Quartalszahlen

Andrea Gillhuber,

DMG Mori spürt Corona

Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres ist durch die Corona-Pandemie geprägt. Auch DMG Mori bekommt dies zu spüren und stärkt nun das Zukunftsfeld Digitalisierung.

DMG Mori verkündet die Zahlen für das 1. Quartal 2020. © DMG Mori

DMG Mori bekommt die erschwerten Markt- und Rahmenbedingungen, mit denen das Geschäftsjahr 2020 gestartet ist, zu spüren. Auch der Maschinenbau hat aufgrund der Corona-Pandemie mit Einbußen und Produktionsausfällen zu kämpfen. Das spürt auch der Werkzeugmaschinenspezialist: Der Auftragseingang beträgt 440,2 Millionen Euro (Q1/2019: 708,3 Millionen Euro), der Umsatz lag in den ersten drei Monaten mit 458,0 Millionen Euro klar unter dem des Vorjahresquartals mit 629,2 Millionen Euro. Das EBIT betrug 25,3 Millionen Euro. Der Free Cashflow belief sich auf -36,7 Millionen Euro. „2020 ist ein Ausnahmejahr: Pandemie plus globale Konjunkturschwäche, geopolitische Unsicherheiten, industrieller Strukturwandel. In dieser schwierigen Zeit halten bei DMG Mori alle eng zusammen. Mit der strategischen Ausrichtung unserer Zukunftsfelder in den vergangenen Jahren lagen wir genau richtig. Gerade jetzt gewinnt die Digitalisierung an Fahrt“, so Vorstandsvorsitzender Christian Thönes.

Auftragseingang und Umsatz im Detail

Die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen verlief im ersten Quartal 2020 aufgrund der schwachen Weltkonjunktur und schnellen Verbreitung des Corona-Virus signifikant rückläufig. DMG Mori verzeichnete mit 440,2 Millionen Euro einen Auftragseingang, der erwartungsgemäß deutlich unter dem hohen Vorjahresniveau lag (-38 Prozent; 708,3 Millionen Euro). Die Aufträge aus dem Inland beliefen sich auf 143,3 Millionen Euro (Vorjahr: 229,0 Millionen Euro). Die Auslandsbestellungen betrugen 296,9 Millionen Euro (Vorjahr: 479,3 Millionen Euro). Der Auslandsanteil lag bei 67 Prozent (Vorjahr: 68 Prozent).

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Der Umsatz lag – beeinflusst durch die Corona-Krise – bei 458,0 Millionen Euro (-27 Prozent; Vorjahr: 629,2 Millionen Euro). Der Rückgang ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass Maschinen aufgrund internationaler Grenz- und kundenseitiger Fabrikschließungen sowie Engpässen bei Transport und Logistik nicht mehr ausgeliefert werden konnten. Die Exportquote belief sich auf 64 Prozent (Vorjahr: 68 Prozent).

Am 31. März 2020 betrug der Auftragsbestand 1.160,8 Millionen Euro (31.12.2019: 1.197,4 Millionen Euro) – eine rechnerische Reichweite von durchschnittlich fünf Monaten. Eine proaktive Maßnahme im Kampf gegen die weitere Virusverbreitung ist die bis Ende April geplante temporäre Teil-Betriebsruhe in den europäischen Produktionswerken sowie ausgewählten Vertriebs- und Servicegesellschaften. Die Wiederaufnahme von Produktion und Montage soll plangemäß zum 4. Mai 2020 erfolgen.

Das von Vorstand und Arbeitnehmervertretern gemeinsam erarbeitete Maßnahmenpaket zum Gesundheitsschutz und zur Beschäftigungssicherung ermöglicht ein geordnetes Vorgehen sowie flexibles Anpassen der Produktionskapazitäten. DMG Mori leistet so einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen COVID-19 und will Beschäftigung in einer Phase sichern, in der die Nachfrage einbricht, viele Unternehmen ihre Produktion stoppen und Risiken in den Lieferketten zunehmen.

Ausblick auf 2020

2020 ist ein Ausnahmejahr. Die Corona-Krise hat in ihrem Ausmaß alle überrascht. Die massiven Folgen für die Weltwirtschaft zeigen sich im Einbruch der Nachfrage, Abbruch von Lieferketten und Produktionsstillständen. Der weltweite Markt für Werkzeugmaschinen soll 2020 laut jüngster April-Prognose des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) und britischen Wirt-schaftsforschungsinstituts Oxford Economics um -28,3 Prozent auf 52,3 Milliarden Euro einbrechen (Oktober-Prognose: -0,6 Prozent). Die USA (-41,3 Prozent), China (-34,0 Prozent), Italien (-32,5 Prozent), Japan (-31,9 Prozent) und Deutsch-land (-30,1 Prozent) sollen am stärksten betroffen sein. Die Auswirkungen der Corona-Krise sind noch nicht in vollem Umfang berücksichtigt. Eine Anpassung der Verbandsprognose erfolgt im Oktober.

Dauer und negative Folgen der Corona-Pandemie sind derzeit weder für die Gesamtwirtschaft noch Industrie absehbar. Aufgrund der völlig geänderten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird auch DMG Mori – im Vergleich zu den Rekordwerten 2019 – gravierende Einbußen bei Auftrags-eingang, Umsatz und Ergebnis hinnehmen müssen. Der im Geschäftsbericht 2019 veröffentlichte Ausblick ist damit nicht aufrechtzuerhalten. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir für das Geschäfts-jahr 2020 keine belastbare Prognose abgeben. Sobald eine gesicherte Einschätzung zu den Folgen von COVID-19 auf den Geschäftsverlauf möglich ist, erfolgt eine Aktualisierung der Prognose 2020. DMG Mori arbeitet mit vollem Einsatz daran, die Krise zu überwinden und insbesondere die strategischen Zukunftsfelder weiter zu stärken.

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