Neues zu Automation und Turnkey

Erfolgreiche Technologie-Tage bei Arburg

Über 6.700 Gäste aus aus 53 Nationen informierten sich vom 15. bis 18. März auf den Technologie-Tagen bei Arburg über neueste Trends beim Spritzgießen und in der additiven Fertigung. Präsentiert wurden mehr als 50 Exponate in Aktion, die Effizienz-Arena mit dem Thema „Industrie 4.0 pragmatisch“, Turnkey-Spritzgießlösungen, das neue Arburg Prototyping Center für die additive Fertigung mit dem Freeformer sowie ein spezieller Servicebereich

Eine Turnkey-Anlage rund um die neue hybride Großmaschine Allrounder 1120 H fertigt acht Einzelteile, die nachfolgend zu gebrauchsfertigen klappbaren Trittschemeln montiert werden.

„Für unsere jährlichen Technologie-Tage setzen wir alle Hebel in Bewegung, um unseren geladenen Gästen einen umfassenden Überblick über das Arburg-Produktprogramm, Trends in der Kunststoffverarbeitung und innovative Anwendungen zu geben. Viele Mitarbeiter und Auszubildende waren in das einzigartige Branchenevent eingebunden. Unsere Kunden schätzten die einzigartige Atmosphäre, nutzten intensiv die Gelegenheit, mit unseren Experten ins Gespräch zu kommen, und nahmen am Ende des Tages wichtige Impulse für ihre eigene Fertigung mit“, resümiert Michael Hehl, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Arburg-Geschäftsführung.

Highlight Allrounder 1120 H

Ein Publikumsmagnet war die neue hybride Großmaschine Allrounder 1120 H mit 6.500 kN Schließkraft, die auf den Technologie-Tagen 2017 klappbare Trittschemel produzierte.

Ein Publikumsmagnet war der neue hybride Allrounder 1120 H, der das Leistungsspektrum in den Schließkraftbereich bis 6.500 kN erweitert. Nach der Premiere auf der Weltleitmesse K 2016 boten die Technologie-Tage 2017 erneut Gelegenheit, die neue Großmaschine im neuen Design und mit visionärer Gestica-Steuerung ganz genau in Augenschein zu nehmen. Im Rahmen einer innovativen Turnkey-Lösung fertigte das Exponat gebrauchsfertige Klapptrittschemel im exklusiven Arburg-Design. Dazu wurden mit einem acht Tonnen schweren Familienwerkzeug in einer Zykluszeit von rund 60 Sekunden acht Einzelteile gefertigt und in Zusammenspiel von Multilift V 40, Sechs-Achs-Roboter und Montagestation „ready to use“ zusammengesetzt.

Anzeige

„Industrie 4.0 pragmatisch“

Mit dem Konzept „Industrie 4.0 pragmatisch – Wissen was zählt“, gaben Arburg und ausgewählte Partner in der Effizienz-Arena 2017 den Kunden aus verschiedenen Blickwinkeln Impulse, wie sie Industrie 4.0 umsetzen und ihre eigene Fertigung effizienter gestalten können.

Ganz hervorragend kam auch die Effizienz-Arena an, in der Arburg gemeinsam mit ausgewählten Partnern praxisnah und pragmatisch Beispiele für die Umsetzung von Industrie 4.0 zeigte. Die Kunden erhielten aus verschiedenen Blickwinkeln Impulse, wie sie Industrie 4.0 umsetzen und ihre eigene Fertigung effizienter gestalten können. Ein wegweisendes Praxisbeispiel war die räumlich verteilte und informationstechnisch vernetzte Produktion „smarter“ Kofferanhänger in Losgröße 1. Dazu wurden eine Allrounder-Spritzgießmaschine und zwei Freeformer für die additive Fertigung kombiniert. Für lückenlose Rückverfolgbarkeit jedes individuellen Bauteils sorgte das Arburg Leitrechnersystem ALS. Vorgestellt wurden auch die beiden ALS-Zusatzmodule „Energy Visualisation" für die auftragsbezogene Zuordnung von Energiedaten und „Material Staging Interface“ für Chargenwechsel.

Weitere Themen in der Effizienz-Arena waren die Rückverfolgbarkeit vom Fertigteil zum Granulat, Online-Monitoring für die Qualitätssicherung, systematische Energieverbrauchs-Erfassungen und die Integration von Peripherie in die Selogica-Maschinensteuerung.

Acht Freeformer im Einsatz

Montage im Spritzgießtakt: Eine Turnkey-Anlage produziert mit einem elektrischen Zwei-Komponenten-Allrounder 570 A und einem linearen Robot-System Multilift V 15 in 75 Sekunden je zwei Uhren „ready to use“.

Im Bereich Arburg Kunststoff-Freiformen (AKF) waren insgesamt acht Exponate zu sehen, davon fünf im neuen Arburg Prototyping Center. Im Fokus stand hier die industrielle additive Fertigung von Funktionsbauteilen einzeln oder in Kleinserien – darunter Greifer aus PA und TPE, Handyschalen mit optimierter Oberfläche sowie Bauteile aus einem für die Luft- und Raumfahrt freigegebenen PC. Hinzu kamen Elektronikteile mit Flammschutz sowie Implantate aus medizinischem PLA. Ein weiterer Freeformer produzierte im Kundencenter mechanisch optimierte Seilrollen aus Bio-PA. Die zwei Exponate in der Effizienz-Arena individualisierten die „smarten“ Kofferanhänger.

