Merger bei Arnold Umformtechnik

Verbindungslösung im Gesamtkontext für den Kunden anbieten

Kompetenzbündelung bedeutet für den Kunden in der Regel mehr Leistung und für die Unternehmen vereinfachte Prozesse. Ein Anbieter von Verbindungselementen und ein Anbieter von Automationslösungen zeigen, welche Vorteile dadurch generiert werden können.

Je nach Kundenanforderung werden sowohl die Verbindungselemente als auch die Verbindungstechnik passgenau entwickelt beziehungsweise angeboten und dann die Gesamtlösung beim Kunden implementiert. Bild: Arnold umformtechnik

Durch die Verschmelzung der beiden Unternehmen Arnold Umformtechnik und Arnold & Shinjo zur Arnold Umformtechnik GmbH & Co. KG werden Kompetenzen gebündelt und für den Kunden damit sowohl ein breiteres Leistungsangebot bereitgestellt als auch mehr Globalität in der Handlungsmöglichkeit.

„Durch den Merger, der Anfang 2017 praktisch umgesetzt ist, wird die Systemtechnik Teil des gesamten Vertriebsportfolios. Für die Kundschaft von Arnold Umformtechnik wird somit auch Automatisierung angeboten. Durch dieses Gesamtpaket sind wir auf dem Markt nicht mehr so leicht austauschbar“, sagt Uwe Wolfarth, Leiter Forschung und Entwicklung im Unternehmen. Bild: Arnold Umformtechnik

Durch die Integration von Arnold & Shinjo in die globale Arnold Welt bietet das „neue“ Unternehmen unter dem Dach Blue-Fastening Systems jetzt Verbindungslösungen inklusive Automatisierungstechnik – also genau die Leistungen und Lösungen, die bisher in den beiden Einzelunternehmen der Arnold Group realisiert wurden. „Dadurch ist Arnold Umformtechnik nun nicht nur ein Anbieter vom Umformteilen und Verbindungselementen, sondern wird durch die Integration von Arnold & Shinjo auch zum Systemanbieter“, sagt Uwe Wolfarth. Er war bisher Leiter Vertrieb bei Arnold & Shinjo und verantwortet in der neuen Struktur jetzt den Bereich Leiter Forschung und Entwicklung.

Für die Kunden bringt die neue Struktur viele Vorteile. „Der neue Arnold kann jetzt viel mehr. Und für den Kunden ist zudem wichtig: Egal durch welche Tür er zu uns kommt, er findet immer einen Ansprechpartner“, unterstreicht Wolfarth.

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Kunde erhält ein größeres Paket an Leistungen

Für Kunden wird es also einfacher. Sie nehmen nur noch eine Firma wahr, allerdings mit einem wesentlich erweiterten Portfolio. Auch unternehmensintern wird es künftig Vereinfachungen geben: ein globaler Auftritt, ein gemeinsamer Jahresabschluss, ein IT-System, eine gemeinsame Stammdatenauswertung und Lieferantenpflege. Dass sich der Aufwand langfristig rechnen wird, davon ist Uwe Wolfarth überzeugt: „Durch den Merger, der Anfang 2017 praktisch umgesetzt ist, wird die Systemtechnik Teil des gesamten Vertriebsportfolios. Für die Kundschaft von Arnold Umformtechnik wird also auch Automatisierung angeboten. Durch dieses Gesamtpaket sind wir natürlich auf dem Markt nicht mehr so leicht austauschbar.“

Kernkompetenzen Systemtechnik und Umformtechnik sind vereint

Fest steht: Die Produkt- und Leistungsergänzung bietet für den Kunden einen deutlichen Mehrwert, denn das eine braucht das andere.

„Unter dem Begriff Systemtechnik verstehen wir alle erforderlichen Baugruppen um ein Verbindungselement lagerichtig zu sortieren, zu vereinzeln und über geeignete Zuführstrecken einem Verarbeitungswerkzeug zuzuführen. Dies erfolgt so, dass dieses Element dann in ein Blechteil, eine Baugruppe oder ein Halbzeug eingestanzt, eingenietet oder montiert werden kann. Dies ist oftmals in einen bestehenden Kundenprozess integriert, kann aber auch eine eigenständige Produktionseinheit sein“, erklärt Wolfarth.

Durch den Einsatz der Systemtechnik sei der Kunde in der Lage, Verbindungselemente oder auch andere Kaltformteile automatisch zuzuführen und in seinem bestehenden Produktionsprozess integriert vollautomatisch zu verarbeiten. Das spare in der Regel einen Nachfolgearbeitsgang und somit bares Geld. Weiterhin sei die direkte Einbringung in der Regel prozesssicherer und komme mit kleineren Fertigungstoleranzen aus, so Wolfarth weiter.

