CNC-Fräsmaschinen, Mikrospritzguss

Spritzguss auf Formel 1-Niveau

Zur Herstellung von Ultrapräzisions-Spritzgussteilen setzt die Kunststoffspritzerei Scholz die CNC-Fräsmaschinen von Kern ein. Damit erreicht das Unternehmen höhere Genauigkeiten, als es mit seinen vorhandenen Messwerkzeugen messen kann.

Die Getriebebauteile für einen Multiturn-Drehgeber wiegen 0,664 g. Die Eingangsdrehzahl des Getriebes liegt bei 12.000 U/Min., die max. Winkelabweichung 2° für das Gesamtgetriebe.

Mit der Formel 1 vergleicht Karl-Herbert Ebert, Technischer Leiter der Kunststoffspritzerei Scholz, gerne sein Unternehmen: „Nur das Team kann in der Formel 1 gewinnen, welches das beste Auto hat, den besten Motor, die besten Reifen und das qualifizierteste Team. Keiner würde zum Beispiel auf den Gedanken kommen, aus Kostengründen runderneuerte Reifen auf einen Formel 1–Boliden aufzuziehen.“ Übersetzt auf seine Kunststoffspritzerei heißt das: Die Spritzgussform muss aus dem eigenen Haus kommen. Nur so bleibt seiner Erfahrung nach das Schlüssel-Know-how unter Kontrolle. Und zur Herstellung dieser Spritzgussformen benötige man das optimale, am Markt verfügbare Equipment und ein entsprechend ausgebildetes und motiviertes Team.

Bereits bei einem Besuch in dem Unternehmen spürt man, dass hier ein gutes Betriebsklima herrscht. Die Mitarbeiter sind in die Entscheidungsprozesse eingebunden und managen ihren Arbeitsbereich selbstständig. So entscheidet über die Maschinenauswahl bei Scholz beispielsweise nicht das Management, sondern die Mitarbeiter, die mit den Maschinen arbeiten. Matthias Hohner, Frässpezialist an der Kern Evo, hat auch selbstständig entschieden, täglich zwei Stunden länger zu arbeiten, um einen Vorlauf bei der Elektrodenfertigung zu erreichen für den bevorstehenden Umzug in die neuen Fertigungsräume. Hohner: „Durch den Umzug werden wir zwei Tage keine Elektroden fertigen können. Bei der mannlosen 48 Stunden Bestückung bedeutet dies eine Menge an Elektroden. Wir können uns keinen Ausfall leisten, denn das Geschäft brummt und wir müssen unsere Kunden zuverlässig beliefern.“ Stolz zeigt er eine Kupferelektrode, die er auf Grund einer Anfrage angefertigt hat. Die Aufgabe stellte eine Herausforderung dar: Ein Zahnrad mit einer Größe von etwa 1 mm Durchmesser und Radien von 0,05 mm. „Das ist zwar noch kein Auftrag“, kommentiert der Technische Leiter Ebert, „aber der wird kommen.“ Zufrieden zeigt sich das Team dabei auch mit der kürzlich erfolgten Investition in eine neue Ultrapräzisions-CNC-Fräsmaschine. Die Kern Evo erreicht eine Positioniergenauigkeit von 0,0005 mm. Der Entscheidungsprozeß im Team wurde professionell angegangen. Anfangs waren fünf Wettbewerber im Rennen. Maschinen und Lieferanten wurden auf Herz und Nieren geprüft. Neben der besten Maschine sollte es ein Lieferant sein, der zu Scholz passt und die gleiche Unternehmensphilosophie lebt. Auswahlkriterien waren unter anderem:

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- es sollte ein Technologieführer sein, - der bei Neuentwicklungen die Nase vorne hat und - über ein kompetentes Team verfügt, mit dem man auf Au- <thin-space>genhöhe gemeinsam arbeiten kann. Bei einem Besuch des Teams bei Kern in Murnau fiel die Entscheidung. Auch wenn die neu entwickelte Pyramid Nano mit ihren hydrostatischen Führungen und Antrieben (Positioniergenauigkeit 300 Nanometer über einen Verfahrweg von 500 x 500 mm) das Auswahlteam beeindruckt hat, musste man sich aus Platzgründen für die Evo entscheiden. Dennoch ist Hubert Kirstein, der weitere Maschinenbediener für die Maschine, überzeugt: „Die richtige Wahl. Wir erreichen mannlos Genauigkeiten am Werkstück von 2 µm oder besser. Um wie viel genauer wir sind, können wir derzeit aber gar nicht messen. Hier müssen wir auf unsere neu bestellte Werth CT Messmaschine warten mit einer Meßungenauigkeit von nur 250 Nanometern“.

Olaf Meserle, Abteilungsleiter des Formenbaus, ergänzt: „Die Maschine läuft 500 Stunden im Monat. In den sechseinhalb Monaten, die wir die Maschine haben, sind bereits über 3.000 Stunden auf dem Spindel-Stundenzähler.“ Ein Zeichen dafür, dass die Maschine praktisch seit dem zweiten Tag der Installation ohne Unterbrechung voll produziert hat. „Und wenn man Tipps benötigt von Kern, hat man sofort einen kompetenten Ansprechpartner am Telefon. So haben wir die Adresse eines Lieferanten erhalten, der uns ein Fräswerkzeug mit 10 µm Durchmesser liefern kann. Das ist eine gute Zusammenarbeit!“ Der Neubau bei Scholz mit 3.000 weiteren Quadratmetern ist in wenigen Wochen bezugsfertig. Zusätzlich zu den bestehenden 12 Battenfeld Micro-Spritzgußmaschinen sind drei weitere bestellt. Für die dafür benötigten Spritzgussformen denkt man bei Scholz bereits über ein weiteres Fräszentrum nach. Die Frage, über die das Team noch entscheiden muss: ob es wieder eine Evo oder diesmal doch eine Pyramid Nano wird.

Hajo Stotz / stotz@hoppenstedt.defor-insertion-at-end

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