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Interview mit Kersten Bunke, Leipziger Messe

Andrea Gillhuber,

Faszination Fortschritt auf Intec und Z

Am 5. Februar startet mit dem Messedoppel Intec/Z in Leipzig das Messejahr 2019. Der internationale Branchentreff hat sich auch unter anderem zu einem Schaufenster des (ost-)deutschen Maschinenbaus sowie zum Tor der osteuropäischen Märkte entwickelt. Andrea Gillhuber sprach mit Projektdirektorin Kersten Bunke über die Bedeutung des Messeduos.

SCOPE: Das Messedoppel Intec/Z eröffnet traditionell das Messejahr. Welche Impulse wird das Messedoppel der Branche für das neue Jahr mitgeben?

Kersten Bunke, Projektdirektorin Intec und Z bei der Leipziger Messe. © Leipziger Messe

Kersten Bunke: Als erste Messen im Jahr geben wir Ausstellern und Besuchern wichtige Impulse für die jährlichen Investitionsentscheidungen. Intec und Z bieten ein breites Spektrum an Ausstellern, neben Marktführern auch Nischenanbieter sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Auch zeigt die Intec die große Bandbreite des ostdeutschen Maschinenbaus, der wichtige Impulse für den Maschinenbau, vor allem aber für die Automobilindustrie gibt. Natürlich gehen wir auf die Topthemen der Branche wie Digitalisierung und Industrie 4.0 ein und greifen diese in einem praxisorientierten Rahmenprogramm auf.

SCOPE: Welche „Wechselwirkungen“ erwarten Sie von Intec und Z? Wie beeinflussen sich die beiden Messen beziehungsweise Branchen?

Bunke: Intec und Z finden seit 2007 parallel statt und befruchten sich gegenseitig. Die Zuliefermesse Z ist eine ideale Ergänzung zur Maschinenbaumesse Intec: Der Maschinenbau braucht Zulieferer und Zulieferer brauchen Maschinen. Auf dem Messedoppel treffen sich beide Branchen zum internationalen Austausch.

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SCOPE: Welche Networking-Plattformen bieten Sie Ausstellern und Besuchern?

Bunke: Das Businessforum Contact findet bereits zum 13. Mal statt und wird von der IHK zu Leipzig und ihren Partnern im Enterprise Europe Network (EEN) organisiert. Für internationale Besucher und alle Aussteller ist die Veranstaltung kostenlos, deutsche Fachbesucher zahlen 100 Euro. Im Preis enthalten sind ein Messeticket sowie der internationale Abend, der nach Messeschluss in einer tollen Location auf Einladung der IHK in Leipzig ausgerichtet wird. Die Anmeldung für die internationale Networking-Veranstaltung läuft noch bis Januar.

Ergänzend gibt es mehrere Kooperationsforen, darunter das „Ländertreffen 4.0 – Sachsen-Polen-Tschechien-Rumänien“, das traditionelle „Polnisch-Sächsische Wirtschaftsforum“ sowie das „Internationale Kooperationsforum Russland/GUS“.

SCOPE: Die Digitalisierung ist nun in der Industrie angekommen. Auch die Intec/Z spiegelt den Megatrend wider. Wie hat die digitale Transformation das Messedoppel beeinflusst?

Bunke: Das Thema beeinflusst insbesondere unsere Aussteller. Es gibt kaum einen Stand, an dem die digitale Transformation auf die eine oder andere Weise keine Rolle spielt. Klar ist, die Digitalisierung ist da. Wir als Messeveranstalter haben keinen Einfluss darauf, aber wir können die Trendthemen in unserem Rahmenprogramm aufgreifen und für unsere Zielgruppe passend aufbereiten. So findet bereits zum 6. Mal der Kongress „Ressourceneffiziente Produktion“ des Fraunhofer-Verbunds Produktion mit dem Fraunhofer IWU als Ausführer statt. In diesem Jahr lautet das Motto „Smart Production. Szenarien. Lösungen. Benefit“. Bei der Digitalisierung stellt sich ja häufig die Frage, ob KMUs beim digitalen Wandel auf der Strecke bleiben. Daher denke ich, dass gerade für kleine und mittelständische Unternehmen der Aspekt Benefit hilfreich ist, denn bei der digitalen Transformation geht es ja um die Einsparung von Ressourcen sowie um das Erhöhen von Leistungsfähigkeit und Funktionen – und das betrifft alle. Wie alle Veranstaltungen auf der Intec und Z ist auch der Kongress praxisorientiert und soll eben auch die KMUs zur Teilnahme bewegen.

