Kunstharzmischer und Pastendüsen

Einsatzoptimierte Mischertypen

Wenn in der Kunstharz-Verarbeitung extreme Viskositätsunterschiede oder anspruchsvolle Rezepturen zu Qualitätsproblemen führen, wachsen vielen Anwendern graue Haare. Um dem vorzubeugen, hat sich Anlagenbauer Tartler neuartige rotierende Einwegmischer einfallen lassen. Deren innovative Geometrien stellen die Mischqualität sicher und schonen zudem die Anlagentechnik. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker stellt sie vor.
Komplettsystem: Moderne 2K-Anlage mit Mischkopf und Einwegmischer für die Kunstharz-Verarbeitung

Rotierende Einwegmischer bestehen aus Mischwendel und Hülse. Diese Paarung bildet die Speerspitze einer Kunstharz-Mischanlage. Hier erfolgt auf einem Weg von wenigen Zentimetern unmittelbar vor der Applikation die letzte Phase der Vermischung von Harz, Härter und weiteren Komponenten. Immer wieder aber tauchen in der Kunstharz-Verarbeitung kritische Anwendungen auf, bei denen herkömmliche Mischer versagen. Die Entwicklungs-Ingenieure von Tartler arbeiten deshalb kontinuierlich an neuen Mischertypen. Ausgelegt für extreme Viskositätsunterschiede und Mischungsverhältnisse sind zum Beispiel die zum Patent angemeldeten Kunststoffmischer der Baureihe D. Typische Einsatzgebiete dafür gibt es bei der Verarbeitung von Epoxy- und Polyurethan-Kunstharzen und -Klebstoffen sowie bei der Herstellung von Silikon-Vergussmassen. Gerade hier wird nämlich mit hochviskosen, gefüllten Komponenten oder mit sehr flüssigen (niederviskosen) Komponenten in extremen Mischungsrelationen (100:2, 100:10) gearbeitet. Oft ist dabei mit herkömmlichen Mischern kein befriedigendes Mischresultat zu erzielen.

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Die neuen Tartler-Mischer fallen durch innovative und fallspezifisch angepasste Förderspiralen auf. Hier kommt es unter anderem auf die Anzahl und den Neigungswinkel der Leitschaufeln an sowie auf Gesamtdesign der Wendel. Der Optimierungsprozess führt dabei mitunter zu außergewöhnlichen Geometrien – etwa einen Mischer mit segmentierter Spirale und partiell verkürzten Schaufeln.

Der Effekt der neuen Einwegmischer ist überraschend. In den angedeuteten Extremfällen der Kunstharz-Verarbeitung bewirken sie nicht nur ausgezeichnete Mischqualitäten, sondern führen auch zu positiven Effekten für die Misch- und Dosieranlage. So erlauben sie etwa – ohne Nachteile für die Austragsleistung – eine niedrigere Umdrehungsgeschwindigkeit. Das schont Antriebe, Pumpen und Dichtungen, und reduziert den Wartungsaufwand.

Gleichzeitig machen die neuen Mischer den Anlagenbetreiber flexibler. Bisher müssen die Pumpen der Anlagen exakt auf den konkreten Einsatzfall abgestimmt werden, was die Bandbreite der zu verarbeitenden Komponenten einschränkt. Mit den neuen Mischern aber lassen sich mit der gleichen Anlage unterschiedliche Anforderungen abdecken – allein durch den Austausch des Mischers.

Derzeit treibt Tartler die Entwicklung einsatzoptimierter Mischertypen mit großen Schritten voran. Neben den realisierten Mischerformen der Baureihe D befinden sich derzeit weitere Varianten in der Erprobungsphase. Auf besonderen Wunsch fertigt das Unternehmen auch Mischer und Applikationshilfen nach speziellen Kundenvorgaben.

Im Rahmen seines ständigen Verbesserungsprozesses wurde vor einigen Wochen außerdem das gesamte Mischer-Sortiment neu aufgestellt und durch zahlreiche Varianten erweitert. Es besteht inzwischen aus 17 Standard-Ausführungen mit Längen von 50 bis 250 mm, Durchmessern von 6 bis 35 mm und verschiedenen Wendelgeometrien. Unter anderem beinhaltet das neue Sortiment mit den Typen 22/04 und 35/04 zwei dynamische Kunststoffmischer, die eine preiswerte Alternative zu teuren Stahlmischern darstellen.

Auch für die Verarbeitung hochviskoser, tixotroper Kunstharz-Pasten hat Tartler neue Applikationslösungen entwickelt. Dabei handelt es sich um drei Auftragsdüsen, die vor allem beim Beschichten größerer Flächen erhebliche Handling- und Effizienzvorteile bieten. Ein echter Hingucker ist hier eine Einweg-Pastendüse mit beweglichem Schlauchanschluss. Wenn in Modellbau oder Direct Molding oder bei der Verwendung von Konstruktionsklebstoffen pastöse Epoxid- oder PU-Harze manuell aufgebracht werden müssen, sorgt der Wendehals dieser Düse für große Bewegungsfreiheit. Er vermeidet, dass sich der Schlauch während der Beschichtung verdrillt, was eine genaue Führung der Auftragsdüse erschwert.

Insbesondere beim Auftrag größerer Kunstharz-Mengen führt die drehbare Düse zu spürbaren Arbeitserleichterungen und zu einer Prozessbeschleunigung. Die Standard-Auslassöffnung dieser Düse liegt bei 70 x 41 mm; auf Wunsch ist auch jede andere Breite realisierbar.

Für einfache Applikationsarbeiten bietet Tartler eine Einweg-Pastendüse mit fest stehendem Schlauchanschluss. Sie hat standardmäßig eine Auslassöffnung von 70 x 31 mm und eignet sich ebenfalls für alle hochviskosen und tixotropen Epoxid- oder PU-Pasten, die derzeit in Modellbau und Klebstofftechnik verwendet werden.

Bei beiden Pastenauftragsdüsen handelt es sich um preiswerte Spritzgussteile. Ihr Anschlussstutzen passt an alle Schläuche mit Durchmessern von 18 und 24 mm. Für Pasten-Anwendungen mit größeren Drücken gibt es eine Scharnierklemme mit Schraubverschluss, mit der sich der Schlauch an der Düse sichern lässt. Diese Eigenentwicklung von Tartler ermöglicht im Gegensatz zu üblichen Klemmen eine optimale Kraftübertragung und ihre Sperrzunge verhindert, das ssich Schläuche mit großen Durchmessern aus der Klemme drücken können. ms

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