Neuausrichtung Sägebereich

Produktivität in der Vorfertigung steigern

Ein perfekt angepasstes System, bestehend aus Kassettenlager, automatisierter Sägelösung und Abschnittsortierung, steigerte die Produktivität in der Vorfertigung von Uraca aus Bad Urach deutlich. Der Lagerhersteller Intertex aus Eislingen und der Sägemaschinen-Hersteller Behringer aus Kirchardt arbeiteten schon in der Projektierungsphase eng mit dem Kunden zusammen. Höchste Leistung von Anfang an sicherte zudem die gründliche Schulung aller mit dem Sägeprozess betrauten Uraca-Mitarbeiter.

Die Gesamtanlage bei Uraca besteht aus Kassettenlager, automatisierter Sägelösung und Abschnittsortierung.

„Als die Entscheidung zur kompletten Umstrukturierung und Neuausrichtung des Lager- und Sägebereichs fiel, wollten wir, dass alles von Anfang an reibungslos funktioniert“, bringt es Gerd Werner auf den Punkt. Er ist als Leiter der Arbeitsvorbereitung bei Uraca zuständig dafür, dass die Prozesse und Maschinen die für die Fertigung der hochmodernen Pumpen, Aggregate und Ventile, benötigt werden, zur Verfügung stehen. Keine leichte Aufgabe, da die Teile, ebenso wie das Endprodukt, enormen Belastungen standhalten müssen und für eine lange Lebensdauer ausgerichtet sind. „Die Pumpen müssen beispielsweise Betriebsdrücke von bis zu 3.000 bar aushalten. Sie sind hohen Temperaturschwankungen oder aggressiven Medien ausgesetzt. Deshalb bestehen bereits die Einzelkomponenten aus hochfesten Spezialstählen“, ergänzt der Fachmann.

Anforderungen, die schon beim Herstellungsprozess der Vorfertigungsteile Maschinen und Anlagen erfordern, die auf eben diesem hohen Niveau arbeiten. Nicht nur im Hinblick auf Tempo und Präzision sollte das Ergebnis stimmen, „sie müssen auch in der Lage sein, die zeitgemäßen, anspruchsvollen Materialien zu zerspanen, die aufgrund ihrer Speziallegierungen schwer zu bearbeiten sind“, so Werner weiter. „Unsere vier Vorgänger-Sägemaschinen waren bereits in die Jahre gekommen und nur noch bedingt in der Lage, dieses Pensum vertretbar zu meistern.“ Das bedeutete für die Sägerei des Traditionsunternehmens mit seinen 320 Mitarbeitern die Investition in zwei neue Bandsägeanlagen für unterschiedliche Materialdurchmesser: Nach gründlicher Marktsondierung steht nun eine vollautomatisierte HBM440A PC-E mit Zu- und Abfuhreinrichtung und umfangreicher Sonderausstattung zum bedienerlosen Sägen in der Halle, um den Schnittbereich bis 440 Millimeter abzudecken. Ein Bandsägeautomat HBP313A von Behringer leistet bereits seit längerem gute Dienste für Schnittbereiche bis 310 Millimeter für Rundstäbe und 500 Millimeter x 300 Millimeter bei 90°-Schnitten im Flachmaterial. Zudem herrschte akuter Platzmangel im Rohmateriallager, da die Werkstoffsorten und Abmessungen im Laufe der Jahre stetig angestiegen sind. Die getrennte Lagerung von Stangen und Restmaterial erschwerte zudem das Bereitstellen und Rücklagern. Auch ein zeitaufwendiges Suchen blieb laut Willi Jahn, dem zuständigen Meister, nicht aus. „Ein Zustand, der auf Dauer nicht wirklich effizient war“, räumt Jahn selbst ein. Abhilfe schafft nun ein 15 Meter hoher Kassettenlagerturm von Intertex aus Eislingen, der im Außenbereich der Produktionshalle angebracht wurde. Das Unternehmen entwickelt und produziert Sonderlösungen im Bereich Lagersysteme und arbeitete in der Projektierungsphase eng mit Behringer und dem gemeinsamen Kunden Uraca zusammen.

