5-Achs-CNC-Werkzeugmaschine

Erfolgreich im Entwicklungssprint

Bis letztes Jahr ließ Canyon Bicycles seine Prototypen für High-End-Räder extern herstellen. Seit die Vormodelle auf einer Hurco 5-Achs-CNC-Werkzeugmaschine inhouse gefertigt werden, konnten bei der Radentwicklung der Zeitaufwand und die Fehlerquote erheblich reduziert und die Flexibilität gesteigert werden.

Bei dem Radhersteller Canyon in Koblenz entstehen Rennräder und Mountainbikes, die im High-End-Bereich liegen und im Design trendgebend sind. Das leichteste Rennrad von Canyon wiegt 4,85 kg.

Die Unternehmensgeschichte klingt so sportlich-ambitioniert wie die Leidenschaft des Gründers: Roman Arnold, passionierter Rennradfahrer und Inhaber eines Koblenzer Fahrradgeschäfts, gründet 2001 die Canyon Bicycles GmbH. Seitdem entstehen dort Rennräder und Mountainbikes, die im High-End-Bereich liegen und im Design trendgebend sind. Spitzensportler erringen auf Canyon-Rädern Siege, für die Optik gab es den renommierten Designpreis der Bundesrepublik Deutschland. Heute beschäftigt Canyon 750 Mitarbeiter, ist in Europa, Asien und Australien aktiv und bereitet den Markteintritt in die USA vor.

Wer sich als Technologieführer auf dem umkämpften Bike-Markt behaupten will, muss schnell sein im Prototypenbau, weiß Gordon Koenen, Director Qualitätsmanagement bei Canyon Bicycles. (Bilder: Hurco)

Sämtliche Teile der Fahrräder werden in Koblenz konstruiert und montiert. 2015 entschied sich das Unternehmen, auch die Prototypenfertigung ins Haus zu holen, was die Anschaffung eines ersten eigenen CNC-5-Achs-Bearbeitungszentrums mit sich brachte. Canyon fand mit der Hurco VMX 42 HSRTi die passende Lösung. Auch vorher habe Canyon Prototypenfertigung betrieben, berichtet Gordon Koenen, Director Qualitätsmanagement. Allerdings mit externen Produktionspartnern und das band eine Menge Koordinationsressourcen: „Die Lieferung dauerte lange, oftmals gab es Missverständnisse, was wiederum Abstimmungsarbeiten nach sich zog.“

Anzeige

Traumhaft kurze Entwicklungszeit

Das eigene Bearbeitungszentrum erhöht nun die Flexibilität und verkürzt die Entwicklungszeit, fährt der Manager fort: „Mit der Maschine können wir kompakte Teile präzise fertigen. Aber wir können auch einen kompletten Rahmen aufspannen und haben einen entsprechend großen Tisch, um eine zerspanende Bearbeitung vorzunehmen.“ So könne – je nach Kapazität und Auftragslage der Maschine – ein Teil bis zum nächsten Tag gefertigt werden. „Und das so exakt, wie wir es uns vorstellen.“

Alle Fahrradteile werden in Koblenz konstruiert und montiert. Für die Prototypenherstellung nutzt Canyon ein CNC-5-Achs-Bearbeitungszentrum von Hurco.

Das hilft im Rennen mit dem Wettbewerb: Wer sich als Technologieführer auf diesem umkämpften Markt behaupten will, muss schnell sein im Prototypenbau, erklärt Koenen: „Wir leben von unserem hohen Innovationsgrad. Um dieses Level halten zu können, steigt der Aufwand stetig.“ Die Fahrradindustrie, erklärt Koenen, sei sehr kurzlebig und habe sich auf den Rhythmus eines Jahres verkürzt. In dem halben bis Dreivierteljahr Entwicklungszeit könne man keine Zeit vergeuden. Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien ist deshalb ein Muss. Für Prototypen und Funktionsmuster werden bei Canyon auch 3D-Drucker eingesetzt. Das, so der Qualitätsmanager, gebe ein Gefühl für das jeweilige Bauteil. Aber für den ultimativen Test müssen mechanisch gefertigte Prototypen vorliegen, davon ist er überzeugt.

Die intuitive Bedienung der 5-Achs-Maschine mit Dialogprogrammierung war ein Hauptargument für die Kaufentscheidung. Koenen: „Wir betrachten es als großen Vorteil, dass man nicht nur mit CAD/CAM arbeiten, sondern vieles bereits direkt an der Maschine programmieren und einsteuern kann.“ Diesen Vorteil sieht auch Björn Hartmann aus der Prototypenfertigung bei Canyon und urteilt: „Die Hurco-Maschine ist für unsere Bauteile perfekt. Das Positionieren der 5-Achsen übernimmt die Steuerung, da muss man nicht groß nachdenken. Wir wechseln regelmäßig zwischen Dialog- und CAM-Steuerung, und zwar direkt an der Maschine.“ Gerade das Arbeiten mit dem CAM-System überzeugt durch eine dynamische Achsenbewegung dank einer dynamisch variablen Satzvorschau der Hurco-Steuerung von bis zu 10.000 Datensätzen. Den Zeitfaktor findet er beeindruckend: „Bei meinem früheren Arbeitgeber hatten wir zwei Maschinen. Verglichen damit spart das Softwarefeature UltiMotion enorm viel Zeit. Wenn man viel mit trochoidalen Bewegungen arbeitet, ist man rund 60 Prozent schneller.“

Die Dialogsteuerung der Maschine passt für Gordon Koenen zum Technologiedenken bei Canyon: „Unser Team geht sehr offen an dieses System heran, weil man sich intuitiv schnell in der Menüführung zurechtfindet. Die gesamte Industrie muss sich darauf einstellen, dass sich Mitarbeiter schnellstmöglich in neuen Systemen zurechtfinden. Lange Schulungen und Trainings wird es in Zukunft nicht mehr geben. Dafür ist der Technologiebereich zu schnelllebig.“ hs

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Werkzeugmaschinen

DMG Mori reist mit 30 Exponaten zur AMB

DMG MORI zeigt auf der kommenden AMB einen Querschnitt seiner Technologien. Auf einer Ausstellungsfläche von über 2.000 qm gewährt der Werkzeugmaschinenhersteller  mit rund 30 Exponaten aus den Bereichen Drehen, Fräsen und Advanced Technologies...

mehr...