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Linearführung für SchweißanlageVerminderte Haftung

Schweißtechnik

Die Schweißtechnik ist ein kritischer Anwendungsbereich von Antriebs- und Führungskomponenten, weil die nicht zu vermeidenden Schweißspritzer an den Komponenten anhaften und zu verringerter Lebensdauer führen.

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KlebebandsystemeKleben

Klebebänder begegnen uns tagtäglich. Damit ist nicht der Tesafilm auf dem Schreibtisch gemeint. Technische Klebebänder verbinden unterschiedliche Werkstoffe miteinander, und das extrem flexibel, kostengünstig und umweltschonend. Immer häufiger wird diese Klebetechnologie auch dort eingesetzt, wo früher vorwiegend mechanische Verbindungen zu finden waren. In dem Maße, wie die Einsatzmöglichkeiten der Klebebänder erweitert werden, wachsen auch die Wünsche der Kunden. Die Herausforderungen sind vielfältig, die Lösungsmöglichkeiten jedoch ebenso.

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Verbindungstechnik  (VT): Kleben

Beim Verklebungsvorgang finden nahezu keine chemischen Reaktionen statt. Es sind physikalische Kräfte, die den Verbund herstellen. Unter Adhäsion versteht man den engen Kontakt zwischen den Oberflächen verschiedener Materialien. Die Adhäsion beruht im wesentlichen auf elektromagnetischen Wechselwirkungen zwischen Klebstoff und dem zu verklebenden Substrat. Eine hohe Adhäsion eines Klebstoffes am zu klebenden Material wird immer dann erreicht, wenn zwischen der Oberfläche des Werkstücks und dem Klebstoff ein möglichst inniger Kontakt entsteht. Die Klebeflächen müssen deshalb sauber, staub- und fettfrei sein. Zweite, die Qualität der Verbindung beeinflussende Kraft ist die Kohäsion. Das ist die innere Festigkeit des Klebstoffs, also das Maß des Zusammenhalts der Kunststoffmoleküle untereinander. Sie ist ausschlaggebend für die Stabilität einer Klebeverbindung. Je höher die Kohäsion, desto höher die Festigkeit des Klebstoffes. Beim Kleben kann die Kohäsion optimal genutzt werden, wenn nicht unnötig dick aufgetragen wird. Die Festigkeit in der Fuge hängt neben den beiden oben genannten Faktoren Adhäsion und Kohäsion zusätzlich von der mechanischen Verankerung ab. Auch bei Scherbeanspruchung verteilen sich die Kräfte gleichmäßig. Haftklebstoffe werden meist auf beide Seiten eines Trägermaterials (zum Beispiel Polyesterfolie, Schaumstoff oder Papier) kaschiert. Geschützt werden beide Klebeflächen durch Trennpapiere oder Trennfolien, die sich vor dem Gebrauch leicht abziehen lassen.

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Haftklebebänder enthalten elastische Selbstklebemassen mit großen Adhäsionskräften und guten Kohäsionskräften, die schon unter geringem Druck bei Raumtemperatur auf den verschiedenen Oberflächen haften und deren Verbindungen zum Teil mehrmals gelöst werden können.

Auch ungünstige

Trotzdem ist es Lohmann Klebebandforschung gelungen, LSE-Klebebandsysteme (low surface energy) für fast alle niederenergetischen Oberflächen zur Verfügung zu stellen. Diese Produktreihe, bestehend aus sieben verschiedenen Klebebändern, verbindet dauerhaft kritische Oberflächen, ohne dass umfangreiche Behandlungen vor der Verarbeitung erforderlich sind.

Die richtige

Optionen richtig nutzen

Inzwischen lassen sich die Grenzen der Verklebungstechnik recht weit hinausschieben – unter der Voraussetzung, das richtige Material gewählt zu haben. So ist der Typ Duplocoll 174 LSE beispielsweise ein lösemittelfreies, doppelseitiges Klebeband mit Glasfasergelege auf Kautschuk-Hotmelt-Basis. Der Haftklebstoff zeigt eine extrem gute Klebkraft zu niederenergetischen Oberflächen wie PE, PP, EPDM und Pulverlacken. Durch die Verwendung eines verzugfreien Trägers ist dieses Band besonders zur selbstklebenden Ausrüstung von flexiblen Materialien wie EPDM-Profilen oder Schaumstoffen geeignet. Darüber hinaus ist es auch emissionsarm nach EC1-Norm und zeichnet sich durch hervorragende Scherfestigkeit bei Raumtemperatur aus. Eingesetzt wird es beispielsweise für Fensterdichtungen. Ein anderer Typ ist ein modifiziertes Lösemittelacrylatsystem mit Papierträger. Der verwendete Klebstoff ist aggressiv klebend und zeigt gleichzeitig sehr hohe Scherfestigkeit und Wärmebeständigkeit. Dieses Band wurde besonders für die Verklebung von Polypropylen konzipiert und eignet sich daher für die Blendenverklebung.

Ein weiterer harzfreier, alterungsbeständiger, nicht ergilbender Kleber ist mit hoher Beständigkeit gegen Weichmacher kombiniert worden. Dieser positive „Nebeneffekt“ zeigt, wie vielseitig doppelseitige Haftklebebänder nicht nur in ihren Anwendungsbereichen, sondern auch in ihren Eigenschaften sein können. Damit ist dieser Kleber – neben seinen „niederenergetischen Eigenschaften“ – auch besonders interessant für Anwendungen am Bau wie bei Brandschutzlaminaten. Die nach der neuen Technik extrudierten Brandschutzstreifen enthalten Weichmacher, die die Härte des Kunststoffs herabsetzen und chemisch nicht an den Kunststoff gebunden sind. Hier eine dauerhafte Verbindung zu erzielen, ist für ein herkömmliches Klebeband ein großes Problem. Nicht so für dieses spezielle Klebeband, da es eben weitestgehend resistent gegen Weichmacher ist. Weiterhin eingesetzt werden kann dieses Band im Bereich der Elektronik, bei Verklebungen von niederenergetischen Kunststoffen im Fahrzeugbau oder bei RFID – Labels (Radio Frequency Identification Labels). Diese findet man beispielsweise in Systemen der Zutrittskontrolle oder auf Verpackungen, beispielsweise für Tiefkühlkost, wo sie ein Unterbrechen der Kühlkette anzeigen.

Klebekenntnisse aneignen

Poppnieten und andere mechanische Verbindungstechniken werden auf absehbare Zeit nicht vom Markt verschwinden. Allein entscheidend ist – bei Erfüllung der technischen Anforderungen – die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Verbindung. Und unter diesem Aspekt werden Klebebänder sicher weitere Anwendungen erobern.Meinolf Droege

Zum Thema

Blindnieten, im Sprachgebrauch Poppnieten genannt, sind nur ein Beispiel für Verbindungstechniken, denen doppelseitige Haftklebebänder den Garaus machen. Nicht immer, aber immer öfter. Lesen Sie dazu diesen Beitrag.dr

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