Werkzeugmanagementsystem

Kosten runter, Standzeiten rauf

Wirtschaftlich produzieren bedeutet nicht nur in erstklassige Maschinen zu investieren, sondern auch im Auge zu behalten. Kleinen und mittelständischen Betrieben, etwa Stanzern oder Spritzgießern, fällt dies aus Kapazitätsgründen oft schwer. Doch gerade dort lagern - aufgrund der Teilevielfalt und Produktwechseln - oft hunderte von Werkzeugen. Diese mit einem Werkzeugmanagement-System organisatorisch in den Griff zu bekommen, spart immense Kosten.

Dem Institut für Umformtechnik in Lüdenscheid sind zahlreiche Unternehmen des Mittelstandes angeschlossen. Nicht wenige sind traditionell Produzenten und Lieferanten von Stanz- und Spritzgießteilen. Die Teile, die sie herstellen, sind klein und kommen über Jahre betrachtet millionenfach vor. Kalkuliert sind sie überwiegend in Cent-Beträgen. Dennoch ist ihre Herstellung nicht ganz einfach. Dass man dazu moderne und hochpreisige Werkzeugmaschinen benötigt, ist die eine Seite. Auf der anderen Seite kann der beste Maschinenpark aber nur mit erstklassigen, zuverlässigen und präzisen Werkzeugen etwas anfangen. In vielen dieser mittelständischen Unternehmen bilden die Werkzeuge deshalb das Rückgrat der Produktion und der Wirtschaftlichkeit. Viele der Betriebe verfügen über einen Werkzeugbestand, der nicht selten in die Hunderte geht. Welches Potenzial in diesen Werkzeugen steckt, wurde den Unternehmern vor rund 15 Jahren so richtig bewusst, als sich der Gedanke breitmachte, das man doch eigentlich wissen müsste, welche Werkzeuge am Lager sind, in welchem Zustand sie sich befinden, wie oft und für was sie zum Einsatz kommen. Denn damit könne man doch möglicherweise die Kosten spürbar senken. Also musste ein Managementsystem her, mit dem das gelingen kann.

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Einfach zu bedienendes Werkzeugmanagement

In Peter Thielen aus Menden, der als Kenner der Stanz- und Spritzgießbranche und gleichzeitig Softwareentwickler unterwegs war, fanden die Mittelständler ihren kompetenten Ansprechpartner. Mit ihm zusammen entwickelten sie das Wema-Werkzeugmanagement. „Damals gab es noch keine vergleichbaren und praxistauglichen Softwarelösungen am Markt“, erinnert sich Thielen. Mit Wema war somit das erste und einfach zu bedienende Werkzeugmanagement geboren, mit dem die Werkzeugverantwortlichen in den Unternehmen eine nutzvolle Lösung an die Hand bekamen. Wema bestach schon damals durch eine übersichtliche Strukturierung und einfachste Bedienung.

Verbesserungspotenziale an den Werkzeugen lokalisieren

Der Automobilzulieferer Schulte & Co. in Hemer produziert komplette Stromversorgungseinrichtungen für Kraftfahrzeuge. Dafür werden millionenfach Stanzteile eingesetzt, die in der Fertigung zahlreiche Werkzeuge erfordern. Um im Werkzeugbau die Übersicht und die Kosten im Auge zu behalten, setzt Schulte auf das Wema-Werkzeugmanagement. (Bild: Schulte)

Bis heute wurde die Wema-Softwarelösung von Peter Thielen permanent und stets praxisorientiert weiterentwickelt. Die Vorteile für sich zu gewinnen, hat man dann auch beim Automobilzulieferer Schulte & Co. im sauerländischen Hemer erkannt. Als einstige Metallwarenfabrik, die bereits 1923 gegründet wurde, hat sich das Unternehmen bis heute zu einem modernen und bedeutenden Automobilzulieferer entwickelt. Es sind fahrzeugspezifische Lösungen für die automobile Stromverteilung, zu der unter anderem Rohrkabelschuhe, Stanzkabelschuhe und Schmiedekabelschuhe zählen und als Einzelteile oder Bandware geliefert werden. Dafür sind unzählige Werkzeuge am Lager oder im Einsatz, wofür das Unternehmen voll auf das Wema-Werkzeugmanagement setzt.
Dipl.-Ing. Michael Stute von Schulte weiß denn auch die Vorteile der Managementlösung zu schätzen: „Durch den konsequenten Einsatz des Wema-Tools ist es uns gelungen, Verbesserungspotenziale an den Werkzeugen zu lokalisieren. Darüber hinaus ist für uns als OEM-Zulieferer mit Wema eine exakte und lückenlose Dokumentation aller Umform-, Crimp- und Kunststoffspritzgießwerkzeuge möglich. Auch an unseren internationalen Standorten setzen wir Wema in der jeweiligen Landessprache ein.“

