Kaltbrüniersystem

Tiefschwarz nach dem Tauchen

Korrosionsschutz und schöner Anblick ¿ das sind die wichtigsten Gründe für das Brünieren von Bauteilen. Ein preiswertes Kaltbrüniersystem von GIMA soll nun kleine und mittelständische Anlagen und Werkzeughersteller unabhängig machen von ihren Lohnbeschichtern. Vor allem der enorme Zeitgewinn lässt aufhorchen.

Sinn und Zweck des Brünierens metallischer Oberflächen ist in erster Linie die Veränderung der dekorativen Eigenschaften eines Werkstücks. Denn die über die Brüniertechnik erzeugten Oberflächen verleihen den behandelten Bauteilen ein recht edles und vom Betrachter als hochwertig wahrgenommenes, tiefschwarzes Finish. In der verfahrenstechnischen Kombination mit einer nachfolgenden Beölung werden Stahlbauteile darüber hinaus temporär vor Korrosion geschützt, sodass sie beispielsweise auf dem Transportweg vom Hersteller zum Kunden oder Weiterverarbeiter keinen Rost ansetzen können und so bis zur endgültigen Montage unversehrt bleiben.

Maßhaltigkeit gesichert

Die Maßänderungen durch das Kaltbrünieren liegen lediglich im Bereich von 1,0 Mikrometer. Die Maßhaltigkeit der Bauteile ist daher in den meisten Fällen sicher gestellt. Ein weiterer Vorteil: Selbst an Bauteile mit komplizierten Geometrien entstehen keine Ausblühungen oder Rückstände. In der industriellen Praxis ist das Kaltbrünieren daher auch oft eine Alternative zum Manganphosphatieren. Ein recht leicht zu handhabendes System zum Kaltbrünieren bietet das Unternehmen GIMA mit Sitz in Bergisch Gladbach. Mit seinem KBS-Kaltbrüniersystem richtet es sich vor allem an Anlagen- und Werkzeughersteller, die ihre Bauteile in Eigenregie brünieren - also chemisch schwärzen - können. Das System erweist sich in der Handhabung unkompliziert und benötigt laut Anbieter "weder Absaugeinrichtungen noch besondere Schutzkleidung außer Handschuhen und Augenschutz". Der Einstieg in die Technik des Kaltbrünierens erleichtert das Unternehmen durch das Angebot eines Starterset für gerade mal 200 Euro. Es umfasst jeweils fünf Liter der benötigten Chemikalien sowie sieben Taucheimer und einen Tauchhaken. Damit können Kleinbetriebe ihre Bauteile probeweise selbst brünieren. Fest installierbare Kleinanlagen gibt es ab etwa 2000 Euro. Sie haben Badvolumina von 10, 20 und 50 Litern. Dabei liegt der Chemikalienverbrauch der KBS 3000 Kaltbrünierlösung beispielsweise bei etwa einem Liter für eine acht bis zehn Quadratmeter große Oberfläche. Diese Lösung ist ab einer Temperatur von 18 °C einsetzbar und kann längere Zeit gelagert werden. Ihre die Entsorgung bezeichnet GIMA als "unproblematisch". Die verbrauchten Chemikalien können an lokale Entsorger abgegeben oder an das Unternehmen zurückgegeben werden. Neben den Sets zum Tauchbrünieren umfasst das Lieferprogramm von GIMA auch Brünierstifte und Brünierpasten für das Handbrünieren kleiner Flächen und das Ausbessern von Oberflächendefekten an bereits brünierten Teilen.

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Mehrstufiger Tauchprozess

Die Technik des Kaltbrünierens besteht aus einem mehrstufigen Tauchverfahren, in dem die zu behandelnde Oberfläche zunächst entfettet, dann aktiviert und schließlich geschwärzt wird. Es können Stähle (mit bis zu 15 Prozent Chromanteil) sowie Gusseisen, Messing, Bronze und Zink behandelt werden. Die Prozesszeit beträgt etwa 30 Minuten zuzüglich vier Stunden für die Trocknung. Wer das Verfahren in Eigenregie eingesetzt, erreicht also gegenüber der mitunter tagelangen Wartezeit bei der Beauftragung von Lohnbeschichtern einen erheblichen Zeitgewinn. In diesem Zusammenhang aber wichtig zu beachten: Das Kaltbrünieren muss deutlich vom sonst üblichen Heißbrünieren, das durch Lohnbeschichter angeboten wird, abgegrenzt werden. Denn während das Heißbrünieren recht hohe Anforderungen an Anlagentechnik und Personalqualifikation stellt, kann das Kaltbrünieren ohne großen Aufwand in gängige Werkstatt-Fertigungen integriert werden. ms

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