Am 5. Februar startet mit dem Messedoppel Intec/Z in Leipzig das Messejahr 2019. © Leipziger Messe / Tom Schulze

SCOPE: Sensoren spielen in der Fabrik der Zukunft eine entscheidende Rolle. Auf der Intec/Z gibt es die Sonderschau Sensorik. Wie kam es dazu, das Thema aufzugreifen?

Bunke: Die Sensorik gehört zur Digitalisierung dazu. Wir haben uns gemeinsam mit unserem Programmbeirat aus Wissenschaft und Praxis überlegt, welche Themen zu den Messen passen. Es ist nicht zufällig, dass unser Partner für die Sonderschau das Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) ist. Wir stehen vor einem Wandel in der Automobilzulieferindustrie: Das Thema Elektromobilität wird viele Zulieferer zum Umdenken zwingen. Sachsen ist ein Zulieferland, und so kam die Idee auf, was gemacht werden kann. Durch Sensorik ergeben sich viele Potenziale. In der Sonderschau Sensorik geht es nicht um die Sensorfertigung oder darum, die einzelnen Sensortechnologien zu erklären. Im Fokus stehen unter anderem die Sensordaten.

SCOPE: Es geht also um das Beherrschen von Sensordaten, um Datenanalyse und um mögliche Geschäftsmodelle?

Bunke: Es geht um die Systemintegration: Welche Sensoren kann ich in meine Produktion integrieren und was kann ich mit den Sensoren machen? Welche Daten sind wichtig? Welchen Mehrwert bringen mir die Sensordaten? Auch für uns ist die neue Sonderschau Sensorik spannend. Wir sind uns durchaus bewusst, dass es in diesem Bereich Spezialmessen und -konferenzen gibt, daher konzentrieren wir uns darauf, was für unsere Aussteller und Besucher interessant sein könnte.

SCOPE: Eine weitere Sonderschau ist „Additiv + Hybrid“. Wie kam es zu der Entscheidung, die Technologien in einer Sonderschau zu bündeln anstatt in monothematischen Sonderflächen aufzugreifen?

Bunke: Im Jahr 2017 hatten wir die beiden Sonderschauen „Additive Fertigung“ und „Intelligenter Leichtbau“, letztere fand bereits 2015 statt. Für jede gibt es einen Programmbeirat bestehend aus Experten aus Wissenschaft und Praxis. Die Idee, die Sonderschauen zu einer zusammenzufassen, entstand aus diesen Programmbeiräten, da sich die beiden Themen gar nicht mehr trennen lassen. Auch wir sind von dem Zusammenschluss zur Sonderschau „Additiv + Hybrid“ überzeugt.

SCOPE: Konnten Sie aufgrund des Zusammenfassens der beiden Sonderschauen auch neue Aussteller gewinnen?

Bunke: Gerade für große Unternehmen ist die Sonderschau durch die Bündelung von Additiver Fertigung und Leichtbau interessanter geworden. Wir sind noch in der Akquise, doch sehr optimistisch, eine große Bandbreite an Ausstellern und ein umfassendes Forenprogramm zu präsentieren. Wir können schon sagen, dass es auch Aussteller gibt, die sowohl auf der Messe als auch in der Sonderschau vertreten sind; ein Beispiel dafür ist Trumpf. Allerdings sind auf den Ständen unterschiedliche Themen zu sehen.

SCOPE: Auf was freuen Sie sich während der Messe am meisten?

Bunke: Ich betreue die Z seit ihren Anfängen im Jahr 2000, die Intec, seitdem sie 2007 nach Leipzig kam. Es war sehr beeindruckend zu sehen, als 2007 die Maschinen von den Kränen in die Halle hinabgelassen wurden. Die Faszination ist geblieben. Es ist der technologische Fortschritt in der Branche, den man alle zwei Jahre miterleben kann. Und ich bin stolz, Teil dieser für Deutschland so wichtigen Branche zu sein und freue mich, Aussteller und Besucher zusammenzubringen und dass daraus wichtige Projekte und Impulse entstehen.

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