maschinen laufen müssen“, erklärt Bernd Fuchs. Die Kompatibilität untereinander erleichtere die Arbeit ungemein. Damit alle Mitarbeiter gleichermaßen gut zurechtkommen mit den unterschiedlichen Steuerungen, beginnt das Unternehmen schon in der Ausbildung damit, die Nachwuchskräfte an jeder Version einzuarbeiten. „Die durchgängige Klartext-Dialog-Programmierung vereinfacht den Wechsel zwischen den Steuerungen selbstverständlich“, weiß Bernd Fuchs. Zusätzliche Steuerungskapazitäten in der Ausbildung hat S+E mit einem externen Programmierplatz eingerichtet: „Wenn die Maschinen belegt sind, kann ein Auszubildender auch dort das Programmieren üben“, so der Ausbildungsleiter.

Die Kapazitäten in der Produktion hat das Unternehmen zuletzt 2012 erweitert – mit einer neuen Halle und vier Werkzeugmaschinen von DMG Mori. Zu letzteren zählen auch die zwei Horizontal-Bearbeitungszentren DMC 65 H Duoblock und DMC 75 H Duoblock – beide ausgestattet mit der 3D-Steuerung iTNC 530 von Heidenhain, Paletten-Rundspeichern und Kettenmagazinen für 180 Werkzeuge. Eine automatische Späneförderanlage bewältigt die enorme Spänemenge der Aluminium-Werkstücke. Diese Ausstattung genügt, um die Maschinen rund um die Uhr zu betreiben, wie Bernd Fuchs erklärt: „Wir arbeiten tagsüber in zwei Schichten und einer mannlosen Nachtschicht.“ Die Prozesse seien dementsprechend optimiert, um die maximale Auslastung und damit Produktivität der Maschinen zu erreichen.

Das auf den beiden DMC H Maschinen bearbeitete Produktspektrum reicht von kleinen bis hin zu größeren Komponenten für Aluminiumgehäuse. Bis zu 800 mm messen die hochwertigen Bauteile auf dem größeren Modell. Die großen Werkzeugmagazine und beide Paletten-Rundspeicher erlauben den Bedienern absolute Flexibilität in der Organisation von Fertigungsaufträgen. Die DMC 65 H Duoblock bietet Platz für zwölf Paletten, die DMC 75 H Duoblock nimmt sieben Paletten auf. Je nach Bauteil werden diese Paletten mit bis zu acht Werkstücken bestückt. Einen wichtigen Anteil an der Fertigung hat auch die iTNC 530 von Heidenhain. Die Steuerung bereitet den nächsten Werkzeugwechsel schon während der Bearbeitung vor, was die Span-zu-Span-Zeiten erheblich reduziert. Außerdem spielt laut Bernd Fuchs die Palettenverwaltung eine große Rolle: „Die iTNC 530 kann die Paletten in beliebiger Reihenfolge der Maschine zuführen und sowohl Bearbeitungsprogramme als auch Nullpunkt-Verschiebungen automatisch zuordnen.“

Kapazitätsausbau in naher Zukunft

Was die Auftragslage betrifft, schaut Manfred Grieser optimistisch nach vorn: „Wir werden weiter wachsen, sorgen aber dafür, dass es ein gesundes Wachstum ist, von dem jeder etwas hat.“ Vor allem die über 70 Mitarbeiter seien für das Unternehmen eine langfristige Stütze. „Außerdem werden wir auf den bisher freien Flächen in der 2013 eingeweihten Werkshalle unsere Kapazitäten in absehbarer Zeit weiter ausbauen.“ ee

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