Vielfältige Anwendungen

Das breite Spritzgießprogramm umfasste wegweisende Maschinen- und Werkzeugtechnik, ein breites Produkt- und Anwendungsspektrum sowie innovative Verfahren für die effiziente Fertigung von Kunststoffteilen.

Zwei in die vernetzte Industrie-4.0-Anwendung integrierte Freeformer individualisieren die „smarten“ Kofferanhänger, indem sie ein- oder zweifarbige 3D-Grafiken aufbringen.

Im Bereich Medizintechnik stellte Arburg fünf Anwendungen und verschiedene Reinraumkonzepte vor, darunter als High-End-Spritzgießlösung ein GMP-konform in Edelstahl ausgeführten elektrischen Allrounder 370 A, der im Reinraum Langzeit-Implantate aus PEEK produzierte. Die Leistungsfähigkeit der Baureihe Hidrive für die Verpackungstechnik demonstrierte ein speziell für Dünnwandartikel ausgelegter Allrounder 570 H in Packaging-Ausführung. In einer Zykluszeit von weniger als zwei Sekunden produziert die Fertigungszelle vier IML-Becher aus PP.

Am Beispiel zweier Automobil-Anwendungen präsentierte Arburg das Leichtbau-Verfahren Faser-Direct-Compoundieren (FDC) und die physikalische Schäumtechnik Profoam. Über die Gewichtsreduktion hinaus können damit gezielt die mechanischen Bauteileigenschaften verbessert und Verzug minimiert werden, wie an einem glasfaserverstärkten Seilantriebsgehäuse für elektrische Fensterheber und einer geschäumten Grundplatte demonstriert wurde.

Anspruchsvoll in der Herstellung und ein Maßstab dafür, was mit der Verarbeitung von Flüssigsilikonen heute machbar ist, waren LSR/LSR-Armbanduhren. Im Mittelpunkt der zugehörigen Turnkey-Anlage stand ein elektrischer Zwei-Komponenten-Allrounder 570 A, der vollautomatisch zweifarbige LSR-Armbänder produzierte. Die Montage zur gebrauchsfertigen Uhr erfolgte automatisch im Spritzgießtakt.

Nach Auflasern von Kontaktdaten und QR-Code individualisiert ein Freeformer den Kofferanhänger mit einer Grafik aus Kunststoff in 3D. Über den integrierten NFC-Chip kann der Besucher mit seinem fertigen Produkt weitere datengestützte Aktionen starten.

Ein Highlight im Bereich Pulver-Spritzgießen war der weltweit erste MIM-Rahmen für Smartphones. Ein hydraulischer Allrounder 470 C Golden Edition verarbeitete einen Feedstock von BASF zu einem nur rund ein Millimeter starken und 136 Millimeter langen Grünling im Arburg-Design.

Großzügiger Turnkey-Bereich

Im großzügig bestückten Turnkey-Bereich war vom einfachen Picker über lineare Multilift Robot-Systeme bis zum Sechs-Achs-Roboter mit Selogica-Bedienoberfläche und individuellen Turnkey-Anlage alles dabei. Highlights waren die vollautomatische Produktion gebrauchsfertiger Trittschemel und LSR/LSR-Armbanduhren, die „Spielwiese“ für Roboter in Aktion sowie der neue Multilift V 40 mit 40 Kilogramm Traglast. Zudem waren aktuelle Kundenprojekte ausgestellt – vom hydraulischen Allrounder 520 S mit Multilift Select bis zum hydraulischen Zwei-Komponenten-Allrounder 920 S mit Sechs-Achs-Roboter und nachgeschalteter Station mit Agilus-Roboter.

Umfassendes Rahmenprogramm

Im Service-Bereich wurden die Besucher über Themen wie Industrie 4.0, präventive Instandhaltung und das aktuelle Schulungsprogramm informiert.

Im speziellen Servicebereich zeigte Arburg auf den Technologie-Tagen 2017 u.a. Praxis-Stationen zum Thema Industrie 4.0 und präventive Instandhaltung.

Über 2.000 Teilnehmer besuchten die informativen Fachvorträge in deutscher und englischer Sprache. Darin referierten Experten des Unternehmens zu Leichtbau, Arburg Kunststoff-Freiformen und Turnkey-Lösungen. In externen Fachvorträgen wurde das Thema Industrie 4.0 und die starke Partnerschaft mit Arburg aus Kundensicht beleuchtet.

Fast 1.500 Gäste aus Deutschland nutzten die Gelegen­heit, bei Betriebsrundgängen die Maschinenfertigung kennenzulernen. Darüber hinaus wurde das Unternehmen allen ausländischen Gruppen, die in Begleitung der Arburg-Niederlassungen und Handelspartner die Technologie-Tage besuchten, in ihrer jeweiligen Landessprache vorgestellt. kf

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige

Spritzgießmaschinen

App statt Datenschieber

Nach der Eingabe weniger Parameter liefert die App E-Calc von Engel automatisch die für die material- und bauteilabhängige Auslegung von Spritzgießmaschinen benötigten Werte sowie wichtige Einstelldaten und stellt damit sicher, dass die...

mehr...

Kaltkanalsysteme

Kalter Kanal

Das österreichische Unternehmen Rico verfügt über ein umfangreiches Angebot rund um das Thema Elastomerverarbeitung. Schwerpunkte bilden unter anderem neue Kaltkanal-Nadelverschlussdüsen. Dabei handelt es sich um zwei in Eigenentwicklung entstandene...

mehr...