Feinschneiden und Umformen

Feintool steigert Umsatz erneut

Der im schweizerischen Lyss ansässige Experte für Feinschneide- und Umformkomponenten Feintool konnte seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 4 Prozent auf CHF 509 Mio. steigern.  Aufgrund der Währungsturbulenzen verringerte sich das operative Ergebnis mit CHF 33 Mio. gegenüber dem Vorjahresergebnis geringfügig. Die operative Marge beläuft sich auf 6.5%.

Das Wachstum der globalen Automobilindustrie hielt 2015 weltweit an. Feintool hat von dieser positiven Branchenkonjunktur profitiert und wuchs darüber hinaus in allen relevanten Regionen durch den Gewinn von Marktanteilen schneller als der Markt.

Die Feintool-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 in diesem Umfeld einen Umsatz von CHF 508.9 Mio., was einem Zuwachs von 1.1% entspricht. Währungs-bereinigt verzeichnet das Unternehmen ein organisches Wachstum von 4.4%.

Von den Unternehmensbereichen steuerte das Segment System Parts, in dem Feintool weltweit mit der Serienherstellung präziser Feinschneid- und Umformkomponenten aktiv ist, den größten Umsatzanteil bei. Das Segment wuchs im Berichtsjahr in Lokalwährung um 8.2% auf CHF 438 Mio. und erwirtschaftete damit 86.1% des Gruppenumsatzes. Der Zuwachs lässt sich vor allem auf die gegenüber dem Vorjahr gesteigerten Absatzmengen neuer Produkte in Europa und in den USA zurückführen.
 
Der Umsatz des Segments Fineblanking Technology, in dem Feintool technologische Gesamtlösungen für das Feinschneiden anbietet, lag bei CHF 87.8 Mio. Der Rückgang von 10.7% gegenüber dem Vorjahr lag einerseits an rechnerisch tieferen Verkaufspreisen (Rechnungsstellung in Europa vorwiegend in Euro), andererseits aber auch an kundenseitiger Zurückhaltung aufgrund von Unsicherheiten im Markt. Die internen Verkäufe von Pressen und Werkzeugen an das Segment System Parts stiegen geringfügig.

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Betriebsergebnis wechselkursbedingt leicht gesunken

Alle Segmente und Regionen erwirtschafteten auch in diesem Berichtsjahr einen positiven Beitrag zum Betriebsergebnis. Die Feintool-Gruppe konnte CHF 32.9 Mio. erwirtschaften, was einem Rückgang von 6.4% entspricht. Ohne den negativen Einfluss des massiv gestiegenen Schweizerfrankens wäre das operative Ergebnis um 2.8% gestiegen. Damit erreichte das operative Geschäft eine EBIT-Marge von 6.5%.

Das Segment System Parts erreichte einen EBIT von CHF 35.8 Mio. und eine EBIT-Marge von 8.2%. Die Ergebnistreiber im Serienteilegeschäft waren eine gute Auslastung der Produktionswerke und zahlreiche Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Hinzu kommen die ersten Ergebnisbeiträge aus den in den Vorjahren gewonnenen Rahmenaufträgen. Obwohl die deutschen Standorte die negativen Währungseinflüsse weitgehend kompensieren konnten, ging das operative Ergebnis in Europa zurück, da der schweizerische Fabrikationsstandort 95% seiner Produkte im Euroraum verkauft. Gleichzeitig beträgt der Kostenanteil in Schweizer Franken rund 50%, was zwangsläufig zu einem Margenzerfall führt. Zahlreiche zeitgleiche Produkteeinführungen, die Vorbereitung der Verlagerung einzelner Produkte an einen erworbenen Standort in Deutschland sowie die Erhöhung der Wertschöpfung durch die Installation einer Wärmebehandlungsanlage verursachten zudem erhebliche Zusatzaufwendungen.

Im Investitionsgütergeschäft des Segments Fineblanking Technology erzielte Feintool ein Betriebsergebnis von CHF 4.6 Mio. Die Marge sank gegenüber dem Vorjahr auf 5.2%. Hauptgrund dieser Entwicklung ist der rückläufige Umsatz. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben wurden bewusst leicht erhöht.

