Biegetechnologien

Evelin Eitelmann,

Bystronic macht Metallverarbeitung Industrie-4.0-fähig

Zunehmende Komplexität verändert die Situation vieler Blechbearbeiter. Die Fertigungsschritte werden aufwendiger. Der Anspruch, Kosten und Lieferzeiten niedrig zu halten, steigt. Kleine Serien bis hin zu individuellen Produkten in Losgröße 1 sollen genauso profitabel sein wie große Serien. Metalltechnik Göbel erweiterte daher seinen Maschinenpark um eine Bystar Fiber 4020 von Bystronic.

Metalltechnik Göbel erweiterte daher seinen Maschinenpark um eine Bystar Fiber 4020 von Bystronic. © (Bild: Bystronic)

„Wir müssen günstig herstellen, um am Markt zu bestehen“, erklärt Robin Göbel. Der Gesellschafter und Betriebsleiter des Unternehmens Metalltechnik Göbel in Dippoldiswalde sieht im Faserlaserschneiden die Zukunft der Lasertechnik. Wie alle Lohnfertiger verbessert auch der blechverarbeitende Betrieb aus Sachsen ständig seine Produktion. Er hat sich für die Bystar Fiber 4020 mit 10 Kilowatt Laserleistung von Bystronic entschieden. Das Unternehmen Göbel kombiniert die Schneidmaschine mit dem Automationssystem Bytrans Extended 4020, das die komplette Materialzufuhr und -abfuhr übernimmt. Grund für die Erweiterung war der Wunsch, die Maschine mannarm und zusätzlich in der Nachtschicht allein laufen zu lassen. „Wir haben dadurch eine höhere Auslastung und eine kostengünstigere Produktion“, so Göbel. Die Laserschneidmaschine mit 10-Kilowatt-Laser bestimmt die Schnelligkeit innerhalb der Automation. Sie bietet Schneidgeschwindigkeiten, die um das bis zu Vierfache höher liegen als der vergleichbare Industriestandard mit 4-Kilowatt-Faserlasern. Auf die Frage nach dem Besonderen des Faserlaserschneiders antwortet Robin Göbel, die Geschwindigkeit der Maschine habe ihn überrascht. „Es ist immer noch unglaublich, was die Technik leistet.“

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Automationsmodule für Prozesskette
Bystronic machte schon bei den ersten Laserschneidmaschinen Anfang der 80er Jahre den Unterschied: Mit einer fliegenden Optik und einem Wechseltisch hatte das Unternehmen damals bereits gleich zwei Alleinstellungsmerkmale im Laserschneidemarkt. Seit rund 20 Jahren entwickelt das Unternehmen auch Abkantpressen. Heute ist es ein weltweit führender Anbieter von hochwertigen Lösungen für die gesamte Prozesskette der Blechbearbeitung. Neben dem Hauptsitz des Unternehmens im Schweizer Niederönz ist Bystronic in über 30 Ländern mit eigenen Verkaufs- und Servicegesellschaften vertreten. Die Dependence in Deutschland sitzt in Heimsheim bei Stuttgart und ist für das gesamte Vertriebsnetz sowie für Serviceleistungen in Deutschland zuständig.

„Es ist immer noch unglaublich, was die Technik leistet“, so Robin Göbel, Gesellschafter und Betriebsleiter Metalltechnik Göbel (re.). © (Bild: Bystronic)

Neben den Hightech-Maschinen stehen im Zeitalter von Industrie 4.0 vor allen Dingen entsprechende Automations- und Softwarelösungen im Zentrum – und zwar für den gesamten Material- und Datenfluss beim Schneiden und Biegen. Die entsprechende Software wird weitgehend im Unternehmen entwickelt und gehört zu den innovativsten auf dem Markt.

Nicht jeder Metallverarbeiter entscheidet sich gleich für eine Lösung mit Automationserweiterung wie Metalltechnik Göbel. Um die Geschwindigkeiten der modernen metallverarbeitenden Maschinen optimal auszunutzen, ist Automation indes für viele Anwender unumgänglich. Einer der großen Vorteile von Bystronic Maschinen ist deshalb das Modulsystem. So kann eine Faserlaserschneidmaschine als Stand-alone-System genutzt oder mit einem Be- und Entladesystem kombiniert werden. Neben Bytrans Extended, die die Metalltechnik Göbel in Betrieb hat, gibt es zusätzlich Bytrans Cross – auch bis zum Format 4020 für große Teile. Mit dem Sortiermodul Bysort 3015 ist für Bytrans Cross noch ein weiteres Automationslevel erreichbar. Der Wechsel- tisch des Lasers wird abgeräumt und bei Bedarf auch geschnittene Teile sortiert.

Automatisiertes Laserschneiden: Bytrans Cross 4020 unterstützt die hohen Schneidgeschwindigkeiten im Faserlaserschneiden mit der Bystar Fibre 4020 durch einen optimalen Materialfluss. © (Bild: Bystronic)

Die Kür und wohl die effektivste Fertigung – ganz im Sinne von Industrie 4.0 – zeigte Bystronic zuletzt mit der Production Cell: An das Laserschneiden schließt ein vollautomatisches Biegezentrum mit integrierter Robotik an. Schneiden, Biegen, Be- und Entladen sowie Sortieren erfolgen in einer vollautomatischen Zelle als prozessübergreifende Fertigungslösung. Eine Software bringt alle Informationen der Produktion auf dem Bildschirm zusammen und macht die Abläufe der einzelnen Fertigungsschritte transparent.

Für das Biegen ohne Schneiden bietet der Maschinenbauer auch eigenständige Automationslösungen wie die Mobile Bending Cell. An eine kleine Abkantpresse schließt sich eine Biegerobotik nahtlos an, die schnell eingerichtet, aber auch beiseite geschoben werden kann, falls sie nicht benötigt wird. Für den schnellen Einstieg ins manuelle Biegen gibt es die kleine und kostengünstige Xact Smart. Der Hersteller liefert nahezu alle leistungsrelevanten Komponenten aus einer Hand und gewährleistet damit die Qualität der stetig wachsenden Technologielösungen.

Augmented Reality
Eigens auf die Kun- den in Deutschland abgestimmte Serviceprodukte, die zunehmend digital unter- stützt werden, entwickelt Bystronic Deutschland. Dazu zählt auch das Konzept Augmented Reality, das mit einer Brille und einem neuen 3-Stufen-Modell im Remote-Service arbeitet. Die Bystronic-Experten bewegen sich künftig zusammen mit dem Kunden virtuell um die jeweilige Anlage. Er wird Schritt für Schritt geführt. Nach einer erforderlichen Authentifizierung des betreffenden Maschinenbedieners kann er Installationsmaßnahmen digital angeleitet vornehmen.

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