Werkzeugkosten erfassen und dokumentieren

Exakt und lückenlos, genau das sind die besonderen Vorteile von Wema. Denn damit lassen sich alle jeweils auf ein bestimmtes Werkzeug bezogenen Kosten erfassen und analysieren. Das fängt praktisch bei den Herstellungskosten der Werkzeuge an, erstreckt sich über laufenden Verbesserungs- oder Änderungsschritte bis hin zu Instandhaltungskosten. Selbst unplanbare, mehr oder weniger überraschende Folgekosten werden damit erfasst und dokumentiert.

Mit dem Wema-Werkzeugmanagement haben Werkzeugbauer ein Tool, das die Werkzeugkosten transparent macht und somit die Kosten drastisch senkt. (Bild: Thielen)

So ist es dem Anwender auch noch nach langer Zeit möglich, auf längst ausrangierte oder „vergessene“ Werkzeuge und deren Daten zuzugreifen und, wenn technisch sinnvoll, sie zu reanimieren.
Praktisch sieht das so aus, dass für jedes Werkzeug eine sogenannte „Stammkarte“ mit allen relevanten Daten (notwendige und/oder vom Kunden gewünscht) angelegt wird. Dies passiert in einem übersichtlich gestalteten Menü, in das diese werkzeugspezifischen Daten gespeichert und bei Bedarf vom Anwender  wieder abgerufen werden können. So stehen beispielsweise für die Werkzeuginstandhaltung entsprechende Inspektionsplanungsdaten zur Verfügung, mit denen man die Wartungsarbeiten in Form von Checklisten planen und durchführen kann. Dabei handelt es sich nicht um eine starre Datenverwaltung, sondern um ein modifizierbares System, in dem die Daten nach neuesten Erkenntnissen und Erfahrungen aktualisiert werden können. Mit den neuesten Daten ist der Werkzeugkonstrukteur oder der Werkzeugmacher dann jederzeit auf dem aktuellen Wissensstand.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Wema ist die Möglichkeit, den Lebenslauf eines Werkzeuges zu dokumentieren. Hier werden alle Ereignisse, die ein spezielles Werkzeug betreffen, chronologisch erfasst und gespeichert. Das können beispielsweise die Wartungsintervalle nach einer bestimmten Hubzahl des Werkzeuges sein. Dafür bietet dieses Tool unter anderem eine Filterfunktion, mit der ein Anwender die gesamte Ereigniskette nach unterschiedlichen Kriterien durchsuchen kann.

Eine der Schlüsselfunktionen wird besonders die Werkzeugkalkulatoren erfreuen. Denn mit all seinen Daten bietet Wema aussagekräftige Informationen über den Kostenverlauf eines spezifischen Werkzeuges. Dies reicht sogar so weit, dass beispielsweise der Instandhaltungsaufwand auch auf die geleistete Hubzahl und in Euro pro 1000 Hüben umgerechnet werden kann. Solche Kennzahlen sind für den Werkzeugbauer insbesondere für die Teilekalkulation sehr wertvoll und sie können darüber hinaus als Benchmarks dienen.

Kontinuierlich verbessern

Werkzeuge mit „Lebenslauf“, das bietet das Wema-Werkzeugmanagement. Darin werden alle Ereignisse eines spezifischen Werkzeuges chronologisch gespeichert. (Bild: Thielen)

Mit dem „KVP-Modul“ (Kontinuierlicher Verbesserungs-Prozess), das bereits in die neueste Wema-Version integriert ist, lassen sich Verbesserungsansätze sammeln und auswerten. Und weil das Ganze an zentraler Stelle passiert, kann der Werkzeugbauer dieses wertvolle Wissen auch auf andere Werkzeuge adaptieren. Aufgrund der werkzeugbezogenen und lückenlosen Leistungsdaten werden Nachkalkulation und Angebotskalkulation praktisch zum Kinderspiel.

Mit all den von Wema zur Verfügung gestellten Informationen und Möglichkeiten kann der Werkzeugbauer quasi im Handumdrehen Aussagen zum Werkzeug allgemein, zur Werkzeugverfügbarkeit, zum Werkzeugzustand, zu den Werkzeugkosten, den Funktionen oder eventuell noch vorrätigen Ersatzteilen geben. Da wird nichts mehr vergessen, muss nicht nach Notizen und Spickzetteln gesucht oder das Erinnerungsvermögen getestet werden. Auch wenn der ausscheidende Werkzeugspezialist einen Nachfolger bekommt, egal – Wema behält die Daten sicher und gibt sie nach Bedarf frei. hs

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