Konzernergebnis infolge höherer Steuerbelastung leicht rückläufig

Feintool erwirtschaftete insgesamt ein Konzernergebnis von CHF 20.1 Mio., einer Marge von 3.9% entsprechend. Neben dem leicht tieferen operativen Ergebnis hatte auch die höhere Steuerquote einen negativen Einfluss auf das Nettoergebnis.

Maßnahmen für die Schweizer Standorte auf Kurs

Feintool hat in den vergangenen Jahren seine Strategie, in den jeweiligen Absatzmärkten und Währungsräumen zu produzieren, konsequent ausgebaut. 85% des Umsatzes wird außerhalb der Schweiz produziert. Die Schweiz als Markt trägt lediglich 2% zum Umsatz bei. 

Trotzdem verursachte die starke Aufwertung des Schweizer Frankens bei den Schwei-zer Produktionsstandorten einen beträchtlichen Margenrückgang. In der Produktions-gesellschaft für Teile im schweizerischen Lyss erfolgt die strategische Neupositionie-rung durch eine verstärkte Ausrichtung auf Spezialitäten. Feintool investierte dazu über CHF 10 Mio. in den Ausbau der Wertschöpfungskette. Die damit einhergehende Verlagerung gewisser Produktgruppen an den neuen deutschen Fabrikationsstandort ist angelaufen und wird in 2016 erste Resultate zeigen. 

Die in diesem Zusammenhang per 1. Februar 2015 eingeführte verlängerte Arbeitszeit schwächte den negativen Währungseffekt. Es ist das Ziel, diese Sondermaßnahme baldmöglichst aufzuheben.

Zahlreiche Aufträge und erwartete Abrufe 

Die erwarteten Abrufe unserer Kunden zu Beginn des Geschäftsjahres im Segment System Parts betragen CHF 209.6 Mio. Damit ist dieser Wert gegenüber dem Vorjahr beinahe unverändert, obwohl sich die Währungsverhältnisse in den letzten zwölf Monaten massiv veränderten.

Der Auftragseingang von Dritten im Segment Fineblanking Technology sank um 11% auf CHF 77.2 Mio. Der Auftragsbestand legte um 9.4% auf CHF 36.0 Mio. zu, was einen Arbeitsvorrat von rund acht Monaten für das langfristige Pressen- und Werkzeuggeschäft bedeutet.

Unveränderte Dividendenausschüttung geplant

Angesichts der aktuellen Entwicklung der Feintool-Gruppe sowie der stabilen Ver-mögens- und Finanzlage hat der Verwaltungsrat entschieden, der Generalversamm-lung am 19. April 2016 erneut eine Dividende aus Kapitaleinlagen von CHF 1.50 je Feintool-Aktie zur Genehmigung vorzuschlagen.

Feintool will Marktchancen nutzen

Mit dem Ziel, sich bietende Marktchancen schnell zu nutzen, schlägt der Feintool-Ver-waltungsrat der Generalversammlung vom 19. April 2016 vor, ein genehmigtes Kapital in Höhe von 600'000 Aktien, einem Anteil von 13,4% des heutigen Aktienkapitals entsprechend, unter dem möglichen Ausschluss des Bezugsrechts für die bestehenden Aktionäre zu schaffen.

Verwaltungsrat verstärkt

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung außerdem die Wahl eines zusätzlichen Verwaltungsratsmitglieds, Dr. Rolf-Dieter Kempis, Partner der Theron Advisory Group, für eine Amtsdauer von einem Jahr vor.

Grundsätzlich positiver Ausblick

Feintool geht für 2016 von einer positiven Geschäftsentwicklung aus – aber auch von einem stagnierenden Marktumfeld. Wir erwarten in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von 5% auf rund CHF 530 Mio. bei einer EBIT-Marge von ca. 7%. Damit verbunden sind eine Ausweitung der Produktionskapazitäten, die Entwicklung weiterer marktgerechter Innovationen und Projekte zur Optimierung aller Prozessabläufe.

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