Titan-Teile formen

Schuler präsentiert innovative Heiß-Kalt-Ziehpresse

Schuler hat eine neuartige Ziehpresse für die Titan-Umformung entwickelt, die sowohl für die Kalt- als auch für die Heiß-Umformung geeignet ist. Vorgestellt wurde sie Anfang Juli im Rahmen einer Hausmesse am Standort Waghäusel.

Bei der Vorführung am zweiten Tag der Hausmesse wird ein fertig geformtes Titan-Teil aus dem Heiß-Tiefziehwerkzeug genommen.

Über 60 Besucher konnten verfolgen, wie die Heiß-Kalt-Ziehpresse Titan-Teile für Luft- und Raumfahrt formte.

Über 60 Besucher waren gekommen, um die Heiß-Kalt-Ziehpresse (links) und die Hydroforming-Anlage zu sehen.

Während im Kaltbetrieb die üblichen Tiefziehwerkzeuge bis 1,60 Meter Breite zum Einsatz kommen, wird für den Heißbetrieb eine speziell konstruierte Wärmekammer in die Presse eingebaut. Sie heizt die Titan-Platinen auf eine Temperatur zwischen 700 und 950 Grad Celsius auf, bevor sie im Heiß-Tiefziehwerkzeug umgeformt werden. Der Pressentisch ist zum Schutz mit einer Wasserkühlung und einer Isolierschicht aus Keramik ausgestattet. Schuler gelang es, das Ziehkissen mit den hochtemperaturbeständigen Ziehstiften in dieses System zu integrieren. Mit den Ziehstiften, die durch mehrere Temperaturschichten geführt werden, lassen die Blechhalterkräfte besonders genau einstellen.

Im Kaltbetrieb bringt die Presse eine Stößelkraft von 3.150 kN und eine Tischkissenkraft von 1.250 kN auf, im Warmbetrieb 800 und 250 kN. Die Umformgeschwindigkeit für die extrem zugfesten Titan-Teile reicht bei der Heißumformung von 0,1 bis 2,0 Millimeter in der Sekunde, bei der Kaltumformung von fünf bis 30 Millimeter in der Sekunde. Die Besucher erlebten die Kombipresse am Mittwoch im Kaltbetrieb und am Donnerstag im Heißbetrieb. Die Anlage geht an einen Kunden aus der Luftfahrt-Industrie.

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Dem Werkstoff Titan kommt im Flugzeugbau eine wachsende Bedeutung zu. Nimmt das hochfeste Metall bei konventioneller Flugzeugfertigung in Alubauweise noch einen Anteil von etwa sechs Prozent ein, steigt dieser bei der modernen Kompositbauweise auf 15 bis 20 Prozent. Weil Flugzeuge dadurch leichter werden, sinkt der Treibstoffverbrauch pro Sitz und geflogenem Kilometer.

Titan-Bauteile für Luft- und Raumfahrt: Türrahmen-Ausschnitt, Gehäuse, Stützstange, Kühlerauslasskanal, Turbinenschaufeln (v.l.).

Ebenfalls für die Luftfahrtindustrie ist eine weitere Presse bestimmt, die bei der Hausmesse in Waghäusel zu sehen war: Eine Hydroforming-Anlage zur Herstellung von rohrförmigen Spezial-Teilen mit 1.600 Tonnen Presskraft. Die Presse in Monoblock-Bauweise verfügt über Wasserhydraulik und zwei Axialzylinder. kf

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