Tagung Oberflächentrends – Tagungsband

„Zwergstoffe“ prägen Oberflächentechnik

„Technischer Fortschritt und anspruchsvolle Kundenwünsche führen zu hochkomplexen Lösungen in der Automobilindustrie“, sagte Olaf Günnewig, Projektleiter des SGS Institut Fresenius auf der Fresenius-Fachtagung, die Anfang Dezember 2005 aktuelle Oberflächentrends für die Automobilindustrie diskutierte. Innovative Akzente erhofft sich die Branche durch Pulverlack-Beschichtungen, Lasercoatings, Acrylat basierende Pulverlacke und die Weiterentwicklung der Nanotechnologie.

Die Nanotechnologie entwickelt neue Werkstoffe aus Teilchen, die nicht größer sind als ein zehntausendstel Millimeter. Diese Nanopartikel haben andere physikalische und chemische Eigenschaften als ihre Grundstoffe. Bei der Oberflächenbehandlung im Fahrzeugbau verbessern die „Zwergstoffe“ (Nanos = altgr. Zwerg) die Kratzbeständigkeit des Lacks und sorgen für sichtbar besseren Glanz. Auch selbstreinigende Oberflächen lassen sich nanotechnologisch herstellen.

Christoph Haberling, Fachreferent für Werkstofftechnologien bei Audi überprüfte in seinem Referat den Ruf der Nanotechnologie als „Tausendsassa“ für den Automobilbau. Abblendbare Spiegel, beheizbare und wärmedämmende Scheiben sind heute dank Nanotechnologie bereits Alltag. Haberling sieht aber neben der Möglichkeit, neue Materialien zu entwickeln, noch weiteres Innovationspotenzial: Die Nanotechnologie ermöglicht auch, die Eigenschaften bereits bekannter Werkstoffe durch Nanostrukturierung in ihren Grenzflächen-Eigenschaften zu verändern und so den bauteilspezifischen Veränderungen besser anzupassen. So lassen sich für Teilbereiche des Automobilbaus potenzielle Anwendungen von Nanomaterialien ableiten.

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Acrylat-Pulverlacke bieten für die Industrie recht neue Anwendungsmöglichkeiten. Die Vor- und Nachteile setzte Jens Kersten von Akzo Nobel Powder Coatings in Bezug. Den Pluspunkten Chemikalenresistenz, Excellenter Verlauf und Niedrige Einbrenntemperaturen stehen seiner Ansicht nach auch Nachteile gegenüber: Geringe Flexibilität, Ablaufen und Blocken. Insgesamt empfiehlt Kersten die Verwendung von Acryl-Pulverlacken, wenn besondere Ansprüche an Bewitterungs- und Chemikalienresistenz gestellt werden und wenn transparente Beschichtungen nötig werden.

Lasercoatings zur Oberflächenveredelung standen im Mittelpunkt des Referates von Stefan Jacob, Leiter der anwendungstechnischen Abteilung der Lackfabrik Mankiewicz. Lasercoatings können für wertige Optik und Haptik im Fahrzeug-Innenraum sorgen. Jacob betonte die große Auswahl von flexiblen Beschriftungseffekten für die Armaturen. Bei der Anwendung seien aber eine Anzahl von seriennahen Versuchen erforderlich. Umso wichtiger sei die frühzeitige Bildung von Projektteams.

Die Tagungsunterlagen der Veranstaltung können zum Preis von 250,– Euro (zzgl. Mwst.) bei der Akademie Fresenius bezogen werden. Bitte beachten: Die Leseranfrage per Kennziffer gilt als verbindliche Bestellung! ms

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