Schrumpffutter

Gut im Futter

Auf Herz und Nieren konnte Norbert Bücker das Schrumpfgerät und die Schrumpfaufnahmen von Haimer testen, bevor er sie auf seine Bearbeitungszentren „losließ“. Jetzt erreicht der Engineering-Spezialist aus dem westfälischen Münster-Roxel deutliche Verbesserungen hinsichtlich seiner Schnittwerte und Oberflächengüten.

Fräsleistung gesteigert: Dank der hohen Laufruhe, die mit Schrumpfaufnahmen erreicht wird, konnte NBF die Drehzahlen und die Bearbeitungsgeschwindigkeit steigern.

Norbert Bücker ist ein Feinmechanikermeister vom alten Schlag, wie er selbst gerne sagt. Mehr als 20 Jahre hat er an der Universität Münster maßgeschneiderte Geräte für Forschung und Entwicklung konstruiert und gebaut. Dort erlebte er, wie aus der Uni heraus Start-up-Unternehmen entstanden, die größte Schwierigkeiten hatten, ihre Ideen umzusetzen. Der Grund: Es fand sich keiner, der ihre Hightech-Geräte hätte herstellen können.

Synthesegerät für Nuklearmedizin: Die Entwicklung und Produktion mechatronischer Geräte für Hightech-Branchen ist das Kerngeschäft der NBF.

Dem setzte Bücker mit seinem 1988 gegründeten Unternehmen ein Ende. Das Unternehmen NBF – Norbert Bücker in Münster-Roxel – ist auf solche Produkte spezialisiert und bietet jungen Unternehmen neben der hochpräzisen Produktion mechatronischer Geräte zudem ein Komplettpaket. „Entwicklung, Konstruktion, technischer Support – und wenn ein Industriedesigner gebraucht wird, bringen wir den auch noch mit“, sagt Norbert Bücker. Zu den Kunden zählen inzwischen nicht nur besagte Start-ups, sondern auch Weltkonzerne. Medizintechnik, Nuklearmedizin, Licht- und Elektronenmikroskopie, Nano- und Biotechnologie sind typische Arbeitsfelder für NBF.

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Als vor eineinhalb Jahren der Kauf eines Fünf-Achs-Bearbeitungszentrums anstand, und mit einer Hermle C 42 die geeignete Maschine gefunden war, planten die Verantwortlichen, auch das Werkzeugspannsystem durchgehend zu optimieren. Nach einer umfangreichen Recherche stießen Norbert Bücker und sein Assistent Mark Harleman auf die Werkzeug-Schrumpftechnik – und im Speziellen auf Schrumpfaufnahmen und das Power Clamp Comfort NG Schrumpfgerät von Haimer.

Mark Harleman sieht im schnellen und einfachen Werkzeugwechsel eine der großen Stärken der Haimer Technologie.

Rund 100 Schrumpfaufnahmen hat NBF inzwischen im Einsatz. Nicht nur das neue Fünf-Achs-Bearbeitungszentrum ist damit optimal bestückt, auch die bereits zuvor vorhandenen Maschinen arbeiten jetzt mit größerer Leistung. „Wir erreichen eine ungleich bessere Rundlaufgenauigkeit. Daher können wir mit höheren Schnittwerten arbeiten. Wir erzielen bessere Oberflächenqualitäten und auch längere Werkzeugstandzeiten“, erläutert Harleman. „Zudem sparen wir Zeit beim Werkzeugwechsel.“ Effekte, die für NBF tagtäglich spürbar sind, sich allerdings kaum beziffern lassen. Denn wegen der ständig wechselnden Bearbeitungsaufgaben sind quantitative Vergleiche kaum machbar. Zudem hat NBF etwa zeitgleich auch das CAM-Modul „iMachining“ eingeführt, was einen Vorher-nachher-Vergleich weiter erschwert. Gerade für die produktivitätssteigernde Technologie der trochoidalen Fräsbearbeitung bietet Haimer mit seinem Safe-Lock System Sicherheit und Komfort: Durch die Erzeugung von trochoidalen Werkzeugbahnen kann bis zu dreimal schneller und tiefer gefräst werden. Allerdings steigt dabei auch die Gefahr, dass das Werkzeug ausgezogen wird. Denn durch die kleinen Bewegungen mit großer Eingriffstiefe bzw. schnellen Bewegungen über die komplette Schneidenlänge hinweg entstehen hohe Axialkräfte. Mark Harleman lobt die große Auswahl an verschiedenen Ausführungen, die Haimer bei seinen Schrumpffuttern bietet. Denn je nach Bearbeitungsaufgabe spielen unterschiedliche Kriterien eine wichtige Rolle. Er erklärt: „In der Feinmechanik sind die Platzverhältnisse oft beengt, so dass die schlanke Bauweise der Standard oder Mini Shrink Schrumpfaufnahmen klare Vorteile bietet.“ Für Hochgeschwindigkeits- oder Hochpräzisions-Fräsanwendungen eignen sich speziell die Power Shrink Chucks. Für die Schwerzerspanung mit großen Werkzeugdurchmessern sind die Heavy Duty Shrink Chucks konzipiert. So kann NBF mit den Schrumpfaufnahmen in Kombination mit dem iMachining auch in die Schwerzerspanung vordringen. „Im Zusammenwirken mit dem CAM-Modul iMachining können wir dadurch sogar hochfesten Edelstahl mit einem 20-mm-Fräser, bei einer Eingriffstiefe ap von 37 mm, zerspanen, ohne dass er aus der Schrumpfaufnahme gezogen wird“, betont Harleman.

Für die Zeiteinsparung beim Rüsten der Werkzeuge sind ganz wesentlich die Haimer Spulentechnik New Generation (NG) und die leistungsfähige Kühlung verantwortlich. Die Basis des bei NBF eingesetzten Geräts bildet eine verstellbare Spule, die sich in Länge und Durchmesser dem Futter anpasst. „Die Universalspule ist genau das, was wir brauchen“, sagt Harleman und ergänzt: „Wir müssen zur Anpassung an unterschiedlich große Aufnahmen keine Ferritscheiben austauschen, die Aufnahmen und deren Konturen werden automatisch erkannt – und der Mitarbeiter vor möglicherweise falsch eingestellten Parametern gewarnt. Das Fehlerrisiko ist also minimiert.“ Da NBF zum einen häufig die Werkzeuge wechseln muss und jeder Mitarbeiter die Wechsel selbst durchführt, sei das ein entscheidender Punkt, so Harlemann. „Einfach, schnell, sicher, für jeden Anwender in der Produktion leicht zu bedienen.“ ee

Haimer auf der Grindtec, Halle 1, Stand 1009

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