Eingebracht werden von ganzheitliche Lösungen für den Einsatz im Stanz- und Presswerkbereich, in der automatisierten Montage, im Karosserierohbau sowie dem manuellen Handarbeitsplatz. Dabei handelt es sich stets um Systemlösungen, bestehend aus den Verbindungselementen Einstanzmutter und Einpressschraube, die ausschließlich von eigenen Anlagen verarbeitet werden. Sie zeichnen sich durch eine hohe Wiederholbarkeit mit engsten Toleranzbereichen bei der Integration der Elemente aus.

Die modular aufgebauten Systeme sind robust und wartungsarm. Die Zuführtechnik ist über abkoppelbare Schläuche mit dem Werkzeug verbunden und kann mobil ausgeführt an verschiedenen Produktionseinrichtungen zum Einsatz kommen. Dadurch reduziert sich der Investitionsbedarf und die Rentabilität steigt.

Möglichkeiten der Systemtechnik individuell an den Kunden anpassen

Das Baukastensystem, auf dem die Systemtechnik basiert, beginnt mit einem auf das Element angepassten Stößel und einer Matrize. In Verbindung mit einer vorhandenen Presse kann der Kunde so Funktionsmuster, Vorserienteile oder auch Kleinserien bearbeiten. Die nächste Ausbaustufe ist dann ein halbautomatischer Prozess bei dem entweder die Elemente, das Werkstück oder beides von Hand zugeführt werden.

Diese Festlegung des jeweiligen Automatisierungsgrades ist in der Regel stückzahlabhängig und wird bei jedem Projekt individuell die Kundenbedürfnissen angepasst. „Der Bogen reicht von einem einfachen Handarbeitsplatz bis zum vollautomatischen System, bei dem 32 Elemente in einem Pressenhub gesetzt oder – wenn es auf die Hubgeschwindigkeit ankommt – auch über 100 Elemente pro Minute verarbeitet werden“, beschreibt Wolfarth mögliche Umsetzungen.

Optimale Systemlösung für jeden Anwendungsfall finden

Um letztendlich für das Einbringen eines Verbindungselementes die jeweils geeignete Gesamtlösung zu definieren, setzt Arnold Umformtechnik auf acht Prozessschritte. Zu Beginn wird im Rahmen einer ersten Analyse gemeinsam mit dem Kunden die Verbindungslösung ausgelegt und eine Auswahl der für den Anwendungsfall angemessenen Automatisierungstechnik getroffen. Anschließend wird ein Pflichtenheft erstellt und auf Basis der jeweiligen Bauteil- und Werkzeugkonstruktionen ein Projektzeitplan erarbeitet.

Es folgt die konstruktive Auslegung der Zuführ- und Verarbeitungstechnik je nach Losgröße – vom Handeinlegeteil bis hin zur Vollautomatisierung. Im Anschluss an die Systemkonfiguration folgt eine Wirtschaftlichkeitsprognose, bei der die erreichbaren mechanischen Festigkeitswerte der Fügeverbindung sowie die erreichbare Bauteilausbringung während der Serienproduktion definiert werden. Der angebotene Prototyping Service ermöglicht außerdem die Anfertigung von seriennahen Funktionsmustern beziehungsweise Vorserienteilen innerhalb kürzester Zeit.

Es folgt der Aufbau der Verarbeitungstechnik im Arnold-Montagewerk inklusive Prüflauf, Vorabnahme und Validierung der mechanischen Werte der Fügeverbindung sowie die Erstellung einer umfangreichen Projektdokumentation. War dies erfolgreich und wurden hier alle geforderten Eckdaten umgesetzt, werden die Systeme in den Fertigungswerken des Kunden aufgebaut, inklusive der Integration der Steuerungstechnik sowie der Inbetriebnahme und Abnahme gemäß Lastenheft. Und nicht zuletzt sorgt Arnold Umformtechnik GmbH & Co. KG für die Sicherstellung einer permanent hohen Systemverfügbarkeit durch Schulung der Anlagenbediener und Instandhalter sowie durch eine Auswahl geeigneter Wartungsverträge und Ersatzteilpakete.

Mit einer Vielzahl von erfolgreich absolvierten Projekten, insbesondere für die Automobilindustrie, hat sich Arnold Umformtechnik GmbH & Co. KG einen festen Platz in der Zuliefererbranche erarbeitet. Jetzt werden sie unter einem Dach und mit erweitertem Portfolio auf dem Markt auftreten.

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