Lackierroboter

Exakt im rechten Winkel

und mit konstantem Abstand zur Karosserieoberfläche führt der Roboter den Zerstäuber während der Lackierung. Dabei folgt er jenen Lackierbahnen und führt jene verschiedenen Brushes aus, die zuvor an den 3D-Modellen der zu lackierenden Karosserien in speziellen Computerprogrammen bestimmt wurden. Denn basierend auf diesen Daten wird der Roboter gesteuert; die Bewegungsabläufe während der vollautomatischen Lackierung sind damit fast vollständig festgelegt. Das Teachen des Roboters ist nur noch an schwierigen Stellen und zum „Fine Tuning“ notwendig.

Im Vergleich zur Verwendung von Lackiermaschinen reduziert sich durch den Robotereinsatz die Anzahl der Zerstäuber um 30 bis 40 Prozent – bei gleichzeitig verbessertem Auftragswirkungsgrad. Für Letzteres werden in der Innenlackierung sowie beim zweiten Auftrag von Metallic- lack Hochrotationszerstäuber eingesetzt.
Die vollautomatische Lackierung mit Robotern ist für neue Lackierereien – so genannte Greenfield-Anlagen – und zur Ablösung von Lackiermaschinen (Brownfield-Anlagen) gleichermaßen interessant. Während bei Greenfield-Anlagen unter anderem die Investitionskosten große Bedeutung haben und maßgeblich für die Auslegung der Lackieranlage sein können, sind bei Brownfield-Anlagen das Einpassen der Roboter in vorhandene Lackierkabinen und der damit verbundene Aufwand ausschlaggebend.

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Dürr als führender Systemanbieter für Automobil-Lackierereien stellt seit 1997 Lackierroboter her, die speziell für diese Aufgabe entwickelt wurden. Weit über 3.000 solcher Roboter sind heute weltweit im Einsatz. 2005 brachte Dürr die ersten Roboter der Eco RP-Robotergeneration auf den Markt. Damit wurde besonders auf die Ablösung von älteren Lackiermaschinen in der Außenlackierung von Karosserien gezielt. 2007 stellte das Unternehmen weitere Familienmitglieder dieser Robotergeneration vor.

Diese Lackierroboter für die Außen- und Innenlackierung, Handlingroboter für Tür- und Haubenöffnung und Clean-Wall-Verfahrschienen sind in anforderungsgerecht abgestimmten Lackierkabinen einsetzbar und erfüllen jede Lackieraufgabe der Karosserie- und Anbauteilelackierung. Das modulare Design erlaubt es, den Lackierroboter mit unterschiedlichen Adaptern als Standgerät oder auf Verfahrschienen einzusetzen. Die Handlingroboter für die Haubenöffnung basieren auf dem Lackierroboter; der Zerstäuber ist hier durch ein Handlingtool ersetzt. Bei den für die Türöffnung eingesetzten Scararobotern werden identische Antriebsbaugruppen verwendet. Die Roboterhandachse kann mit zwei oder drei Achsen ausgestattet sein. Eine 2-Achs-Handachse – geeignet für Hochrotationszerstäuber mit rotationssymmetrischem Spritzbild – baut wesentlich einfacher und ist leichter. Zudem benötigt der Roboter dazu einen Antrieb weniger.
Roboterlackierstationen werden im Wesentlichen nach zwei Verfahren betrieben. Zum einen im Stop & Go-Betrieb, bei dem die Karosserie in die Lackierkabine eingefördert wird und während des Lackiervorganges stehen bleibt; zum anderen im Tracking-Betrieb, bei dem die Karosserie mit konstanter Geschwindigkeit durch die Kabine gefördert wird. Beim Stop & Go-Betrieb sind die Roboter verfahrbar; beim Tracking-Betrieb kann mit fest installierten Robotern gearbeitet werden. ms

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