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Die Kombination aus Langgut- und Palettenlager zur Lagerung von Gitterboxen fasst insgesamt 373 Tonnen und ist perfekt an die Anforderungen bei Uraca angepasst. „Wir haben Kassetten unterschiedlicher Höhe mit verschiedenen Traglasten und Volumina vorgesehen, so dass es sämtliche benötigten Teile fassen kann. Für kurze Reststücke ist beispielsweise ein verlängerter Blechboden in den Fächern eingezogen, für hohe Teile ist die Kassette entsprechend größer. Gewichte von 1.200 bis 4.000 kg können eingefüllt werden“, beschreibt Edmund Funk, Intertex-Vertriebsleiter. So lassen sich maximales Lagervolumen, optimale Füllhöhen und ideale Füllgrade der Lagerfächer erreichen. „Zudem wurde das Lager ins vorhandene ERP-System bei Uraca integriert, so dass jederzeit abgerufen werden kann, wo sich welches Material in welchen Abmessungen befindet“, ergänzt er. Ein Überladen der Kassetten kann nicht erfolgen, da die Anlage vor jeder Einlagerung eine Gewichtsüberprüfung vornimmt. Befüllt wird das Lager über eine überdachte Ladezone im Außenbereich oder über eine weitere Ladestation in der Halle.

Der Einzelkomponenten des Gesamtsystems greift optimal ineinander. Das im Lagerturm befindliche Rohmaterial wird über Terminals der Firma Intertex angefordert und automatisch in die Ladezone befördert. Von dort übernimmt ein Stapler oder Hallenkran die Stangen und legt sie auf das Zufuhrmagazin der Sägemaschine. Der Quertransport hat keine feste Rastereinteilung mit Nocken, so dass das Material frei positioniert werden kann und eine optimale Ausnutzung der verfügbaren Fläche gewährleistet ist. Von dort gelangt es in den Sägebereich und wird programmgesteuert abgelängt. In der Hauptsache werden Rundmaterialien oder Brammen mit bis zu sechs Metern Länge gesägt, um nach einem Dreh- und Fräsvorgang als Komponenten in die Produktion von Kolbenpumpen einzugehen. Aufgrund der großen Materialvielfalt, die neben Duplexstählen auch Buntmetalle umfasst, werden keine Großserien gefertigt. Auch Einzelschnitte sind möglich.

Nach dem Trennen zieht ein Greifer der Abschnittsortierung die Fertigteile, Anschnitte und kurzen Reststücke zunächst von der Schnittstelle weg und legt sie auf einer Rollenbahn mit Tragrollen und zwischenliegenden Abdeckplatten ab. Von dieser Rollenbahn werden die Teile dann automatisch auf beiden Seiten abgeschoben und gelangen in Behälter. Die Ablagepositionen sind entsprechend der Behältergröße programmierbar. „Für lange und schwere Abschnitte ist auf der Anschlagseite ein Stablager mit teilweise geschlossenem Tisch vorgesehen“, erklärt Tobias Steudle, der die HBM440A PC-E bedient. Anschnitte und Reststücke, die kürzer als 500 Millimeter sind, gelangen in einen dafür vorgesehen Behälter. Die Gutteile können auftragsbezogen verteilt werden. „Insbesondere beim Wegsortieren der Fertigteile gab es in der Vergangenheit Probleme, da diese durch den unsanften Fall in die Container teilweise beschädigt wurden“, erinnert sich Gerd Werner. Hier sei man nun auf der sicheren Seite. Vom ersten Schnitt an konnte die Gesamtanlage reale Aufträge abarbeiten, denn die Mitarbeiter der Sägerei nutzten bereits vor der Abnahme und Inbetriebnahme des Sägesystems die Möglichkeit einer intensiven Schulung im Werk des Herstellers Behringer in Kirchardt.

Zeit und Kosten gespart

„In ruhiger Atmosphäre, ohne Ablenkung durch das Tagesgeschäft, haben wir die wichtigsten Punkte rund um die Säge und die Peripherie gezeigt bekommen“, so Steudle. Dies erspare dem Kunden Zeit und auch Kosten für unnütz gesägtes Material oder kostspielige Fehler durch unsachgemäße Bedienung, erklärt Achim Müller die Vorteile des Schulungspakets. Maschinenbediener Tobias Steudle sieht es praktisch: „Man spricht auf einer Ebene, wenn man sein Gegenüber beim Hersteller kennt.“ Er habe das gesamte Potenzial der Maschine von Anfang an nutzen können. „Das hat sich vom ersten Tag an gerechnet“, freut sich auch Gerd Werner. Insgesamt sprechen alle Beteiligten von einer konstruktiven Projektierungsphase, bei der für den Kunden Uraca Behringer der Hauptansprechpartner war. „Durch den guten Kontakt zu Intertex ergab sich eine Zusammenarbeit, die von Beginn an funktioniert hat“, bestätigt auch Edmund Funk. ee

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