Kleinteilereinigung

Effizienter Alkoholwäscher

Alkohol ist auch eine Lösung. Zumindest wenn jeden Tag rund 125.000 Teile aus Stahl, Edelstahl, Aluminium und Messing zuverlässig gereinigt werden müssen. Um gleich Missverständnissen vorzubeugen: Wir reden nicht von einem Spüler in einer Großküche, sondern von einer Universal-71P-Reinigungsanlage von Dürr Ecoclean, die bei Lüdecke effizient unterschiedlichste Armaturen säubert.

Gereinigt werden die Teile nach der mechanischen Bearbeitung überwiegend als Schüttgut sowie als gesetzte Ware.

Es war die Entwicklung der Klauenkupplung für Druckluft durch Emil Georg Lüdecke, die der von ihm 1930 in Leipzig gegründeten Firma E.G. Lüdecke den Durchbruch brachte. Heute umfasst das Lüdecke-Fertigungsprogramm rund 20.000 Standardprodukte sowie individuell projektierte Sonderanfertigungen an Kupplungssystemen, die flexible medienführende Leitungen mit Werkzeugen, Maschinen und Anlagen verbinden. Dazu zählen beispielsweise verschiedene Schnellverschluss-Kupplungssysteme, Kugel- und Kükenhähne, Mörtelkupplungen, Sandstrahlarmaturen, Chemie- und Industriearmaturen, Temperierkupplungen, Snow-Master-Hochdruckkupplungen für Beschneiungsanlagen und Mody-Spiralschläuche für die flexible Druckluftversorgung. Sie werden weltweit über den technischen Fachhandel vertrieben sowie von Maschinenbauern als Erstausrüstung eingesetzt. Entwicklung und Produktion der Armaturen erfolgen am heutigen Firmensitz Amberg mit rund 130 Beschäftigten. Bei der Montage unterstützen Mitarbeiter regionaler Behinderten-Werkstätten das Unternehmen.

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Die drei zu einer Charge zusammengefassten Körbe werden automatisch verdeckelt (Fotos: Lüdecke).

Für die Kupplungssysteme werden täglich rund 125.000 Bauteile aus Stahl, Edelstahl, Aluminium und Messing gefertigt und gereinigt. „Die Reinigung hat bei uns den gleichen Stellenwert wie die Zerspanung und andere Fertigungsschritte. Denn saubere Teile sind einerseits Voraussetzung für eine schnelle und fehlerfreie Montage, andererseits für die 100-prozentige Funktion und hohe Qualität unserer Produkte“, berichtet Simon Lottner, Produktionsleiter bei Lüdecke. Die Menge der mit Bearbeitungsölen, Bohremulsionen und Spänen verschmutzten Teile brachte die vorhandene Kohlenwasserstoff-Reinigungsanlage vor einiger Zeit an ihre Kapazitätsgrenze. Eine deutliche Durchsatzsteigerung war daher eine Anforderung bei der Investition in ein neues Reinigungssystem. Darüber hinaus standen ein optimiertes Reinigungsergebnis, eine integrierte Konservierung und eine höhere Anlagenverfügbarkeit auf der Prioritätenliste ganz oben. Diese Vorgaben waren Grundlage für die Gespräche mit verschiedenen Anlagenherstellern. Den Zuschlag erhielt die Universal 71P von Dürr Ecoclean, die mit modifiziertem Alkohol arbeitet.

Basis der Entscheidung waren Versuche, in denen originalverschmutzte „Problemteile“ von Lüdecke im Technikum von Dürr Ecoclean mit Perchlorethylen, Kohlenwasserstoff und modifiziertem Alkohol gereinigt wurden. Anschließend fanden Restschmutzuntersuchungen statt. Diese ergaben, dass mit Perchlorethylen und modifiziertem Alkohol vergleichbar gute Ergebnisse und die bei Messingteilen gewünschte Aufhellung der Oberflächen erzielt werden. „Ausschlaggebend war neben den Reinigungsergebnissen und der ausführlichen Beratung auch die seit über 30 Jahren bestehende Geschäftsbeziehung zu Dürr Ecoclean“, ergänzt Simon Lottner.

30 Prozent mehr Durchsatz

Für den Einsatz bei Lüdecke passte Dürr Ecoclean die Standard-ausführung der Universal 71P aufgabenspezifisch an. So wurde die Arbeitskammer für eine Chargenmaß von 480 x 1.000 x 200 mm ausgelegt. Dies ermöglicht es, drei 480 x 320 x 200 mm große Reinigungsbehältnisse zu einer Charge zusammenfassen und somit gleichzeitig reinigen zu können. Jeder Korb wird dabei einzeln automatisch verdeckelt. Das maximale Chargengewicht liegt bei 200 kg. „Wir erhöhten damit den Durchsatz um rund 30 Prozent und verfügen wieder über Kapazitätsreserven“, erklärt der Produktionsleiter.

Gereinigt werden die Teile nach der mechanischen Bearbeitung überwiegend als Schüttgut sowie als gesetzte Ware. Die Zuführung der Körbe und Warenträger erfolgt über eine automatische Beschickungseinrichtung mit Pufferstrecken im Zu- und Ablauf. Ausgestattet ist die Universal 71P von Lüdecke mit drei Flutbehältern für die Arbeitsschritte Grobreinigen, Feinreinigen und Konservieren. Die Vakuumtrocknung gewährleistet, dass auch Teile mit komplexer und schöpfender Geometrie trocken aus der Anlage kommen. Um eine zuverlässige Abreinigung der anhaftenden Partikel und Späne sowie der Rückstände der Bearbeitungsöle sicherzustellen, verfügt die Arbeitskammer über Einrichtungen für Hochleistungs-Injektionsflutwaschen, Ultraschallreinigung und Dampfentfetten. Letzteres kann zu Beginn oder am Ende des Reinigungsprozesses eingesetzt werden.

Direkt in die Destille

Eine Besonderheit dabei ist, dass das Kondensat nicht wie üblich in den Flutbehälter, sondern direkt in die Destille geleitet wird. Dies wirkt Öl- und Schmutzablagerungen im Flutbehälter entgegen. In der Anlagensteuerung lassen sich acht Reinigungsprogramme hinterlegen, diese können durch Vorwählen am Bedienerpult den unterschiedlichen Chargen zugeordnet werden. „Wir können die Behandlungsabläufe und Prozessparameter dadurch optimal an die zu reinigenden Teile anpassen“, fügt Lottner an.

Zur hohen Reinigungsleistung und -qualität trägt einerseits eine spezielle Spüleinrichtung der Arbeitskammer bei. Sie verhindert, dass sich insbesondere die sehr feinen Messingspäne darin festsetzen. Andererseits sorgen die permanente Destillation mit kontinuierlichem Ölaustrag und Filtration des Lösemittels für dessen gleichbleibend hohe Qualität. Das Medium aus Flutbehälter eins durchläuft drei parallele Beutelfilter (Feinheit 200 µm) mit Nyloneinsätzen, die mehrfach verwendet werden können. Die Filterkreisläufe von Tank zwei und drei sind mit 25 µm feinen Kerzenfiltern ausgestattet.

„Die Mitarbeiter an der Reinigungsanlage sind geschult und führen jetzt direkt an der Anlage Sauberkeitskontrollen nach jedem Prozess durch. Wir sparen uns dadurch den innerbetrieblichen Transport der Teile. Eine verbesserte Wirtschaftlichkeit erzielen wir außerdem durch die sehr gute Reinigungsqualität. Wir haben nahezu keine Ausfälle bei der Montage und der Zusammenbau funktioniert besser“, berichtet Simon Lottner abschließend. cs

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